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Tourismus blickt verhalten auf Saison

Rostock / Graal-Müritz / Kühlungsborn Tourismus blickt verhalten auf Saison

Leichtes Plus in der Stadt, Minus in der Region: Sommer verregnet die Tourismusbilanz.

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Die Brüder Christian (l.) und Dirk Kunkel aus Nauen störte der Regen im Sommer nicht. Sie kommen seit Jahren zum Zelten nach Markgrafenheide. Doch nicht alle Urlauber trotzten dem Wetter.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Rostock / Graal-Müritz / Kühlungsborn. Dunkle Wolken, Wind und Regen: In diesem Jahr wird mit solchen Wetterunbilden nicht nur der Herbst, sondern auch der Sommer in Verbindung gebracht. Und das hat sich vor allem auf den Tourismus ausgewirkt. „Wir sind nicht total erschüttert, aber es war ein herausforderndes Jahr“, sagt Tobias Woitendorf, Vize-Geschäftsführer des Landestourismusverbandes.

Minus im Land – Plus in der Stadt

2,68 Millionen Übernachtungen gab es im Landkreis Rostock von Januar bis Juli. Das sind 2,8 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Landesweit sind die Zahlen im ersten Halbjahr 2017 um 0,4 Prozent ins Minus gerutscht. Rostock hingegen konnte bei den Übernachtungen um zwei Prozent zulegen.

Gerade im ländlichen Raum seien die Übernachtungszahlen leicht gesunken, während es in den Städten kaum Zuwachs gab. Landesweit werde man in diesem Jahr wohl hinter dem Vorjahr hinterherhinken. Von Januar bis Juli ist MV um 0,4 Prozent ins Minus gerutscht. Im Landkreis seien die Zahl der Übernachtungen sogar um 2,8 Prozent gesunken. „Es ist ein Dämpfer für die erfolgsverwöhnte Branche“, sagt Woitendorf. Jetzt sei der richtige Moment, Konsequenzen zu ziehen. Denn nur durch das schlechte Wetter sei der Rückgang nicht zu erklären. „Wir müssen Qualität nicht nur als Wort, sondern als System verstehen“, fordert Woitendorf, macht jedoch auch deutlich, dass die Zeiten des jährlichen Wachstums von neun bis zehn Prozent vorbei seien. „Die Region hat mit Stadt und Strand großes Potenzial, aber man darf sich nicht zurücklehnen.“

Das Wetter hat es in diesem Sommer auch mit Graal-Müritz nicht immer gutgemeint. „Viele große Veranstaltungen, wie das Seebrückenfest, waren verregnet. Andere sind ganz abgesagt worden“, erklärt Roman Ferken, Geschäftsführer der Tourismus- und Kur GmbH Graal-Müritz. Viele Restaurants und Cafés hätten in der Außengastronomie Abstriche machen müssen. „Wie die Zahlen in diesem Jahr aussehen, wissen wir noch nicht. Damit wollen wir uns erst Mitte Oktober beschäftigen.“ Ferken bleibt jedoch gelassen optimistisch: „Es ist nicht so dramatisch, wie manch Betreiber denkt. Bis Juli gab es sogar ein leichtes Plus.“ Man wolle jedoch aus diesem Jahr für die Zukunft lernen. „Wir wollen uns gerade für Veranstaltungen im Freien noch mehr um Schlecht-Wetter-Varianten kümmern“, sagt Ferken, der erst seit Juli die Rolle des Tourismus-Chefs übernommen hat. Darüber hinaus gebe es auch wieder Veranstaltungen, die die Nebensaison stärken sollen. Hoffnungen legt der Tourismus-Chef daher auch auf das kommende Wochenende. Dann soll hier der Wald-, Wind- & Ostseelauf „Dünenläufer“ stattfinden. „Es ist zwar wieder durchwachsenes Wetter angesagt, aber auch das gehört zu einem Natur-Lauf“, sagt Ferken.

„Bei uns hat eigentlich niemand – kein Hotel, kein Gastronom – über dieses Jahr gejammert“, sagt Katja Seppelt von der Touristik-Service-Kühlungsborn GmbH. Das Wetter habe zwar auch hier nicht immer mitgespielt, dies wirke sich aber nur leicht auf die Zahlen aus. Hat es im Juni, Juli und August 2016 insgesamt noch 957 000 Übernachtungen gegeben, waren es im gleichen Zeitraum in diesem Jahr 953 700. „Für den schlechten Sommer ist das noch ganz ausgeglichen“, meint Seppelt. Denn dafür habe es in der Vorsaison von Januar bis Mai fast 400 000 Übernachtungen mehr gegeben als im Vorjahr. „Das Reiseverhalten der Urlauber hat sich so geändert, dass sie mittlerweile ganzjährig nach Kühlungsborn kommen“, sagt Katja Seppelt. Darauf habe man es im Marketing in den vergangenen Jahren auch angelegt.

Woitendorf vom Landestourismusverband weiß, dass man den Tourismus mit guten Strategien stärken kann. Auch in Rostock habe das schon ziemlich gut funktioniert. „Mit mehr als 1,1 Millionen Übernachtungen bis zum 31. Juli 2017 und einem leichten Plus von zwei Prozent (Quelle: Statistisches Amt MV) konnte die Hansestadt Rostock das hohe Niveau des Vorjahres halten“, heißt es aus der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde. Anstatt auf Strand hätte man in der Tourist-Information eher auf die Allwetter-Angebote wie Zoo, Museen, Kulturstätten, Stadt- und Hafenrundfahrten, Tagesfahrten mit der Fähre nach Dänemark sowie Shoppingmöglichkeiten hingewiesen. „Mit dieser Vielzahl an ganzjährig nutzbaren Angeboten bietet Rostock für Urlauber und Tagesgäste aus der Region eine attraktive Erlebnisvielfalt bei jedem Wetter über den klassischen Strand- und Badeurlaub hinaus“, so die Rostock-Touristiker.

Johanna Hegermann

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