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Zu hell, zu grell, zu störend: Die KTV will weniger Werbung

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Zu hell, zu grell, zu störend: Die KTV will weniger Werbung

Im Stadtteil nehmen die Reklamen inzwischen überhand, sagt der Ortsbeirat / Besonders blinkende Flächen nerven die Anwohner / Eine Satzung soll für das richtige Maß sorgen

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Es sind vor allem die blin- kenden Sachen, von denen wir genervt sind.“Anette Niemeyer, Ortsbeirat KTV

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Blinkende Casinowerbung, gleißende LED-Leuchtreklamen und Riesenplakate — das Stadtbild der KTV ist inzwischen stark durch Werbeflächen geprägt.

 

OZ-Bild

Vor allem die LED-Leinwand über dem Netto, direkt an der Straße, sorgt in der Stadt immer wieder für Diskussionen. Fotos (2): Ove Arscholl

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Weil genau das nicht nur die Anwohner und den Ortsbeirat, sondern auch die Stadt stört, ist nach einem Beschluss der Bürgerschaft nun eine Werbesatzung für das Gebiet in Arbeit. Damit will die Stadt das richtige Maß für die Werbung im öffentlichen Raum festlegen.

„Es sind vor allem die blinkenden Sachen, von denen die Anwohner genervt sind“, berichtet Anette Niemeyer (Aufbruch 09), Vorsitzende des Ortsbeirats KTV. Einige Beschwerden habe es beispielsweise zu den Leuchtreklamen einer Spielothek in der Wismarschen Straße und eines Casinos in der Doberaner Straße gegeben. „Wir finden es wichtig, dass es dafür Richtlinien gibt“, sagt Niemeyer. Sonst bestehe aus Sicht des Ortsbeirats die Gefahr eines Wettrüstens der ansässigen Gewerbe. „Wenn der eine leuchtende Buchstaben hat, muss der andere nachziehen und lässt seine Werbung blinken. Als Nächstes kommen dann noch größere Buchstaben“, berichtet sie von ihren Befürchtungen.

Dabei respektiere der Ortsbeirat natürlich, dass die Unternehmen auf ihre Leistungen aufmerksam machen müssen. „Solche Regeln sind ja für beide Seiten wichtig.“ So sehe es auch die Stadt, bestätigt Stadtsprecher Ulrich Kunze. „Man muss dabei auch bedenken, dass diese Werbung eine gute Einnahmequelle für die Stadt ist“, so Kunze. 300000 Euro würden jährlich aus der Vermietung von Werbeflächen in die Stadtkasse wandern. „Das Problem ist im Moment nur, dass es Werbung gibt, die nach Baugesetzbuch zulässig ist, die wir aber in der Stadt so nicht haben wollen.“

Die für die Stadt akzeptablen Rahmenbedingungen ließen sich mit einer Werbesatzung festlegen. „Im April und Mai wird eine Analyse vorgenommen, eine Bestandserfassung“, teilt Anja Epper vom Stadtplanungsamt mit. Im Vorfeld habe es bereits Begehungen des Umweltamtes und des Landesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Geologie gegeben, fügt Ulrich Kunze hinzu. „Die Auswertung wird dann etwa bis zum Sommer dauern“, so Epper. Dabei würden auch Empfehlungen des Ortsbeirats und Hinweise zu besonderen Problemstellen berücksichtigt. „Das ist natürlich relativ aufwändig, weil jedes Haus fotografiert oder gefilmt werden muss — im Falle von bewegter oder blinkender Werbung. Dann wird geprüft, was davon tatsächlich stört, was vielleicht bereits geregelt und genehmigt ist“, erklärt die Stadtplanerin.

Die größten Probleme würden die Leuchtreklamen mit wechselnden Bildern an Straßen machen. „Die Leuchttafel am Netto zum Beispiel nervt ja alle. Ich gebe zu, das lenkt sogar mich ab“, erzählt Anette Niemeyer. „Und ich glaube, die laufen sogar nachts.“ Für solche besonders hellen Werbeelemente sei beispielsweise eine Abschaltung in der Nacht sehr wünschenswert.

Es sei ohnehin sehr paradox, dass die Leinwände an der Straße überhaupt stehen dürften, erklärt OZ-Leser Eberhard Schlonski, der sich über den OZ-Buschfunk zu den störenden Werbemitteln in der KTV meldet. „An der Autobahn wurde neulich ein Plakat aufgehängt. Damit haben sich die Täter strafbar gemacht, weil es die Autofahrer ablenkt“, so Schlonski. Die großen Leinwände würden mit ihren wechselnden Bildern in brillanten Farben jedoch für ebenso große, wenn nicht sogar noch mehr Ablenkung sorgen. „Aber das wird nicht als verkehrsgefährdend eingestuft? Wie kann das sein?“ fragt der Rostocker.

Bestandsaufnahme für 15 000 Euro

300 000 Euro verdient die Hansestadt jährlich mit der Vermietung von beleuchteten und unbeleuchteten Werbeflächen. Dafür hat die Stadt zwei Pauschalwerbeverträge mit JCDecaux und mit Ströer.

15 000 Euro kostet die Analyse und die Bestandsaufnahme für die Werbesatzung. Ab April werden alle Flächen fotografiert und gefilmt.

Bis Sommer werden die Auswertungen andauern. Frühestens kurz vor der Sommerpause werden die Ergebnisse im Ortsbeirat vorgestellt.

Von Nele Reiber

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