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Rostocker Label setzt auf Handarbeit

Stadtmitte Rostocker Label setzt auf Handarbeit

Johannes Kulik und Marie-Luise Zek machen heimatliche Motive mit Siebdruck auf Shirts und Accessoires

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Möwen, Seestern, Tasche aus PET-Flaschen: Johannes Kuliks und Marie-Luise Zeks Kreationen werden bei Supremesurf verkauft.

Quelle: Claudia Tupeit

Stadtmitte. Heimatmotive auf der Brust: Johannes Kulik bringt mit einem aufwendigen Siebdruckverfahren Möwen, Seesterne, Muscheln und Wellen auf Shirts und Tops. Alles ist Handarbeit, auf große Maschinen für Massenproduktion greift der 25-Jährige nicht zurück. Will er auch nicht.

Vor zwei Jahren hat er die ersten Waren nicht mehr nur für Freunde gemacht, sondern auch verkauft – unter „white and sandy“. „Auslöser für meine Motivideen sind meist Dinge, die ich bei uns an der Küste oder überhaupt in der Natur entdecke“, erzählt der Maschinenbaustudent. Sofort drückt Kulik auf den Auslöser seiner Kamera, hält das potenzielle Klamottenmotiv fest und bearbeitet es am Computer mit einem Programm. Beim Gestalten hilft ihm Marie-Luise Zek.

Steht das Motiv fest, geht die Arbeit erst richtig los. Die Schwarz- Weiß-Grafik wird auf Klarsichtfolie ausgedruckt, das Motiv auf dem Sieb belichtet. Nach weiteren Zwischenschritten muss schließlich alles ausgespült und getrocknet werden. Das fertige Sieb mit Motiv setzt Kulik mehrfach ein. „Etwa hundertmal ist es für Kleidungsstücke verwendbar“, sagt der Rostocker.

Die Oberteile und Accessoires wie Mützen und Caps ordert er bei Händlern, die fair gehandelte Stoffe verarbeiten. „Ich wollte nur auf Kleidung Motive drucken, die aus einem kontrollierten Ursprung kommen“, sagt Johannes Kulik. Bio-Baumwolle, Bambus-Viskose, eine Tasche ist sogar teilweise aus recycelten PET-Flaschen. Sie ist für 20 Euro zu haben, leichte Shirts für den Sommer kosten zwischen 25 und 30 Euro, langärmlige für die kältere Jahreszeit liegen etwas höher. Kulik selbst bezeichnet seine Preise angesichts des großen Aufwands und der Stoffqualität als „in Ordnung“. Mittlerweile verkaufen er und Marie-Luise Zek nicht mehr nur über den Web-Shop, sondern auch in regionalen Geschäften, wie dem Supremesurf-Shop, in der Zweiraumzone in der KTV und bei HW-Shapes in Warnemünde.

Die meisten Käufer seien aus dem Norden – wie seine Aufdrucke ja auch. Typisch Norden ist für Kulik und Zek übrigens nicht nur die Ostsee mit ihren Schätzen. „Wir haben auch schon einen Schwarm Kraniche verwendet und auch mal ein Wolfsmotiv, denn der gehört ja auch wieder in unseren Wäldern dazu“, erzählt Kulik.

Als „echt cooles Gefühl“ bezeichnet es Marie-Luise Zek, wenn ihr jemand Fremdes in Rostock entgegenkommt und ein Shirt aus ihrer und Kuliks kreativen Schmiede trägt. Expandieren für noch mehr Absatz möchten beide allerdings nicht. „Es soll eine kleine Produktion bleiben, denn das Besondere an unseren Stücken ist ja auch die Handarbeit“, begründet Kulik. Zudem wolle er später als Ingenieur arbeiten, Marie macht eine Ausbildung zur Krankenpflegerin. Ihr kleines Modelabel „white and sandy“ soll also ein Nebenprojekt bleiben.

Rostocker Mode und Symbole gefragt

Der Rostockfisch ist mittlerweile überall im Stadtbild vertreten. Das Symbol einer Fischgräte, deren Elemente den Namen Rostock ergeben, hat Jung-Unternehmer Philipp Weber entworfen. Er verkauft es weltweit auf Taschen, Kapuzen-Pullis oder Schlüsselanhängern.

Nähmarie Maria Neumeister führt in der Niklotstraße ihr Handgemachtes vor: Viele typisch-maritime Motive verschönern bei ihr Kissen, Taschen und Klamotten. Angefangen hat sie 2007, hat über ihre Arbeit gebloggt und schließlich zunächst auf Märkten ihr Kreatives angeboten.

In der Zweiraumzone bieten Rostocker ihre individuellen Produkte in eigenen Mietfächern an, um so an eine größere Kundenschicht zu kommen. Das Geschäft in der KTV am Margaretenplatz hat Antje Grabow erst kürzlich eröffnet. Und mit ihrem regelmäßig statt findenen kreativen Marktplatz namens „Ponyhof“ bietet Charlotte Berger auch Nachwuchsdesignern eine Plattform.

Claudia Tupeit

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