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Zille-Film aus der roten Traumfabrik

Östliche Altstadt Zille-Film aus der roten Traumfabrik

38. Rostocker Stummfilmnacht präsentiert „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“

Östliche Altstadt. Bereits zum 38. Mal wird die Nikolaikirche zum Kinosaal für einen Stummfilm. Gezeigt wird morgen um 20 Uhr „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ von Regisseur Piel Jutzi. Der aus dem Jahr 1929 stammende Film kommt mit musikalischer Live-Begleitung (Dirk Wüstenberg) auf die Leinwand. Er ist einer der ersten realistischen Filme aus der „roten Traumfabrik“ (Prometheus Film) in Berlin.

Nicht die oberen Zehntausend in ihren Villen und teuren Kleidern sind die Stars, sondern die „kleinen Leute“: Kneipengänger, Arbeitslose, Prostituierte und Gelegenheitsgauner aus dem Berliner Milieu.

Heinrich Zille und Käthe Kollwitz waren Paten und Ideengeber für Jutzis Werk. In dem Drama bringt Mutter Krause ihre Familie mit dem Verkauf von Zeitungen durch. Ihre erwachsenen Kinder, Erna und Paul, haben eher den Rummelplatz im Kopf. Um sich etwas hinzuzuverdienen, vermietet Mutter Krause ein Zimmer ihrer Zweiraumwohnung. Aber der Mieter, ein Kleinganove, sorgt für noch mehr Probleme. Als auch noch der Sohn das wenige Geld in der Kneipe vertrinkt, ist guter Rat teuer.

Eine Vielzahl beeindruckender Dokumentaraufnahmen machen den Film besonders wertvoll. Die Zuschauer besuchen eine Urberliner Kneipe. Sie werden über das Straßenleben und das Treiben auf dem Rummelplatz staunen und Feste im Hinterhof und in der Kleingartenanlage miterleben. Der „Zille-Film“ wurde wegen Streitigkeiten um die Urheberschaft bisher selten gezeigt. Die Karten zur Stummfilmnacht kosten zehn beziehungsweise ermäßigt sieben Euro.

OZ

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