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Wasser-Pakt: 50 Millionen extra für die Stadtkasse?

Rostock Wasser-Pakt: 50 Millionen extra für die Stadtkasse?

Eurawasser will weiter mitverdienen. Diesen Dienstag kommt es zu einem Geheimgipfel im Rostocker Rathaus.

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Ekaterina Kaschapowa (22) prostet der Skulptur „Die Trinkende“ zu (Symbolbild). Der Wasser-Pakt könnte die Rostocker teuer zu stehen kommen.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. Will das Rostocker Rathaus seinen Haushalt auf Kosten der rund 260 000 Wasserkunden in Stadt und Umland sanieren? Nach OZ-Informationen drängen Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) und Finanzsenator Chris Müller (SPD) darauf, den privaten Versorger Eurawasser weiterhin am Geschäft zu beteiligen. Der Grund: Wenn die Tochterfirma des Wasser-Riesen Remondis künftig im Rostocker Wassergeschäft mitmischen darf, könnten auf einen Schlag bis zu 50 Millionen Euro in die klamme Stadtkasse fließen. Rostock wäre damit mehr als die Hälfte seiner Schulden los. Problem: Kritiker sagen, das Geld könnten am Ende die Kunden zahlen müssen.

100 Millionen Euro Schulden hat die Hansestadt aktuell. Erhält die Stadtkasse die 50 Millionen Euro aus dem Wasser-Deal, bräuchte die Stadt für Investitionen und neue Kredite keine Genehmigungen des Landes mehr.

Eigentlich wollen der zuständige Warnow-Wasser- und Abwasser-Verband (WWAV) und die Hansestadt die Wasserversorgung wieder in eigene Hände nehmen. Der Vertrag mit Eurawasser wurde gekündigt, eine Tochterfirma von Stadt und WWAV mit Namen Nordwasser soll ab 2018 übernehmen und Gebühren um zehn Prozent senken. Doch Remondis lockt mit richtig viel Geld für den Stadthaushalt: Wenn der Konzern weiterhin mitverdienen darf, garantiert er Rostock mehr als zwölf Millionen Euro pro Jahr. Und: Die Stadt könnte noch weitere 50 Millionen Euro auf einen Schlag einstreichen.

Doch Kritiker halten das geplante Konstrukt für Rostocks Wasserversorgung für fragwürdig. Vor allem zwei Punkte sind umstritten. Bei denen geht es um die Rolle, die der WWAV in den Überlegungen von Remondis und Rathaus spielen soll. In beiden Fällen soll der WWAV Geld zahlen. Geld, das der Verband größtenteils über Gebühren – also von den Kunden – reinholen muss. Der erste Punkt betrifft die 50 Millionen Euro Sonderzahlungen für Rostock. Wenn 2018 Nordwasser wie bislang geplant an den Start soll, muss der WWAV von Eurawasser das so genannte Anlagevermögen übernehmen – Fahrzeuge, Material, Leitungen. 170 Millionen Euro sind dann fällig, einen Teil davon hat der Verband angespart. Bleibt Remondis aber im Geschäft wäre diese Übernahme unnötig. Der WWAV soll stattdessen seine Rücklage und weitere 30 Millionen Euro aus neuen Krediten an die Stadt zahlen.

Der zweite strittige Punkt: Bleibt das Anlagevermögen bei einer möglichen, noch zu gründenden Tochter von Stadt und Remondis, müsste der WWAV die Sachwerte auf dem Papier „mieten“ – für bis zu sechs Prozent Zinsen. „Auf 20 Jahre kostet das 400 Millionen Euro. Auch die müssen von den Gebührenzahlern kommen“, so ein Insider. Die Stadt reagierte am Montag nicht auf Anfragen zu dem Thema. Auch Remondis hat sich bisher nicht offiziell zu Details geäußert.

Andreas Meyer

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