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Wurzelwerke, Frost-Diät und ein schlauer Kinderheld

Stadtmitte Wurzelwerke, Frost-Diät und ein schlauer Kinderheld

Beim Pitchlab haben Jungunternehmer ihre kreativen Geschäftsideen vorgestellt

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Drei kreative Köpfe und ein plüschiger Kinderheld: Beim Pitchlab haben Christian Petkov, Franka Lübcke und Lars Engelbrecht (v.l.) dem Publikum verraten, wie sie ihre Ideen zu erfolgreichen Unternehmen machten. Lars Engelbrecht bekam dabei Verstärkung von Handpuppe Gretzo. FOTO: ANTJE BERNSTEIN

Stadtmitte. Im Studio von Franka Lübcke bekommen Kunden ihr Fett weg. Dabei geht die 26-Jährige buchstäblich eiskalt zu Werke: Mit Minusgraden lässt sie Speckröllchen schmelzen und rückt Reiterhosen zu Leibe. In der Grubenstraße betreibt Franka Lübcke das Kryolipolyse-Zentrum „Let’s shape“. Ihr Angebot: Abspecken mit Kälte. Möglich macht das ein spezielles Verfahren. Dabei werden mit einem Vakuum-Applikator jene Problemzonen angesaugt, die trotz Sport und Diät nicht verschwinden wollen. Das Gewebe wird dann bei Temperaturen zwischen null und minus neun Grad Celsius eine Stunde lang gekühlt. „Dabei sterben die Fettzellen ab“, erklärt Lübcke. Je nach Kunde seien die ersten Erfolge zwölf Wochen nach der Behandlung sichtbar – ohne Narben und OP.

Schmerzhafte Frostbeulen müsse niemand befürchten. „Es fühlt sich an wie ein Eiswürfel auf der Haut.“

Ihre coole Geschäftsidee hat Franka Lübcke gestern passenderweise in der Iglu-Bar am Radisson-Hotel vorgestellt. Dort ging das Pitchlab in die nächste Runde. Bei der Veranstaltungsreihe geben Jungunternehmer in lockerer Atmosphäre ihre Gründer-Geschichten zum Besten. Franka Lübcke hat den Schritt in die Selbstständigkeit Ende Januar gewagt. Seither hat sie schon um die 300 Kunden verschlankt. Für Gründer und die, die es vielleicht noch werden wollen, hat die Frost-Diät-Fachfrau ein paar heiße Tipps parat. „Man braucht eine gute Idee, eine große Portion Mut, gründliche Vorbereitung und am besten einen Plan B für den Fall, dass es nicht klappt.“

„Man darf sich von niemandem von seiner Idee abbringen lassen“, ergänzt Lars Engelbrecht. Der 38-Jährige hat das Geschichtenerzählen zum Geschäft gemacht. In Büchern, Hörspielen und Filmen erklärt er Kindern mit viel Witz die Welt. „Am Anfang haben alle meine Kumpels mit dem Kopf geschüttelt und gesagt, davon könnte ich nie leben, das sei Quatsch.“ Er beweist ihnen das Gegenteil. Seit zwei Jahren verdient der Sozialarbeiter mit seiner Firma „Engel-Finder“ sein Geld. Held seiner Lach- und Sachgeschichten ist das schlaue Gretzo. Die Handpuppe erlebt so manches Abenteuer, von denen Engelbrecht landesweit bei Auftritten erzählt. Auch gestern beim Pitchlab durfte eine Showeinlage nicht fehlen. Genügend Bühnenerfahrung bringt Engelbrecht mit. „Ich habe zehn Jahre lang Mittelalterrock gemacht.“ Heute singt und komponiert er mit Leib und Seele Kinderlieder.

Das Gründertrio beim gestrigen Pitchlab komplettierte Christian Petkov, der zusammen mit Reiko Rosin in Groß Stove die Firma For Tomorrow führt. Die beiden Männer eint die Liebe zu Materialien mit Geschichte, insbesondere zu altem Holz. Eigentlich selbstständige Dachdecker beziehungsweise Metallbauer, begannen sie vor zwei Jahren, erste Skulpturen zu designen und zu bauen. Aus alten Buhnen, im Sturm umgestürzten Bäumen, weggeworfenen Balken, die eigentlich im Osterfeuer landen sollten, entstanden zunächst Leuchter, Schalen, Designobjekte. Und nach und nach auch Möbel. „Wir gehen mit offenen Augen durch die Welt“, erklärt Rosin. So bekamen sie zum Beispiel uralte Balken von der Rostocker Marienkirche geschenkt, die bei Sanierungsarbeiten gegen neue ersetzt worden waren.

Rosin: „Die waren viel zu schade zum Wegwerfen.“ Die Philosophie des Duos: Upcycling, Wiederverwertung. „Wir fällen keine Bäume, sondern nutzen ausschließlich altes Holz und geben ihm ein neues Leben“, erklärt Christian Petkov. Und so werden aus alten Koppelpfosten einzigartige Tische, aus Baumwurzeln phantastische Skulpturen. „Manchmal bringt uns auch jemand ein uraltes Stück Holz in die Werkstatt – und wir machen daraus gemeinsam etwas neues“, erklärt er. Verkauft werden die Unikate nicht nur im Internet (for-tomorrow.de) oder direkt aus der Werkstatt in Groß Stove, sondern auch in Läden von Freunden und Partnern – in Architekturbüros, Möbel-, Blumen- und Friseurläden.

Ideenschmiede in drei Städten

Um Apps und ihre Entwicklung geht es beim nächsten Pitchlab im OZ-Studio (Richard- Wagner-Str. 1a) am 23. Februar 2017. Unter anderem mit dabei: Oscar Schröder, Chef von MyFoodHero.

Interessenten können sich unter www.pitchlab.de anmelden. Für Musik, Snacks und Getränke ist gesorgt, der Eintritt ist frei.

Das Pitchlab hat der Organisator Maik Herfurth übrigens gerade exportiert. Neben Rostock finden die Treffen nun auch in Greifswald statt. Dort feiert die Veranstaltungsreihe morgen Premiere. In Schwerin soll es sie demnächst ebenfalls geben.

Antje Bernstein und Thomas Luczak

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Drei kreative Köpfe und ein plüschiger Kinderheld: Beim Pitchlab haben Christian Petkov, Franka Lübcke und Lars Engelbrecht (v.l.) dem Publikum verraten, wie sie ihre Ideen zu erfolgreichen Unternehmen machten. Lars Engelbrecht bekam dabei Verstärkung von Handpuppe Gretzo.

Bei der Veranstaltungsreihe Pitchlab haben am Dienstag in Rostock kreative Köpfe ihre spannenden Gründergeschichten erzählt.

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