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Wissenschaft marschiert für die Freiheit

Stadtmitte Wissenschaft marschiert für die Freiheit

250 Teilnehmer kommen zur Demonstration gegen „alternative Fakten“

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In Rostock haben rund 250 Wissenschaftler und Studenten für die Freiheit der Wissenschaft demonstriert.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Stadtmitte. Die Studentin geht an der Seite des Uni-Rektors, der wissenschaftliche Mitarbeiter demonstriert neben dem Direktor eines Forschungsinstituts – 250 Teilnehmer zählte der Rostocker Marsch für die Wissenschaft am Sonnabend. In weltweit 500 Städten demonstrierten Menschen gegen zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit und „alternative Fakten“. Aufgerufen hatte der Verein „Rostock denkt 365°“.

„Die Demonstration soll ein Bekenntnis zur Wissenschaft sein“, erklärt Mitorganisator Professor Uwe Freiherr von Lukas vom Fraunhofer IGD. Hintergrund der weltweiten Demonstrationen sind zunehmende Beschränkungen, denen Forscher ausgesetzt sind, wie Einreiseverbote, die die USA verhängen will, Einschränkungen türkischer Wissenschaftler oder extrem starke finanzielle Engpässe an griechischen Universitäten. „Wir sind für die Freiheit der Wissenschaften, gegen Diskriminierung und Vorurteile auf die Straße gegangen“, sagt Uni-Rektor Wolfgang Schareck bei der Abschlusskundgebung. „Wir sind auf Weltoffenheit und internationalen Austausch angewiesen.“ Die Hochschule für Musik und Theater brauche die Möglichkeit, Menschen aus allen Teilen der Welt aufzunehmen, ergänzt Rektorin Susanne Winnacker.

Besonders ärgert Wissenschaftler das Gerede von „alternativen Fakten“. „Wissenschaftliche Befunde sind das Beste,was wir haben“, sagt Cornelius Hammer, Präsident des Internationalen Rates für Meeresforschung. Von alternativen Fakten zu reden sei „die moralische Legitimierung der Unwahrheit“. Ulrich Bathmann, Chef des Warenmünder Instituts für Ostseeforschung, spricht von Lügen. „Fakten sind das Beste, was wir haben.“ Sie müssten akzeptiert werden, bis das Gegenteil bewiesen sei. Wissenschaft liefere auch empirische Befunde, die Grundlage für informierte Entscheidungen sind – im Privaten wie in der Politik. Darüber waren sich die Teilnehmer von Studenten bis zum Uni-Rektor einig.

Thomas Niebuhr

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