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Venfisk tischt Fisch weit über Landesgrenzen hinaus auf

Rostock-Marienehe Venfisk tischt Fisch weit über Landesgrenzen hinaus auf

Hermann Cziwerny gründete vor 25 Jahren Fischgroßhandel in Rostock / Familienbetrieb setzt 5000 Tonnen im Jahr um / Sauerlappen und Räucherrohware besonders gefragt

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Firmengründer Hermann Cziwerny (74) und Tochter Katrin (50) im Venfisk-Shop in Marienehe.

Quelle: Doris Kesselring

Rostock-Marienehe. Mit fünf Sorten Fisch ist Hermann Cziwerny (74) vor 25 Jahren gestartet. Heute hat der Fischgroßhändler 300 verschiedene Artikel im Sortiment. 400 Kunden zählt die Venfisk GmbH im Rostocker Fischereihafen inzwischen – vom kleinen Fischhändler über Gastrobetriebe bis hin zum großen Fischverarbeiter. In Polen, Österreich, Osteuropa und ganz Deutschland wird Venfisk-Fisch aus Rostock aufgetischt und verarbeitet.

Er sei ein leidenschaftlicher Fischkoch und Fischesser, gesteht Cziwerny. Fisch – das ist sein Leben: Nach dem Studium war der gelernte Hochseefischer über Jahrzehnte auf zahlreichen Schiffen des Rostocker Fischkombinates für die Fischverarbeitung direkt auf See verantwortlich. Von 1979 bis 1990 war er Produktionsleiter der Fischereiproduktionsgenossenschaft (FPG) Warnemünde und nach der Wende hat er in Rostock einen Fischhandel aufgebaut.

1991 war das: Venfisk, zusammen mit einem dänischen Partner, der in Vendsyssel, einem Zipfel im Norden Dänemarks, schon eine Firma gleichen Namens hatte. „Wir sind von null auf hundert gestartet“, erinnert sich Cziwerny, „wir hatten keine Kunden, keine Lieferanten“. Zwei, drei Jahre lang sei er Tausende Kilometer durch die Lande getourt, um Kontakte aufzubauen. „1993/94 kamen wir langsam in Fahrt“, erzählt der Fischhändler. „Zuerst haben wir 100 bis 200 Tonnen Fisch pro Jahr umgesetzt, dann kamen die ersten 1000 Tonnen, und jetzt sind es 5000 Tonnen Fisch jährlich, die wir verkaufen“, berichtet Cziwerny.

Es ist vor allem Hering aus der Ostsee und nordatlantische Räucherrohware, die einen Großteil des Umsatzes ausmachen. Vor allem Sauerlappen, Heringshälften, die von einem schwedischen Partner bei Göteborg frisch gefangen und verarbeitet werden, sind für die industrielle Weiterverarbeitung zu Kaltmarinaden und Anchosen sehr gefragt. „Ganze LKW gehen in die großen Marinadenfabriken in Österreich und Polen“, sagt Katrin Cziwerny (50). Sie ist seit 1998 im Fischhandel und hat nach der Trennung vom dänischen Geschäftspartner 2004 drei Jahre später die Führung des Familienbetriebes vom Vater übernommen. Seit acht Wochen ist auch Sohn Julius, gelernter Koch, bei Venfisk eingestiegen. Der Senior indes steht der Firma, die neun Mitarbeiter zählt, weiter als Berater zur Seite.

Neben den Sauerwaren beliefert der Rostocker Fischgroßhandel auch Räuchereien mit Rohwaren – Heilbutt, Rotbarsch, Makrele gehen in großen Mengen zum Kunden. Die Rohware bezieht Venfisk von Importeuren und Produzenten aus aller Welt, vor allem aber von skandinavischen Partnern. Seegefroren wird der Fisch im Kühlhaus in Marienehe eingelagert. „600 Tonnen Fisch quer Beet stehen hier im Monat bereit, um dem Bedarf entsprechend ausgeliefert zu werden. Hering im Fass, Heilbuttpaletten – wir sind ein Vollanbieter, haben alles“, sagt die Chefin, eine studierte Agraringenieurin. „Ich wollte immer was mit Tieren machen“, sagt sie, „jetzt sind es Tiefkühltiere des Meeres.“ Mit denen werden auch mobile Fischhändler, die Gastronomie und der Privatkunde direkt im Shop versorgt.

Spezialitäten gerettet

Alte Rezepte der früheren FPG Warnemünde hat Hermann Cziwerny als ehemaliger FPG-Produktionsleiter gesichert und die aus DDR-Zeiten bekannten „Warnemünder Spezialitäten“ neu aufgelegt und ins Sortiment aufgenommen. Ob Warnemünder Gabelrollmops, Chili- oder Weinroller – die Heringsdelikatessen hat sich Venfisk vor zehn Jahren als Marke eintragen lassen. Produziert werden die Gläschen mit den Heringsvarationen in Polen. Venfisk verkauft nicht nur Fisch an seine Geschäftspartner, sondern vermarktet auch deren Produkte über das eigene Vertriebssystem.

Doris Kesselring

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