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Skepsis und Freude über Berlins B 105-Pläne

Rövershagen/Mönchhagen Skepsis und Freude über Berlins B 105-Pläne

Rövershagen und Mönchhagen sollen vom Verkehr entlastet werden / Vorhaben wieder im Bundesverkehrswegeplan

Rövershagen/Mönchhagen. Auf ein geteiltes Echo ist die gestrige Entscheidung aus dem Bundesverkehrsministerium gestoßen, den Bau einer Ortsumgehung der Bundesstraße 105 für die Orte Rövershagen und Mönchhagen in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen. Kosten soll die Investitionen etwa 35 Millionen Euro, eine Streckenführung liegt noch nicht fest. Zuletzt wurde das Thema vor etwa anderthalb Jahren in den kommunalpolitischen Gremien diskutiert. Die B 105 ist vor allem eine Touristen- und Transittrasse.

 

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Staus an der Ampel gehören in Mönchhagen zum Alltag — vor allem, wenn die Urlauber ankommen oder abreisen.

Quelle: Ove Arscholl
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Staus an der Ampel gehören in Mönchhagen zum Alltag — vor allem, wenn die Urlauber ankommen oder abreisen.

Quelle: Ove Arscholl

Skeptisch äußerte sich Verena Schöne, Bürgermeisterin von Rövershagen. „Wir sind schon einmal zu Zeiten von Bundeskanzler Schröder im Bundesverkehrswegeplan gewesen“, sagte sie, geschehen sei aber nichts. „Meine Freude hält sich in Grenzen.“ Die Rede sei von 35 Millionen Euro Kosten, sagte Verena Schöne und fragte: „Wer kann das festlegen, wenn noch niemand weiß, wie die Trasse verlaufen wird?“ Bei Bürgern, die an der B 105 wohnen, werde die Entscheidung gewiss begrüßt. „Aber es gibt auch viele, die einem solchen Vorhaben kritisch gegenüberstehen“, so die Bürgermeisterin. Das könnte beispielsweise für die Oberhäger gelten, die mit einer möglichen früher diskutierten Trassenvariante abgeschnitten werden könnten. „Wir befürchten, dass die Aufnahme der Ortsumgehung in Planung ein Alibi dafür sein soll, dass an der Straße nichts mehr gemacht wird.“

Genau das soll es nach Meinung von Robert Dahl, Chef von Karls Erlebnishof, nicht sein. Und diese Gefahr sieht Dahl angesichts der Aktivitäten des Straßenbauamtes in Stralsund auch nicht. Dessen Leiter habe die Situation schon verbessert. In Richtung Verena Schöne und des Erlebnisdorf-Chefs machte gestern Ralf Sendrowski, Leiter des Straßenbauamtes in Stralsund, klar: „Wir werden unsere Bemühungen zur Verbesserung der Bundesstraße 105 nicht einstellen.“ Er verwies dabei auf den langen Zeitraum, der erforderlich sei, bis der Neubau komme.

Dahl begrüßte ansonsten „als Bürger und abseits meiner unternehmerischen Aktivitäten“ eine Ortsumgehung. Speziell mit dem Blick auf das Erlebnisdorf sieht er Vorteile: „Umfragen haben ergeben, dass 97 Prozent unserer Gäste sich vorher fest dafür entscheiden, den Erlebnishof aufzusuchen“, sagt Dahl, daher könne er es nur positiv bewerten, wenn sie bei ihrer Anfahrt nicht im Stau stünden.

„Wir glauben, dass wir von einer solchen Umgehung profitieren werden“, so Dahl. Zumal er davon ausgeht, „dass dann auch die Rostocker einmal zu uns kommen, wenn sie wissen, dass die Fahrt zum Brunch in Rövershagen zwölf Minuten und nicht eine Stunde dauert“. Für eine mögliche Umgehungsstraße der Bundesstraße 105 hat Dahl bereits „drei Alternativen“ entwickelt, wie der Erlebnishof an die Trasse angebunden werden kann: „Ich möchte mich als Betroffener da auch einbringen.“

Als eine schon lang erforderliche Entlastung wertet Karl-Friedrich Peters, Bürgermeister in Mönchhagen, eine Umgehungsstraße. „Aber bis 2030 ist es lange hin“, sagte Peters, der auf eine schnelle Lösung drängt. Wie dringend sie sei, „sieht man dann schon wieder Gründonnerstag, wenn die ersten Touristen auf dem Weg zum Fischland und auf den Darß sind“. Für „die touristische Erschließung kommt die Ortsumgehung sowieso zu spät“, sagt Peters, „Stau ist keine Werbung für eine Urlaubsregion.“Chancen rechnet er sich für die Ortsentwicklung aus, denn die B 105 durchschneide das Dorf.

Landrat Sebastian Constien (SPD) begrüßt das Vorhaben. „Die Ortsumgehung ist ein wichtiges Vorhaben, um die Verkehrsströme in den Gemeinden zu entzerren, die sich auf der B105 als eine der am stärksten genutzten Verbindungen im Landkreis bewegen.“

Von Michael Schißler

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