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Saatgutmangel: Bauern kommen mit Herbstbestellung ins Schleudern

Rostock/Güstrow Saatgutmangel: Bauern kommen mit Herbstbestellung ins Schleudern

Durch die verspätete Ernte können die Saatgut-Unternehmen nicht rechtzeitig und ausreichend liefern. Es fehlt vor allem an ausreichend frühen Winterweizensorten.

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Andreas Prelwitz kontrolliert mit Gerste gefüllte Big Bags.

Quelle: Bernd Wüstneck/archiv

Rostock/Güstrow. Die Herbstbestellung kommt in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern nur schwer in Schwung. Es fehlt vor allem an ausreichend Saatgut für die frühen Winterweizensorten, berichten Landwirte. Dabei hätten die Körner bis zum 15. September im Boden sein sollen. Durch die verspätete Ernte können die Getreideaufbereitungsunternehmen derzeit nicht ausreichend Saatgut liefern. „Wir tun, was wir können. Die Anlagen laufen rund um die Uhr“, sagt Andreas Prellwitz, Geschäftsführer der Nordkorn-Saaten GmbH in Güstrow (Landkreis Rostock).

Ein weiterer Grund für die verspätete Auslieferung: „Der Anteil der kleinen Körner, also der Körner, die nicht keimfähig sind, ist wesentlich größer als in den vergangenen Jahren. Statt fünf Prozent, wie üblich, sind es diesmal um die 25 Prozent“, macht Prellwitz deutlich. Das Aussortieren koste zusätzliche Zeit.

Nordkorn-Saaten, Tochterunternehmen der Ceravis AG ist Dienstleistungsspezialist rund um das Saatkorn. Das reicht von der Zusammenarbeit mit Vermehrungsspezialisten in der Landwirtschaft über das Erfassen und Aufbereiten des Saatgetreides bis hin zum Vertrieb. Rund 130 Sorten sind aktuell im Angebot. Doch nur die frühen Winterweizensorten bereiten derzeit Probleme bei der Aufbereitung. Das setze sich fort bis hin zur erforderlichen Anerkennung als Saatgut.

Die zuständige Dezernentin der Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut in Rostock, Sybille Wegner, sagt: „Weil die Partien in diesem Jahr qualitativ höchst unterschiedlich sind, können wir unseren bewährten Schnelltest für die Zertifizierung nicht anwenden.“ Daher dauere alles doppelt so lange. Wegen der vielen Niederschläge im August habe sich im Getreide zudem ein Pilz breit gemacht. Dessen Bekämpfung erfordere eine spezielle Behandlung und wiederum zusätzliche Zeit. Mindestens 92 Prozent Keimfähigkeit seien erforderlich. In diesem Jahr fielen viele Körner durchs Sieb. „Die eignen sich nur noch als Futtergetreide“, urteilt Wegner. Sei eine Partie als Saatgut anerkannt, werde sie auch umgehend ausgeliefert. „Wir leben derzeit von der Hand in den Mund.“

dpa/mv

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