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Wirtschaftsforum: Marine bringt Rostock das große Geschäft

Stadtmitte Wirtschaftsforum: Marine bringt Rostock das große Geschäft

Die Sail ist nicht nur Segelfest: An Land und auf See geht es um Aufträge, Geld und Wirtschaft

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Peter Spieß (IHK), Brigadegeneral Gerd Kropf, Unternehmer Thomas Bockhold und Jens Rademacher (IHK, v.l.).

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Mit „Wirtschaftsfaktor Bundeswehr“ ist das 16. Hanse Sail Business Forum gestern im Steigenberger Hotel Sonne überschrieben gewesen. 150 Gäste in Uniform und Anzug diskutieren über Potenziale einer erfolgreichen Kooperation von Bundeswehr und regionaler Wirtschaft.

Sa, 9.30 Uhr, Sail-Brunch von Rostock Business: „Exportschlager deutscher Mittelstand – wie erfolgreiche Unternehmen Märkte erschließen“, Yachthafenresidenz

„Rund 10 500 Soldaten und zivile Mitarbeiter versehen ihren Dienst in Mecklenburg-Vorpommern“, umreißt Brigadegeneral Gerd Kropf die Größenordnung. Sie dienen im Heer, bei Luftwaffe und Marine. Nach der Strukturreform der Bundeswehr habe MV – bezogen auf die Bevölkerung – die meisten Soldaten, konstatiert der Chef des Landeskommandos. Sie arbeiten und leben hier.

„Und wenn nur jeder 30 Euro pro Woche für den Lebensunterhalt hier ausgibt, sind das über eine Million Euro monatlich“, ergänzt Jörg Hoyer vom Bundeswehrdienstleistungszentrum Rostock, das den personellen und materiellen Bedarf der Streitkräfte sichert und für mehr als 7000 Soldaten und Mitarbeiter in verschiedenen Dienststellen zuständig ist. 623 Gebäude befinden sich in den Liegenschaften, die müssen mit Strom, Wärme und Wasser versorgt werden: „Kostenpunkt 6,3 Millionen Euro“, sagt Behördenleiter Hoyer. Für Dienstleistungen, wie Entsorgung, Glas- und Gebäudereinigung, Wartung technischer Anlagen, die zumeist von regionalen Firmen realisiert werden, würden rund 12 Millionen Euro ausgegeben. Allein in die Bewachung der Objekte wurden im vergangenen Jahr 8,6 Millionen Euro gesteckt. „Diese Ausgaben werden steigen in den nächsten Jahren“, so Hoyer. „Denn alle Kasernen, Schiffe und Boote müssen in Zukunft zivil bewacht werden.“

In die Bauunterhaltung der 623 Objekte wurden 2015 insgesamt 12,1 Millionen Euro investiert. Dazu kommen neue Projekte, wie demnächst in Rostock das Multifunktionsgebäude für die Marineführung aus Glücksburg. 53 Millionen Euro werde das Projekt in der Kopernikusstraße verschlingen – ein Riesenauftrag, von dem die regionale Wirtschaft erheblich profitieren werde. Baustart soll noch im September sein, die Fertigstellung sieht Hoyer 2019/2020.

Etwa 800 Soldaten verlassen in jedem Jahr in MV die Bundeswehr. Gut ausgebildete Fachkräfte, 30 bis 40 Jahre alt, die in den Betrieben dringend gebraucht werden. Peter Spieß ist bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock Mittler für die Fachkräftegewinnung zwischen Wirtschaft und Bundeswehr. „Die gute Ausbildung bei der Bundeswehr erleichtert den Soldaten den Wiedereinstieg, und die Firmen der Region profitieren bei der Fachkräftesuche davon“, sagt Spieß.

Doris Kesselring

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