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Rostocks Dächer sollen Sonne tanken

Stadtmitte Rostocks Dächer sollen Sonne tanken

Umweltsenator fordert Ausbau der Solarenergie / Bisher nutzt die Hansestadt nur ein Prozent des Potenzials

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Eines von wenigen positiven Beispielen: Auf dem Behördenhaus am Rosengarten wird bereits seit Jahren Solar-Energie erzeugt.

Stadtmitte. Von oben sehen große Teile Rostocks trist und grau aus. Denn Grau – das ist die Farbe der wohl allermeisten Dächer in der Hansestadt. Umweltsenator Holger Matthäus gefällt das überhaupt nicht. Doch ihm geht es nicht um die Optik: „Wir machen viel zu wenig aus unseren Dächern“, sagt der Grüne. Schon vor Jahren hätten Fachleute errechnet, dass die Stadt mehr als zehn Prozent ihres gesamten Strombedarfs mit Solarenergie decken könnte. Doch bis heute seien Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern die Ausnahme. „Wir nutzen dieses Potenzial bisher nur zu einem Prozent. Das ist zu wenig.“ Er fordert, dass vor allem die Wohnungsgesellschaften ihre Dachflächen besser nutzen. Doch die sperren sich.

Solar-Potenzial in Zahlen

8,5 Millionen Quadratmeter Dachfläche sind nach Berechnungen der Stadt für die Stromerzeugung mit Photovoltaik-Anlagen geeignet.

12,31 Cent pro Kilowattstunde erhalten private Betreiber von kleinen Photovoltaik-Anlagen für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde.

247,7 Gigawattstunden Solarstrom ließen sich laut aktueller Klimaschutz-Studie der Hansestadt in Rostock erzeugen.

Dabei hat die Hansestadt bereits vor sechs Jahren ein umfangreiches Klimaschutz-Konzept beschlossen. Der Ausbau der Sonnenenergie – er spielt dabei eine entscheidende Rolle. „Wir haben rund 8,5 Millionen Quadratmeter Dachflächen, die geeignet wären, um dort Strom oder warmes Wasser zu erzeugen“, sagt Matthäus. Auf dem Papier würde das reichen, um 247,7 Gigawatt-Stunden Strom pro Jahr zu erzeugen. „Das wäre rechnerisch genug Energie, um alle Haushalte mit Strom zu versorgen.“ Ganz ohne andere Energiequellen käme die Hansestadt aber doch nicht aus: Der Gesamt-Energiebedarf – inklusive der Heizenergie – liegt bei mehr als 3000 Gigawattstunden pro Jahr. Dennoch: „Wir können mit dem Ausbau der Solarenergie nicht nur einen gewaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten: Wenn wir den Strom in den Häusern nutzen, wird es uns auch gelingen, die Stromkosten für die Rostocker Mieter spürbar zu senken“, meint der Umweltsenator. Wie hoch die Ersparnis konkret ausfallen könnte, beziffert Matthäus aber nicht.

Bisher liefern alle Photovoltaik- Anlagen in Rostock gerade mal knapp zehn Gigawattstunden. Ein Bruchteil des Potenzials. Und der Ausbau ist ins Stocken geraten. Das liegt nicht zuletzt auch an den Eigentümern der Dächer, den Vermietern. Selbst die größte Wohnungsgesellschaft Rostocks, die stadteigene Wiro, bremst: „Wir haben bereits 2003 unsere ersten 760 Photovoltaik-Module auf dem Dach des Hochhauses ,Vitus’ im Stadtteil Schmarl installiert“, sagt Wiro-Sprecher Carsten Klehn. Seitdem habe das Unternehmen 52 Anlagen errichtet. „Die liefern zusammen 1,53 Millionen Kilowattstunden grünen Strom im Jahr, den wir sowohl ins öffentliche Netz einspeisen als auch für die Selbstversorgung nutzen.“ Ja, es gäbe zwar noch etliche freie Dächer, die mit solchen Anlagen bebaut werden könnten.

Aber: „Das muss auch wirtschaftlich sein“, erklärt Klehn. Doch mit dem Verkauf der Energie ließe sich mittlerweile kaum noch Geld verdienen. Die Anschaffung hingegen sei enorm teuer.

Matthäus aber will das nicht akzeptieren. Und er hat für Rostocks Dächer sogar noch mehr Ideen: „Ein Drittel sind Flachdächer. Die könnten wir auch nutzen, um dort kleine grüne Oasen zu schaffen“, sagt der Senator. In vielen Großstädten in den USA sei das sogenannte „Roof Gardening“ derzeit ein absoluter Trend. „Dort bauen die Leute Gemüse und Kräuter auf den Dächern an. Frische Nahrungsmittel“, so Matthäus. „Das Gemüse hat Bio-Qualität und das Grün auf dem Dach ist zudem gut für das Klima.“ Das könne er sich auch vielerorts in Rostock vorstellen – zumindest als Modellversuch.

Andreas Meyer

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