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Wohnungssuche mit Bello wird immer schwieriger

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Wohnungssuche mit Bello wird immer schwieriger

Frust bei Hundebesitzern / Mieterverein spricht von Diskriminierung

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Wir müssen die verschiedenen Interessen abwägen.Carsten Klehn, Pressesprecher der Wiro

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Daniel Polzin aus Rostock ist frustriert. Seit mehr als zwei Monaten ist er auf der Suche in Evershagen und hat bisher nur Absagen bekommen. Der Grund: sein Akita Inu „Chiko“. „Leider wird einem mit einem Hund als Haustier ein Strick daraus gedreht“, bedauert Polzin. Er hätte sich bei allen großen Wohnungsgesellschaften beworben sowie auf bekannten Immobilienportalen. Von über 50 Wohnungen, für die er sich interessierte, durfte er sich nur sechs angucken. „Es ist der Wahnsinn. Ich habe es für schwierig gehalten, aber dass einem so viele Steine in den Weg gelegt werden, hätte ich nicht gedacht.“ Die Tatsache, dass er damit nicht alleine ist, bestätigt für den Mieterverein, dass es sich hier um eine Form von Diskriminierung handelt.

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Frust bei Hundebesitzern / Mieterverein spricht von Diskriminierung

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„So viel Leerstand gibt es bei uns gar nicht“, erwidert Jeannine Harder, Abteilungsleiterin der Wohnungsgenossenschaft Schifffahrt-Hafen. „Es gibt Häuser, in denen tatsächlich keine Hunde erlaubt sind, aber das hängt meistens von den Mietern ab.“ Es gäbe ein riesiges Angstpotenzial bei den Leuten und das müsse man respektieren. Ein generelles Hundeverbot gibt es aber nicht.

„Wir wollen eine gute Struktur schaffen und dazu gehört auch, dass sich das Tier wohlfühlt“, so Harder. Deshalb werden Obergeschosswohnungen kaum an Besitzer von großen Hunden vermittelt. „Durch die vielen Treppenstufen leidet das Tier früher oder später und wer kann schon einen ausgewachsenen Schäferhund in den fünften Stock tragen?“

Vor dem Einzug mit Hund müssen alle Mieter zustimmen

Auch die Wiro zeigt sich Hundebesitzern gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. „Aber wenn mehrere Menschen unter einem Dach leben, müssen wir die verschiedenen Interessen abwägen“, sagt Carsten Klehn, Pressesprecher der Wiro. Vor Einzug des Vierbeiners müssen alle Mieter im Gebäude zustimmen, dann stehe dem Glück nichts mehr im Weg.

In Häusern mit Fahrstühlen sind Hunde allerdings nicht gestattet. Sogenannte Listenhunde sind generell auch ausgeschlossen. Das ist bei der Wohnungsgenossenschaft Schifffahrt-Hafen anders: „Wenn die Besitzer alle Auflagen erfüllen und die Leinenpflicht im Gebäude berücksichtigen, gibt es kein Problem“, bestätigt Jeannine Harder. Wieso Daniel Polzin dann trotzdem nur Absagen bekommt, versteht der 25-Jährige nicht. „Manchmal wurde ich noch am Morgen vor dem Besichtigungstermin angerufen und ausgeladen. Ständig musste ich meinen Arbeitsplan umlegen“, berichtet Polzin entnervt. Bei seinem aktuellen Vermieter in der KTV ist der Hund kein Problem, aber wegen seiner Freunde möchte der Lotterie-Angestellte nach Evershagen ziehen, auch „weil die Wohnung langsam zu eng wird mit so einem großen Hund.“

„Das grenzt an Diskriminierung“, sagt Kai-Uwe Glause, Geschäftsführer des Mietervereins. Die Vermieter könnten sich mittlerweile ihre Mieter aussuchen und da wäre es keine Überraschung, dass sie sich für die bequemere Mietpartei entscheiden. Bei Hunden bestünde zudem noch die Gefahr, dass die Wohnung stärker abgenutzt wird. „Das ist eine schwierige Angelegenheit für Hundebesitzer.“ Die unbefriedigende Realität, bedauert Glause, sei, dass Wohnungssuchende mit Vierbeinern auf entspanntere Marktzeiten hoffen müssen. Wann das so weit ist? „Jedenfalls nicht sehr bald.“ Im Extremfall könne man sogar juristisch dagegen vorgehen.

Kleintiere, wie Hamster, Ziervögel oder Fische sind kein Problem, das ist bei allen Wohnungsgesellschaften gleich. Carsten Klehn von der Wiro rät allerdings besonders bei der Anschaffung von exotischen Tieren, den Vermieter um Erlaubnis zu fragen. „Die artgerechte Haltung ist in einer Mietwohnung kaum möglich.“Auch im Sinne der Tiere sollte eine Anschaffung gut überlegt sein. Um seinen gefiederten Freund, dem Pennantsittich „Püppi“, muss sich Polzin trotz der ungewöhnlichen Lautstärke aber keine Sorgen machen. Kurz vor Redaktionsschluss hat Polzin dann noch eine gute Nachricht: Er hat eine Wohnung bei der Wiro bekommen. Alle Mieter sind mit „Chiko“ einverstanden.

Julia Fischer

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