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Von der Idee zum erfolgreichen Geschäft

Rostock Von der Idee zum erfolgreichen Geschäft

Denise Schulze von der Industrie- und Handelskammer zu Rostock erklärt, wie das geht.

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Denise Schulze von der Industrie- und Handelskammer zu Rostock erklärt den Weg zum erfolgreichen Geschäft.

Quelle: Kristin Becker

Rostock. Mit einem Geistesblitz reich werden – davon träumen viele. Um ein erfolgreiches Geschäft aufzubauen, reiche eine gute Idee allein aber nicht aus, sagt Denise Schulze von der Industrie- und Handelskammer zu Rostock. Wer sich Hals über Kopf in die Selbständigkeit stürze, könne schnell scheitern. „Bereitet man seine Existenzgründung aber strategisch vor, kann diese Entscheidung die beste des Lebens sein.“ Wie das geht, verrät die Expertin. In sechs Schritten zur Karriere.

1. Orientierungsphase

„Sie dient der Ideenfindung und -vertiefung“, sagt Denise Schulze. Wer keinen Alleingang plane, bildet ein Team mit anderen Gründungswilligen und bündelt individuelles Knowhow. „Dann werden ein erstes Grobkonzept erstellt, Zielgruppen definiert und die Markttauglichkeit überprüft.“ Um den Entwicklungsprozess voranzubringen, sei es wichtig, erste Gespräche zu führen, ob die gewählten Zielgruppen für die Geschäftsidee überhaupt aufgeschlossen sind. „Feedback einholen und Kritik zulassen“, rät Schulze.

2. Planungsphase

Nun geht’s an die intensive Planung. Es wird z.B. ein Prototyp erstellt und anhand von Produkt- oder Dienstleistungstests, Marktanalysen oder Studien auf Markttauglichkeit geprüft. Aus dem Grobkonzept wird ein Businessplan. „Damit einher gehen Überlegungen zur Wahl der Rechtsform, Preispolitik, zu Marketing und Vertrieb, Chancen und Risiken, zur Personal- und Finanzplanung“, erklärt Schulze. Gerade Letzteres sei entscheidend. Die wichtigsten Elemente hierbei seien Kapitalbedarfs-, Rentabilitäts-, Ertrags-, Liquiditäts- sowie Finanzierungsplanung. „Die Zahlen hierfür sollten realistisch und nachvollziehbar sein.“ So sollten beim Kapitalbedarf auch Verluste oder Engpässe in der Anlaufphase einkalkuliert werden, damit das Startup liquide bleibt. Wird eine externe Finanzierung notwendig, sollten Gründer alle Möglichkeiten prüfen, abwägen und gegebenenfalls kombinieren.

3. Unternehmensgründung

Jetzt kann das Unternehmen beim zuständigen Gewerbeamt oder auch beim Handelsregister angemeldet werden. „Die Finanzierung des Kapitalbedarfs muss nun auf die Beine gestellt und das Unternehmen mit Liquidität versorgt werden“, erklärt Schulze. In dieser Phase entstünden die ersten Kostenblöcke, die es zu begleichen gelte. „Nach einer erfolgreichen Finanzierung rücken die Produktion sowie Marketing und Vertrieb in den Vordergrund.“ Vereinbarung über Kooperationen oder langfristige Geschäftsbeziehungen müssen geschlossen und Kunden akquiriert werden. Das Unternehmen geht in die operative Geschäftstätigkeit über, erste Umsätze müssen her. „In dieser Phase des Unternehmenslebenszyklus geht es hauptsächlich darum, am Markt wahrgenommen zu werden.“

4. Aufbauphase

Wird die Arbeitslast für das ursprüngliche Gründerteam zu hoch, ist es an der Zeit, Mitarbeiter einzustellen, die auch neues Knowhow einbringen. „Fehlende Kompetenzen können so ausgeglichen werden“, sagt Schulze. Die Prozesse und Abläufe werden professionalisiert. „Der Markt und dessen Entwicklung müssen intensiv beobachtet werden, um schnell darauf reagieren zu können.“

5. Wachstumsphase

Das Unternehmen hat sich am Markt etabliert und wird nun bald den Break-Even-Point, die Gewinnschwelle, erreichen. Gerade jetzt seien betriebswirtschaftliche Kenntnisse zwingend notwendig. Neue Märkte und Zielgruppen sowie die Erweiterung des Angebots rücken in den Fokus und zeigen Chancen, aber auch Risiken auf. „Oftmals sind erste Umstrukturierungen und weiteres Personal nötig. Das Marketing wird ausgeweitet und aggressiver gestaltet. Auch hier kann eine weitere Finanzierungsrunde notwendig werden.“

6. Reifephase

Die ersten Jahre sind mit Erfolg gemeistert. Kein Grund, sich zurückzulehnen, sagt Schulze. „Nun gilt es, die gewonnen Marktanteile zu halten und sich auf die Zukunft vorzubereiten. Die Kooperation mit neuen Partnern und die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen können einen neuen Aufschwung bringen.“ Welche Zukunftsmärkte versprechen lukrative Geschäfte? Das sollten Jungunternehmer stetig analysieren. Zeitgleich müssten Abläufe im eigenen Betrieb immer wieder hinterfragt und bei Bedarf angepasst werden. Grundsätzlich sei diese Liste auf jede Unternehmensgründung anzuwenden, sagt Schulze. „Bei gastronomischen Betrieben kommen selbstverständlich noch andere Voraussetzungen hinzu, etwa die Beantragung einer Konzession für den Ausschank von Alkohol.“

Antje Bernstein

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