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Ziegenhof sucht Geldgeber für Käserei

LANGEN TRECHOW Ziegenhof sucht Geldgeber für Käserei

Besitzerin Nicole Deinl setzt auf „Crowdfunding“-Aktion / Die 45-Jährige stellt bereits Seife her

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Nicole Deinl (45) möchte mit der Milch ihrer 20 Ziegen neben Seifen nun auch Käse herstellen. Dafür braucht sie finanzielle Hilfe.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Langen Trechow. Das Gebäude steht bereits, nur die Inneneinrichtung für eine Ziegenkäserei fehlt noch. Und dafür braucht Nicole Deinl – von allen nur „Ziegen-Elli“ genannt – Geld. Mit Hilfe von „Crowdfunding“, also einer „Schwarmfinanzierung“, bei der Menschen via Internet Spendensummen überweisen können, will die 45-Jährige Milchkessel, Pasteurisator und Edelstahlmöbel anschaffen können. In den nächsten Tagen soll das Projekt online bereit stehen, unter dem Namen „Zickenzeug“.

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Besitzerin Nicole Deinl setzt auf „Crowdfunding“-Aktion / Die 45-Jährige stellt bereits Seife her

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Die gebürtige Schwerinerin lebt mit 20 Ziegen, zwei Schafböcken, ein paar Schweinen und Hühnern auf einem Hof bei Bernitt. Mit der Milch, die ihre Ziegen geben, stellt sie bereits Seifen her. „Ich habe ein Heilpraktikerstudium gemacht und da helfen mir meine Kenntnisse über Kräuter“, erklärt sie. Die Seifenprodukte seien laborgeprüft, das Ganze sei rein zufällig entstanden. „Ich hatte im vergangenen Winter wenig Milch, wollte sie aber nicht einfach den Schweinen überlassen.“ Sie kam auf die Idee, Ziegenmilch, Öle und Sheabutter mit Wildblumen oder auch Kamille zu mischen. Eine Freundin mit schlimmer Neurodermitis sei ihre erste Kundin gewesen. „Sie hat mich angerufen und war total begeistert, weil sich ihre Haut nach und nach besserte“, erzählt Deinl.

Sie ist motiviert, probiert sich aus, entwickelt eine Haarseife – „zurück zu Omas Wurzeln“ – und eine Seife zum Rasieren. Aber mit mehr angeschafften Ziegen gibt es auch mehr Milch und Deinl träumt schließlich von der Ziegenkäseproduktion. Richtig Neuland ist das für sie nicht mehr: „Ich habe schon häufiger welchen hergestellt als Geschenk für Freunde und Familie.“ Deren Geschmacksnerven habe sie getroffen. Nun will sie auch Fremde mit Variationen, wie der Dill-Rolle, Oregano-Käse und Salat-Käse, überzeugen. Letzterer sei ihre eigene Erfindung. Ein Mittelding aus Feta und Mozzarella, den sie pur und in Öl eingelegt anbieten möchte.

Beinah hätte sie die Käserei schon jetzt fertig gehabt. Doch ihr Mann habe sie sitzen gelassen „und ich stand fast vor dem finanziellen Aus“. Doch sie habe kämpfen wollen, auch ihren Kindern zu liebe. Zwei von insgesamt fünf sind aus dem Haus. Vor allem der 14-Jährige Phil sei aber ihr potenzieller Nachfolger als „Ziegenwirt“. Er habe sie sogar eigenständig einmal beim täglichen Melken vertreten, als sie krank ausgefallen ist.

Auf dem Hof zwischen Bützow und Satow lebt die gelernte Krankenschwester bereits seit 1998. Damals habe sie mit 21 Lämmern angefangen, sie mit der Flasche groß gezogen. Fast als Hobby. Doch als drei der jungen Tiere starben, spezialisierte sie sich nach und nach. „Ich wollte auf keinen Fall, dass mir noch ein Lamm stirbt.“ In der Gegend habe es noch nicht so viele Ziegen gegeben wie heute. Daher sei sie sogar in andere Bundesländer gefahren, um sich Tipps zu holen. „Ich liebe Ziegen einfach. Es sind total clevere Tiere und sie beeindrucken mich mit ihrem Rundumblick.“

Was ist Crowdfunding?

„Schwarmfinanzierung“ wird Crowdfunding gern genannt. Sinn ist es dabei, dass viele Menschen ein Projekt mitfinanzieren, indem sie eine beliebige Summe spenden via Internet. Ist die benötigte Summe zusammengekommen, kann sich jeder Spender über ein Dankeschön freuen, bei Nicole Deinl etwa Ziegenmilch oder Seife. Sollte das Ziel im vorgegebenen Zeitraum nicht erreicht werden, erhält jeder seine Spendensumme zurück.

Crowdfunding „Zickenzeug“: www.ziegenhofdeinl.de

Claudia Tupeit

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