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Zahl der Studenten sinkt auf Tiefststand

Uni Rostock: Gute Stimmung bei Hochschülern, aber auch Sorge vor Erhöhung des Semesterbeitrags Zahl der Studenten sinkt auf Tiefststand

Rektor Schareck trotzdem zufrieden / Landeskultusminister Brodkorb (SPD) sieht jedoch Handlungsbedarf

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Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Es ist ein neuer Tiefstand: 13 766 Studenten sind an der Uni Rostock im Wintersemster 2015/2016 eingeschrieben gewesen — so wenig wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. Doch unzufrieden ist die Hochschule damit nicht. Im Gegenteil. „Wir sind deutlich besser, als es uns die Prognosen vorausgesagt haben“, so Uni-Rektor Wolfgang Schareck.

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Rektor Schareck trotzdem zufrieden / Landeskultusminister Brodkorb (SPD) sieht jedoch Handlungsbedarf

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Experten haben mit rund 10000 Studenten für das Wintersemester 2015/2016 gerechnet, so Schareck. Grund: Wegen der geburtenschwachen Jahrgänge und dem Bevölkerungsrückgang in Mecklenburg- Vorpommern gibt es weniger Schulabgänger — und damit weniger potenzielle Studenten. Laut Schareck kamen in der Vergangenheit mehr als 50 Prozent der Studenten aus dem Nordosten.

Kurios: Zwar sinkt die Gesamtzahl der Studenten an der Uni Rostock seit 2011 (15 236) kontinuierlich — die Zahl der Studienanfänger aber steigt von 2034 im Jahr 2014 auf aktuell 2321. Hat die Uni zu viele Studienabbrecher? Nein, sagt Uni-Sprecherin Jana Powilleit. Ein Grund für die Entwicklung sei, dass die doppelten Abiturjahrgänge allmählich aus dem Studium ausscheiden würden. Zudem gebe es Schwierigkeiten, Bachelor-Absolventen für ein Masterstudium an der Uni Rostock zu halten. „Hier können wir besser werden“, sagt Patrick Kaeding, Prorektor für Studium, Lehre und Evaluation.

Laut Rektor Schareck spielten hier auch „infrastrukturelle Nachteile“ in der Region eine Rolle. So habe die Uni in der Physik zum Beispiel die besten Wissenschaftler und tolle Bedingungen, aber die Chancen, nach dem Abschluss einen Job an der Hochschule zu finden, seien eher gering. Viele würden sich daher für ein Masterstudium in einer Umgebung mit mehr Berufsperspektive entscheiden.

Laut aktueller Prognosen bleibe die Zahl der Studenten in den nächsten Jahren konstant. Und das sei für die Universität wichtig — auch weil davon finanzielle Fördermittel abhängen, wie Unikanzler Jan Tamm verdeutlicht. Zum Beispiel die Vergabe von Geld aus dem Hochschulpakt: Die Zielzahl liege hier bei 1958 Studienanfängern. Ein Wert, den die Uni Rostock im Moment mit 2321 locker toppen könne.

Über den Hochschulpakt würden bis zum Jahr 2020 rund 40 Millionen Euro verteilt, so Tamm.

Landeskultusminister Mathias Brodkorb (SPD) sieht dennoch Handlungsbedarf. Denn zusammengerechnet lägen die sechs Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern unter der Zielzahl für den Hochschulpakt des Bundes. „Die Sorgenkinder sind dabei unsere beiden Unis, nicht die Fachhochschulen“, so der Minister. Er setzt sich für eine gemeinsame bundesweite Werbekampagne ein, um mehr Studenten nach MV zu locken. Kosten: eine Million Euro. „750000 Euro würde das Land bereitstellen. Den Rest müssten die sechs Hochschulen zusammen aufbringen“, sagt Brodkorb. Problem: Noch seien nicht alle an Bord.

Die Stimmung unter den Studenten an der Uni Rostock ist derweil gut, sagt Isabelle Pejic, Studentische Prorektorin. „Viele sind noch sehr beeindruckt davon, wie sich die Uni im vergangenen Jahr in der Flüchtlingshilfe engagiert hat.“ So wurden zusätzliche Sprachkurse angeboten und Studenten konnten für die Betreuung von Flüchtlingen ein Urlaubssemester nehmen.

Ein Thema, das den Studenten unter den Nägeln brenne, sei jedoch die mögliche Erhöhung des Semesterbeitrags um 20 Euro. „Davor haben viele Sorge“, sagt Pejic. Hintergrund: Die Einnahmen aus Semesterbeiträgen und Landeszuschüssen, mit denen das Studentenwerk die Mensen der Universität betreibt, reichen nicht mehr aus, um Lücken in der Finanzierung auszugleichen. 600000 Euro beträgt das Defizit. Verhandlungen dazu laufen aktuell, so Pejic.

Exzellenz-Wettbewerbe

Unter dem Motto „Fokussierte Vielfalt“ wird sich die Uni Rostock am Landesprogramm für Exzellenzforschung und an der künftigen Bundesexzellenzinitiative beteiligen. Es geht um mehrere Millionen Euro. Die Uni sieht drei Komplexe, mit denen sie in diesen Wettbewerben und auch international mithalten könne. Dazu gehöre die Entwicklung von Gefäßstützen (Stents) im Bereich der biomedizinischen Technik. Die Physik habe mit ihrer neuen Infrastruktur und dem Sonderforschungsbereich „Licht trifft Materie“ beste Voraussetzungen. Erfreulich sei auch die Entwicklung der Phosphorforschung.

Fünf Bauprojekte an der Uni geplant

Fünf Bauprojekte sind an der Uni Rostock in den nächsten Jahren geplant. Wie Andreas Werner vom Baudezernat gestern informierte, soll bis 2019 in der Südstadt der Erweiterungsbau der Chemie fertiggestellt sein. Noch im gleichen Jahr soll auch die Forschungshalle für die Maschinenbauer eröffnet werden. Für 2020 ist die Übergabe des E-Technikums am Campus Südstadt terminiert. In der Schillingallee soll das Biomedicum entstehen. Am längsten dürften hingegen die Arbeiten am Ulmencampus dauern: Hier sollen bis 2025 eine neue Mensa, eine neue Bibliothek und ein neues Institutsgebäude gebaut werden. Foto: Ove Arscholl

Von André Wornowski

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