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Technische Flotte hält Schlepper in Schuss

Stadtmitte Technische Flotte hält Schlepper in Schuss

Im Jahr 2013 konnte der Verein die „Petersdorf“ kaufen und nach Rostock holen / Im Stadthafen werden jährlich etwa 3000 Besucher auf dem Schiff gezählt

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Jürgen Wulff ist an Bord jederzeit zu Auskünften bereit.

Stadtmitte. Sie sind stolz auf ihren Schlepper „Petersdorf“, die Mitglieder des Vereins Technische Flotte. Am Liegeplatz P 83 im Rostocker Stadthafen liegt ihr seetüchtiger Küsten- und Hafenschlepper zu Füßen des Eisbrechers „Stephan Jantzen“. Für den hat der Verein seit März die Bewachung übernommen.

OZ-Bild

Im Jahr 2013 konnte der Verein die „Petersdorf“ kaufen und nach Rostock holen / Im Stadthafen werden jährlich etwa 3000 Besucher auf dem Schiff gezählt

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Bis 2012 wurde die „Stephan Jantzen“ selbst betrieben. Es ist eine eigene Geschichte dieses derzeit 35 Mitglieder zählenden Vereins. Michael Egelkraut (67), einst Schiffsmaschineningenieur, kennt als Vorsitzender die Entwicklung von Anfang an. 2009 bildete sich die Interessengemeinschaft „Stephan Jantzen“, die sich zur Erhaltung und Bewirtschaftung des Eisbrechers bekannte. Die Mitglieder, zumeist im Rentenalter und nicht nur aus seemännischen Berufen stammend, investierten Zeit und Geld in das Schiff, bis sie 2012 auf Grund der rechtlichen Querelen zwischen den sich streitenden „Eigentümern“ das Schiff verlassen mussten. Der Verein nahm den neuen Namen „Technische Flotte“an.

Die Suche nach einem eigenen Schiff hatte 2013 Erfolg. Von einer Saßnitzer Reederei konnte die „Petersdorf“ erworben und nach Rostock überführt werde. „Der Schlepper war in einem erschreckenden Zustand“, zeigt Michael Egelkraut Bilder in der Chronik. Die 25 aktiven Mitglieder wuchsen beim Restaurieren des einzigen noch erhaltenen Neubaus der Warnow Werft, als Jugendobjekt gebaut und 1958 in Betrieb genommen, zu einer engen Gemeinschaft zusammen.

Die Mittel mussten aus eigener Kraft erwirtschaftet werden, denn Förderer und Sponsoren fanden sich nicht. Dank der Arbeit solcher Macher wie Günter Klugmann, Maler und Schiffsführer, und Herbert Görlitz, die von Anfang an dabei waren, und der Dazugekommenen wie Dieter Kunze, dem Decksmann, und dem einstigen Mariner Martin Breuer, jetzt Smutje und Steuermann, besitzt die Hansestadt im Stadthafen eine touristische Ergänzung.

Die „Petersdorf“ ist Anziehungspunkt für technisch Interessierte. Etwa 3000 Neugierige kommen im Jahr aufs Schiff, tragen mit Spenden zur Erhaltung bei. Sie werden sachkundig informiert, denn zwei bis drei Mitglieder sind immer an Bord. Jürgen Wulff, seit zwei Jahren Vereinsmitglied, sagt: „Es macht Spaß, die Neugier zu befriedigen.“

Neben den technischen Ausfahrten, die alle 14 Tage erforderlich sind, steht die „Petersdorf“ für Gruppen bis zu zwölf Personen bereit. „Zur Hanse Sail haben wir acht Ausfahrten auf See geplant.

Einige Plätze sind noch frei“, sagt Michael Egelkraut. Vier Mann Besatzung sind bei Ausfahrten an Bord. Auch zur Warnemünder Woche gab es Einsätze. Schulklassen und private Gruppen nahmen das Angebot gern an. „Vor Kurzem konnten wir krebskranken Kindern eine große Freude machen“, sagt der Vorsitzende. Die „Petersdorf“ und ihre Mannen erlebten schon einiges. So waren sie auch im Einsatz bei den Dreharbeiten zum Film „Der Untergang der Gustloff“. „Wir sind stolz, dass wir einen kleinen Teil der Tradition unserer Hansestadt im Stadthafen zeigen können, sagt Michael Egelkraut.

Höchstgeschwindigkeit zehn Knoten

Im Jahr 1958 wurde die „Petersdorf“ als Werftschlepper auf der Warnow Werft in Warnemünde gebaut. 1965 bekam die „Petersdorf“ einen stärkeren Dieselmotor von 530 PS aus dem VEB Schwermaschinenkombinat Karl-Liebknecht Magdeburg. Er erfüllt auch heute noch seinen Dienst.

Der Schlepper ist 19,70 Meter lang, 6,03 Meter breit und hat einen Tiefgang von 2,50 Metern. Die „Petersdorf“ erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von zehn Knoten (etwa 18,52 Kilometer pro Stunde). Zur Ausrüstung gehört unter anderem auch ein Rettungsfloß.

Jürgen Falkenberg

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