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Tourismus setzt auf Trend Gesundheit

KÜHLUNGSBORN Tourismus setzt auf Trend Gesundheit

Die Kur- und Erholungsorte können ein gutes Geschäft machen / Voraussetzung dafür sind Mediziner, die die Kurgäste betreuen

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Quelle: Jens Wagner

Kühlungsborn. „Unsere Kur- und Erholungsorte sind gut beraten, sich zu spezialisieren und zukunftsorientiert aufzustellen“, sagt Andreas Kuhn. Der Präsident des Bäderverbandes MV hat zum 22. Bädertag ins Ostseebad Kühlungsborn geladen: „Vor allem der Gesundheitstourismus ist eine große Chance.“ Denn es gebe immer mehr Krankheitsbilder, die auf einen starken Bewegungsmangel hinweisen würden, erklärt Kuhn: „Auf diesem Gebiet müssen wir attraktive Angebote machen.“

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Die Kur- und Erholungsorte können ein gutes Geschäft machen / Voraussetzung dafür sind Mediziner, die die Kurgäste betreuen

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Mitglieder-Zuwachs

56 Mitglieder zählt der Bäderverband MV aktuell.

63 Kur- und Erholungsorte gibt es insgesamt in Mecklenburg- Vorpommern.

Dabei werden den Kur- und Erholungsorten ausgezeichnete Chancen im Gesundheitstourismus zugewiesen — laut einer im vergangenen Jahr vom Bäderverband gemeinsam mit der Unternehmensberatung „Project M“

durchgeführten Benchmark-Analyse. Danach würden nicht nur durch den demografischen Wandel zunehmend gesundheitstouristische Angebote von der älter werdenden Bevölkerung nachgefragt, sondern auch aktive, gesundheitsfördernde Angebote von einer wachsenden Zahl gesundheitsbewusster junger Menschen. „Nicht zuletzt deshalb erfährt unser Projekt zur Entwicklung von Waldgebieten zum Kur- und Heilwald deutschlandweit und darüber hinaus auch international viel Resonanz“, meint Verbands-Geschäftsführerin Marianne Düsterhöft.

In Mecklenburg-Vorpommern stehe aktuell sogar jeder zweite Übernachtungs-Aufenthalt in Verbindung mit einem Gesundheitsangebot, macht „Projekt M“-Geschäftsführer Cornelius Obier deutlich: „Ob Wellness-Mitarbeiter, Therapeuten oder auch Ärzte — in diesem Bereich finden wir die Hälfte der Arbeitsplätze.“ Deshalb werde man künftig „erhebliche Investitionen“ im gesundheitstouristischen Bereich tätigen, verspricht Andreas Kuhn.

„Denn nicht nur unsere Nachbarn in Schleswig-Holstein, vor allem auch die osteuropäischen Mitbewerber haben hier in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt.“ Die gute Nachricht: Bei seinen Plänen könne der Verband mit entsprechenden Förderungen vom Wirtschaftsministerium in Schwerin rechnen, sagt Abteilungsleiter Hanns-Christoph Saur.

Darüber hinaus gelte es, rechtzeitig Trends zu erkennen und mitzunehmen, sagt Andreas Kuhn und nennt ein Beispiel: „In Deutschland gibt es rund 20 Millionen Menschen mit Allergie-Problemen — ein Gütesiegel könnte etwa die ,allergiefreundliche Kommune‘ sein.“ Fünf bis sechs Orte seien hier bereits sehr gut aufgestellt — darunter auch Baabe auf der Insel Rügen. „Das betrifft alle Bereiche“, erklärt Kuhn. „Beherbergungsbetriebe und Restaurants genauso wie den Einzelhandel und den Verkehr.“

Mit Blick auf den Gesundheitstourismus befinde sich Mecklenburg-Vorpommern bereits in der „Champions League“, erklärt Ministeriums-Mitarbeiter Christoph Jaehne: „Und da wollen wir auch bleiben.“

Dennoch: „Vor allem bei der Vernetzung von Gesundheit und Tourismus hat das Land noch Nachholbedarf“, macht Cornelius Obier deutlich. „Da sind in erster Linie die jeweiligen Kurdirektoren gefragt.“

So dürfe etwa eine Rehaklinik nicht am Rand eines Kurortes stehen, sondern müsse aktiv in die Tourismus-Aktivitäten eingebunden werden.

Ein großes Problem gebe es jedoch bereits mit Blick auf die ärztliche Versorgung, sagt Andreas Kuhn: „Derzeit sind noch 30 Badeärzte im Nordosten tätig — aber ihr Durchschnittsalter liegt bei rund 60 Jahren.“ Es müssten dringend jüngere Ärzte engagiert werden, damit die Kur- und Erholungsorte ihren Status als Heilbäder auch bewahren und weiter ambulante Therapien anbieten können, macht Kuhn deutlich: „In einigen Orten haben wir in absehbarer Zeit keine Badeärzte mehr.“ Das Problem sei aber nicht auf Mecklenburg-Vorpommern beschränkt, sondern beschäftige die Kurorte in ganz Deutschland.

Der Bäderverband MV suche nun das Gespräch mit den Ärztekammern und Krankenkassen, um dieses Problem zu lösen. „Die Mediziner brauchen entsprechende Anreize, um sich als Badearzt niederzulassen“, betont Andreas Kuhn. So könnten sich die Kurorte an der Finanzierung der Ausbildung beteiligen oder Praxisräume kostengünstig zur Verfügung stellen. Viel verspricht sich der Bäderpräsident von der Zusammenarbeit mit der Universität Rostock, wo unter anderem ein Lehrstuhl für Naturheilkunde etabliert ist.

Von Lennart Plottke

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