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Rostocker Größen kämpfen für Stadthafen

Stadthafen/Schmarl Rostocker Größen kämpfen für Stadthafen

Maritimes Zentrum: Bürgerschaft tendiert zu Schmarl / Widerstand aus Wirtschaft, Sport und Tourismus

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Hans-Joachim Hasse, Chef des Maritimen Rats

Stadthafen/Schmarl. Die Rostocker Bürgerschaft steht heute vor einer historischen Abstimmung: Nach jahrelanger Debatte könnten die Kommunalpolitiker am Abend ent

Ehrenamtler entwickelten die Pläne

30 Vereine mit mehr als 2000 Mitgliedern haben sich in Rostock zum Maritimen Rat zusammengeschlossen. Unter dem Vorsitzenden Hans-Joachim Hasse hat der Rat die Pläne für eine Maritime Meile entwickelt. 60 Millionen Euro sollen ingesamt investiert werden.

scheiden, wo das 40 Millionen Euro teure Maritime Erlebniszentrum entstehen soll – und damit auch, wo künftig das Traditionsschiff liegen könnte. In der Bürgerschaft zeichnet sich eine Mehrheit dafür ab, das touristische Großprojekt im Iga- Park umzusetzen. Doch kurz vor der Sitzung gibt es massiven Widerstand aus der Stadtgesellschaft: Gleich mehrere Prominente aus Wirtschaft, Sport und Tourismus sprechen sich gegen Schmarl aus – und kämpfen dafür, das Vorhaben stattdessen im Stadthafen zu verwirklichen.

Zu den Verfechtern der Pläne für die sogenannte Maritime Meile direkt in der Stadt gehört unter anderem Guido Zöllick. „Die weitere touristische Entwicklung Rostocks und das Erlebbarmachen der maritimen Geschichte passen im Herzen der Hansestadt – am Stadthafen –  hervorragend zusammen“, sagt der Landesvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Das sieht Frank Martens ganz genau so. Und auch er ist „vom Fach“: Martens ist Direktor des Hotels Warnemünder Hof und Vorsitzender des Tourismusvereins in der Hansestadt. „Ein Ausbau des Stadthafens zur Maritimen Meile würde die Attraktivität der gesamten Region sowohl für die Einwohner aber auch für die Gäste der Hansestadt deutlich und nachhaltig steigern.“ Und das ganzjährig.

Geschäftsmann Dieter Osterthun, Geschäftsführer von „Portola“ im Rostocker Hof, ist überzeugt, dass die Wirtschaft der Stadt nur von einem Maritimen Erlebniszentrum profitiert, wenn es in der Nähe der Innenstadt entsteht: Vom Stadthafen seien die Einkaufsmeilen rund um die Kröpeliner Straße zu Fuß erreichbar – von Schmarl seien sie es nicht. Der Standort des maritimen Erbes sei eben nicht nur für einen Stadtteil, sondern ganz Rostock bedeutend. „Es ist längst überfällig, das wüste Gebiet entlang der Warnow gegenüber von Gehlsdorf vernünftig kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich zu entwickeln. Das wünsche ich mir nicht nur als Kaufmann, sondern auch als Rostocker Bürger“, sagt René Geschke, Vorsitzender des Citykreises und Chef des Pressezentrums.

Selbst die Industrie- und Handelskammer zu Rostock bezieht im Standort-Streit nun eindeutig Position: „Die Idee einer Maritimen Meile und die Einbindung eines maritimen touristischen Zentrums ist ein wichtiger Diskussionsbeitrag zur Entwicklung des Rostocker Stadthafens“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Jens Rademacher. „In den vergangenen 26 Jahren ist insbesondere die Fläche um den Christinenhafen nur unzureichend entwickelt worden. Der Rostocker Stadthafen bietet jedoch gerade an dieser Stelle erhebliche Potenziale und Chancen für die gesamte Stadtentwicklung. Die müssen zeitnah gehoben werden. An dieser Stelle maritime Attraktionen zu schaffen, die als Tourismusmagnet wirken, ist wirtschaftspolitisch von Bedeutung.“ Ein flammender Appell kommt von Hansa-Urgestein Juri Schlünz: „Genug der Diskussionen und des Streits! Rostock muss seine maritime Kultur zeitgemäß für möglichst viele Besucher erlebbar machen. Der Stadthafen ist der beste Standort.“

Eine große Gruppe in der Rostocker Bürgerschaft sieht das aber bislang anders: Allen voran SPD und Grüne kämpfen dafür, das Multimedia-Museum im Iga-Park in Schmarl zu errichten und wollen heute erste Weichen für den Standort stellen. Sie wollen erste konkrete Planungen für Schmarl in Auftrag geben, die Pläne für den Stadthafen wären damit vom Tisch. CDU, UFR und Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) wollen das Projekt hingegen lieber im Stadthafen umsetzen. Der Ausgang der Debatte ist ungewiss.

Andreas Meyer

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