Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regen

Navigation:
YouTuber Nico: Von der Warnow auf den roten Teppich

Influencer aus MV YouTuber Nico: Von der Warnow auf den roten Teppich

Nico Serapins ist 19 Jahre alt und versorgt seine rund 85 000 Zuschauer mit Videos auf seinem YouTube-Kanal „TutorialCenter“. Mit der OSTSEE-ZEITUNG spricht er über seinen Alltag und seine Flucht vom roten Teppich.

Voriger Artikel
Bootsunfall vor Usedom: Kaum Hoffnung, Gekenterten lebend zu finden
Nächster Artikel
Reformation: Landesbischof betont die Würde jedes Einzelnen

Nico Serapins aus Rostock erklärt als „TutorialCenter“ seinen Zuschauern auf YouTube die technische Welt.

Quelle: privat

Rostock. Für die einen ist es der Traumjob. Manche sehen darin den Verfall unserer Gesellschaft. Für wieder andere klingt es schlichtweg nach einer Virusgrippe. Mit den sogenannten Influencern hat sich ein neuer Berufszweig in den Medien etabliert. Der Begriff stammt aus dem Englischen (to influence: beeinflussen) und meint Menschen, die großen Einfluss haben, weil ihnen viele Leute in den sozialen Medien folgen. Oft machen sie Marketing und bewerben auf ihren Kanälen Produkte. Die OSTSEE–ZEITUNG stellt in einer Serie drei Influencer aus MV vor. Heute: Nico Serapins (19) aus Rostock.

DCX-Bild

Nico Serapins ist 19 Jahre alt und versorgt seine rund 85 000 Zuschauer mit Videos auf seinem YouTube-Kanal „TutorialCenter“. Mit der OSTSEE-ZEITUNG spricht er über seinen Alltag und seine Flucht vom roten Teppich.

Zur Bildergalerie

Nico Serapins ist 19 Jahre alt und hat in seinen jungen Jahren schon einen Bekanntheitsgrad erreicht, den man Jugendlichen seines Alters für gewöhnlich nicht zutraut. Der gebürtige Rostocker veröffentlicht im Internet seit Jahren Filme auf der Videoplattform YouTube und konnte mit rund 85 000 Abonnenten bereits einen großen Erfolg erzielen. So ist er etwa häufiger Gast auf national renommierten Events wie dem „Webvideopreis“, den „Videodays“ und der „Gamescom“.„Angefangen hat alles mit einem Kindergarten-Projekt, als ein Medienpädagoge zu uns kam“, beschreibt er seine früh entstandene Leidenschaft für Videoproduktion. In seinem YouTube-Kanal „TutorialCenter“ veröffentlicht er heute Videos, in denen er seinen Zuschauern in jeweils fünf bis fünfzehn Minuten eine große Bandbreite an technischen Anleitungen gibt. Von einfachen Tipps zu Bildbearbeitung und Kameraführung bis hin zu komplexen Beschreibungen, wie man die Leistung seines Rechners verbessert: Der junge YouTuber deckt vieles ab, was den Zuschauern in Zeiten der modernen Technik nützlich ist.Auf YouTube kam der damalige Schüler durch einen guten Freund, mit dem er zunächst Videos über das Videospiel „Minecraft“ veröffentlichte und bereits dort Tipps und Tricks präsentierte, die Spielern weiterhelfen sollten. Auf die Frage, wie sich die Themen des Kanals von Gaming zu technischen Tutorials entwickelten, antwortet er scherzhaft: „Ich wurde früher bei technischen Problemen von Freunden immer wieder das Gleiche gefragt und hatte irgendwann keine Lust mehr, jedem das Gleiche zu erklären. Dann hab ich eben ein Video gemacht.“ Mit der OSTSEE-ZEITUNG spricht der 19-Jährige über sein Leben als YouTuber.

OZ: Wie kann man sich einen durchschnittlichen Arbeitstag bei dir vorstellen? Wie ist es, sein eigener Chef zu sein?

Nico: Ich habe auch einen Rhythmus am Tag - das ist mir wichtig. Ich stehe morgens recht früh auf und bin so gegen 8 Uhr im Büro. Dann nutze ich meine schöne weiße Tafel, um meine täglichen und wöchentlichen Ziele aufzuschreiben. Ich finde es wichtig zu wissen, was man erreichen möchte. Dann ist erstmal Arbeitszeit, in der ich dann fokussiert an Dingen schreibe, Videos produziere und so weiter. Dinge zum Beispiel, wie jetzt dieses Interview oder Beratungsgespräche mache ich dann am Nachmittag.

Hat sich das auf deine Schul- und Freizeit ausgewirkt?

Ja, auf jeden Fall. Die Freizeit neben der Schule hat sich mit YouTube recht gut ausgefüllt. Zeit für Freunde zum Beispiel war zwar da, aber es bleibt wenig Zeit mehr für andere Hobbies. Das ist schade, das bereue ich auch etwas.

Dafür hast du aber bestimmt andere interessante Dinge erlebt, oder? Was war die skurrilste oder spannendste Geschichte, die du durch deine Karriere als YouTuber erlebt hast?

Ich weiß noch, wie ich beim Webvideopreis plötzlich auf dem roten Teppich stand und mich etwas unwohl fühlte. RTL kam zu mir, hielt mir das Mikrofon hin und ich habe mich dann aus dem Staub gemacht.

Mit deiner hohen Reichweite kann man dich auch als Influencer bezeichnen. Damit werden auch unnötige Produktplatzierungen und Geldmacherei assoziiert. Wie ist das aus deiner Sicht?

Ich hab durchaus schon sehr positive Erfahrungen und gute Kooperationen in der Vergangenheit mit Unternehmen gemacht. Manchmal mache ich die Anfrage, öfter kommt es von Unternehmen. Das ist ein ganz klares Standbein des Kanals. Das ist auch Finanzierungsgrundlage und ja, Produktplatzierungen gehören dazu und dafür habe ich im Kopf immer so ein paar Richtlinien - ein paar Dinge im Hinterkopf, sodass ich weiß, was ich machen möchte und was nicht. Das muss zum Beispiel einen Mehrwert für den Zuschauer bieten. Das ist ganz wichtig und oberste Priorität.

Was sagt deine Familie eigentlich zu der ganzen Sache? Menschen in deinem Alter müssen sich ja häufig Sprüche anhören wie: „Mach' doch mal nen ordentlichen Job, lass dich irgendwo anstellen.“ War das bei dir auch so?

Klar, gerade von meinen Eltern musste ich mir sowas anhören. Aber die sind da heute sehr entspannt und ich bin selbst der Überzeugung, dass man irgendwo eine Sicherheit braucht, weil das Ganze so etwas Schnelllebiges ist. Das kann einen Tag gut laufen und am nächsten Tag schon wieder vorbei sein. Deswegen studiere ich jetzt zusätzlich Medienmanagement.

Auf die Frage, wie er sich seine Zukunft vorstellt, antwortet Nico enthusiastisch: „Ich möchte weiter eigenständig entscheiden, wie ich meinen Tag gestalte und ihn mit Dingen gestalten, die mir Spaß machen aber die auch anderen Leuten weiterhelfen.“

Anh Tran

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

DCX-Bild
Bloggerin Ulrike: Von Melonenpizza und Turnschuhen

Die Rostockerin Ulrike Kulling (25) bloggt regelmäßig über ihren sportlichen Lifestyle und denkt sich kreative Rezepte aus. Damit erreicht sie etwa 10 000 Leser.