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Rostocker erfindet virtuellen Marktplatz

Stadtmitte Rostocker erfindet virtuellen Marktplatz

Frank Westphal (33) will mit „under10“ zu einem Konkurrenten für Portale wie Ebay werden — ohne Gebühren für Verkäufer

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Konkurrent für ebay? Frank Westphal hat einen gebührenfreien Onlinemarktplatz erfunden.

Quelle: Claudia Tupeit

Stadtmitte. Konkurrenz für Ebay oder Amazon? Wenn es nach Frank Westphal geht, könnte sich sein virtueller Marktplatz dazu entwickeln. Vor vier Jahren hat er „under10“ (zu Deutsch „unter zehn“) erfunden, eine Plattform, bei der Verkäufer nur Produkte anbieten sollten, die unter zehn Euro kosten. „Da lief das aber eher so nebenbei.“ Im März dann folgte der nächste Schritt: Ausbau der Homepage — alles selbst ohne vorgefertigte Bausteine kreiert —, mehr Werbung über soziale Netzwerke. „Für mehr ist kein Geld da.“ Der Grundgedanke ist allerdings geblieben: keine Gebühren für Verkäufer, wie es bei den großen US-Firmen Amazon und Ebay üblich ist. Weder für gewerbliche noch für private Verkäufer.

Warum er auf diese für ihn potenziell gewinnbringende Strategie verzichtet? „Weil mich das bei den anderen Onlinemarktplätzen gestört hat“, sagt der 33-Jährige, der mit seinem Hochzeitsdeko-Shop regelmäßig Produkte via Internet vertreibt. Eine kleine Konzeptänderung gibt es, seit er vor rund zwei Monaten professioneller an den Start gegangen ist: „Jetzt können alle möglichen Artikel angeboten werden, egal zu welchem Preis.“ Der teuerste, ein Auto für 6000 Euro, ist sein eigener. Ansonsten können Stöberer bei Spielkonsolen, Kinderkleidung und Büchern fündig werden. Etwa 300 Produkte habe seine Seite derzeit im Angebot. Rund 5000 Besucher gebe es pro Monat. Interessierte griffen aus ganz Deutschland, aber auch schon aus Österreich auf den neuen virtuellen Marktplatz zu.

Ob Betreiber eines Hinterhofladens, Händler oder einfach Leute, die was loswerden möchten — jeder könne zu gleichen Bedingungen Angebote reinstellen. Bis zu vier Bilder pro Produkt, dazu eine Beschreibung — und wer will darf den „Preissturz“ aktivieren. „Dann wird der Artikel jeden Tag günstiger, bis jemand eben zuschlägt.“ Ob der Preis um einen Cent oder fünf Euro täglich abnehme, entscheide der Nutzter selbst. Klassische Auktionen bietet Westphal nicht an.

Der gelernte Fernmeldeelektroniker sei schon immer technik- und internetaffin gewesen, habe bereits Web-Seiten für andere gebaut. Sein Haupteinkommen generiert er nach wie vor über den Online-Handel mit Hochzeitsartikeln. „under10“ laufe weiterhin nebenbei, verdienen tue er damit noch nichts. „Irgendwann soll sich das natürlich ändern, vor allem durch Werbeanzeigen.“ Einer Sache werde er aber treu bleiben: Angebote sollen kostenlos von Verkäufern eingestellt werden können. Ebenso bekomme er auch keine Provision, wenn jemand einen Artikel verkaufe — egal ob Profihändler oder Otto Normalverbraucher.

Gebühren der „Großen“

Beispiel Ebay: Private Anbieter können 20 Artikel monatlich kostenlos einstellen, ab dem 21. gilt eine Angebotsgebühr von 50 Cent pro Artikel. Das gilt nur für Angebote mit Festpreis. Auktionen (bis 2500 monatlich) mit Ein-Euro-Startpreis und einer Laufzeit von zehn Tagen sind ausgenommen.

Verkaufsprovisionen (zehn Prozent) müssen bei Verkauf entrichtet werden. Bis vor kurzem noch auf Verkaufspreis plus Versandkosten. Das wurde nach heftigen Verkäuferprotesten allerdings wieder geändert.

Von Claudia Tupeit

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