Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Technik auf dem Friedhof: Damit die Grabsteine sicher stehen

BAD DOBERAN Technik auf dem Friedhof: Damit die Grabsteine sicher stehen

Fachfirma kontrolliert seit Jahren die Standfestigkeit der Grabmale auf Friedhöfen / Voriges Jahr waren in Bad Doberan 306 Steine fehlerhaft / Kontrolle in Lichtenhagen

Voriger Artikel
Fähre „Prins Joachim“ auf Abschiedstour
Nächster Artikel
Finanznot bei Nordic: Erster Zulieferer muss Leute entlassen

Horst Neumann kontrolliert die Standfestigkeit der Grabmale in Doberan und Althof.

Quelle: Renate Peter

Bad Doberan. Grabstätte für Grabstätte begeben sich Horst und Björn Neumann vorwärts. Jeder in einem anderen Bereich des Friedhofes. Immer dabei ein langer Stab — ein elektronisches Kraftmessgerät. Die beiden Männer kontrollieren die Standfestigkeit der Grabsteine. „Dazu sind wir verpflichtet“, sagt Doberans Friedhofsverwalter Sven Jantzen. Einmal im Jahr wird diese Grabsteinkontrolle durchgeführt, Anfang April, und das seit Jahren, erklärt der Friedhofsverwalter. Seit Jahren ist es dieselbe Firma: Neumann KMD, ein Ingenieurbüro für Kommunale Dienstleistung aus Breese.

Im vorigen Jahr waren 2222 Grabsteine geprüft worden. Inklusive Althof gibt es insgesamt etwa 4500 Grabstätten. Fehlerhaft waren im vorigen Jahr 306 Steine. Das sind immerhin 13,7 Prozent. Auch gestern klebten Horst Neumann und sein Sohn wieder Zettel auf einige Steine. Die grünen Aufkleber bedeuten „Achtung Unfallgefahr“. Es wird um Beseitigung gebeten. Ist „Gefahr in Verzug“, muss ein roter Aufkleber her. Dann werden die Nutzer der Grabstellen angeschrieben. „Denn es geht um die Verkehrssicherheit“, sagt Sven Jantzen.

Wie schnell könne es passieren, dass beim Aufstützen ein Stein kippt, jemand verletzt werde. Oder auch einem Kind ein Stein entgegenfallen könne. Deshalb müsste den Leuten bewusst werden, dass sie verantwortlich sind. Die Besitzer der gefährdeten Grabsteine müssen die Schäden schnellstmöglich beseitigen. Wenn dies erledigt ist, sollte die Friedhofsverwaltung informiert werden. Denn über die jährlichen Kontrollen werden Protokolle verfasst. Nur so könnten die Gefährdungen als erledigt notiert werden, erklärt Sven Jantzen. Das scheinen nicht alle ernst zu nehmen. Am nächsten Stein klebt ein Aufkleber. „Der ist vom vorigen Jahr“, sagt Horst Neumann und klebt einen neuen Zettel drauf. Denn der Stein wurde nicht befestigt.

Horst Neumann setzt immer wieder das elektrische Kraftmessgerät an. Ein kurzes Signal. „Alles in Ordnung“, sagt der zugelassene Grabmalprüfer. Und weiter geht es zum nächsten Stein. Die Richtung müsse beibehalten werden, immer die Wege hoch und runter — wegen der Protokolle, erklärt der Diplom-Ingenieur. „Dieser Stein ist nicht standfest“, sagt Neumann ein Stück weiter. Beim Berühren mit dem Messgerät kippt er bereits. „Der Stein ist erst 2014 gesetzt worden. Da gilt noch die Gewährleistung. Der muss kostenlos instand gesetzt werden“, erklärt der Fachmann.“ Für das Aufstellen der Grabmale seien Einbautiefe und die richtigen Dübel wichtig.

Er geht weiter. Das Gerät gibt den grellen Ton. Die Standfestigkeit ist nicht gegeben. „Abhängig von der Höhe der Steine müssen diese einen unterschiedlichen Prüfdruck aushalten“, sagt der Fachmann.

Den zeigt das Messgerät an. Es gibt ein akustisches und ein optisches Signal. „Das Warnsignal ertönt, 100 Newton werden angezeigt. „500 Newton hätte dieser Stein aushalten müssen“, sagt der Fachmann.

Horst Neumann geht weiter von Grabstein zu Grabstein. Ist einer gefährdet, wird auch ein Foto zur Beweissichtung gemacht. Und gleich der Mängel notiert. Alles über eine Software. Nebenbei führt er Aufklärungsgespräche mit Friedhofsbesuchern.

Wer keinen Steinmetz beauftragt, kann die Arbeiten selbst erledigen. Aber die Steine müssen fachgerecht und standsicher aufgestellt werden, betont Sven Jantzen.

Die Messgeräte können nicht in die Irre geführt werden. Sie sind elektronisch geeicht. Es gebe keine Rüttelproben, wie oft angenommen, sagt der Friedhofsverwalter. Um Meinungen entgegenzuwirken, die Steine würden dadurch gelockert.

Heute werden die Kontrollen auf dem Kühlungsborner Friedhof weitergeführt, dann geht es nach Rethwisch und Lichtenhagen.

Urnenbeisetzungen nehmen zu

2222 Grabstein-Prüfungen wurden im vorigen Jahr auf dem Doberaner und Althöfer Friedhof vorgenommen.

306 Steine waren voriges Jahr fehlerhaft. Sie wurden mit Aufklebern markiert.

1 Erdbestattung fand in diesem Jahr erst statt. Von zehn Beisetzungen in Bad Doberan ist durchschnittlich nur eine Erdbestattung, alles andere sind Urnenbeisetzungen.

16 Jahre lang nimmt die Neumann KMD Grabsteinkontrollen vor.

Von Renate Peter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Elmenhorst

Doppelkümmel wird für die Fischhalle in der Hansestadt gebrannt / Guter Schluck geht auch zum Oktoberfest

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Die Tafel: „Ohne Transporter geht hier nichts!“

Die OZ hat einen Tag lang die Fahrer der Rostocker Tafel begleitet