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Zoff um neue Fernseher im Südstadt-Klinikum

Südstadt Zoff um neue Fernseher im Südstadt-Klinikum

Kommunale Krankenhäuser gelten deutschlandweit als Problemkinder. Weil sie Verluste machen. Das Südstadt Klinikum in Rostock hingegen gilt als Vorzeigeunternehmen.

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Jan Gundlach ist Elektriker im Klinikum. Er soll Patienten, wie Brigitte Bornhöft (l.) und Ilse Ohm, neue Geräte installieren.

Quelle: Ove Arscholl

Südstadt. Kommunale Krankenhäuser gelten deutschlandweit als Problemkinder. Weil sie Verluste machen. Das Südstadt Klinikum in Rostock hingegen gilt als Vorzeigeunternehmen. Jährlich erwirtschaftet das Krankenhaus Millionen-Gewinne — ohne dass die Patientenversorgung leidet. Nun wird jedoch Kritik laut. Hintergrund: Das Klinikum will das 14 Jahre alte TV- und Telefon-System durch ein modernes Patientenunterhaltungssystem ersetzen. Die Kosten für Anschaffung und Installation liegen bei rund 660000 Euro, wie aus einem internen Papier hervorgeht.

Südstadt-Klinikum erwirtschaftet Millionen-Gewinne

2,36 Millionen Euro hat das Klinikum Südstadt im Jahr 2014 erwirtschaftet. 2,2 Millionen davon gingen an die Stadt für gemeinnützige Zwecke. 167000 Euro wurden als Gewinnrücklage einbehalten.

Die Rostocker CDU spricht von unnötigen Ausgaben. Ein „Leasing-Modell“, das dem Klinikum keine Eigenmittel kosten würde, sei wirtschaftlicher, so die Christdemokraten. Auch der Rostocker Bund hat Zweifel. „Wir werden das gesamte Verfahren zur Prüfung zum Rechnungsprüfungsamt geben“, sagt Sybille Bachmann.

Für Renate Fieber, Verwaltungsdirektorin des Klinikums, führt kein Weg am neuen Entertainmentsystem für Patienten vorbei. Nur so bleibe das Krankenhaus konkurrenzfähig. „Die Attraktivität der Behandlung von Patienten wird sowohl nach den medizinisch-therapeutischen Angeboten als auch über ein durch den Nutzer finanzierbares Serviceniveau bestimmt“, so Fieber. Durch das neue System sollen Patienten über ein Gerät direkt am Bett telefonieren, im Internet surfen, fernsehen und Radio hören können. „Damit erhalten Patienten ein zeitgemäßes Serviceangebot, das individuell nutzbar ist und ihren Kommunikationswünschen entspricht“, sagt Fieber.

Statt eines Kaufs wäre aus CDU- Sicht jedoch ein Leasing-Modell sinnvoller. „Wenn das Klinikum sogar daran verdienen könnte, ist die Ausgabe von mehr als 600000 Euro unerklärlich. Die Gelder fehlen eventuell für andere Investitionen oder als Abführung an die Stadt“, sagt Daniel Peters (CDU). Klinikausschussmitglied Jan-Hendrik Brincker (CDU) moniert ebenfalls: „Die Beschlussvorlage zum Kauf war unzureichend vorbereitet und wesentliche Einwände blieben im Ausschuss unberücksichtigt. Ich erwarte, gerade im Gesundheitswesen, einen verantwortungsvolleren Umgang mit Eigenmitteln des Klinikums“, so Brincker.

Fieber weist die Kritik zurück. Die Vorlagen für den Ausschuss seien umfangreich und vollständig. Das Klinikum halte sich strikt an die Satzungen der Stadt und an gesetzliche Bestimmungen. Auch seien Leasing-Modelle geprüft worden. Ergebnis: „Die Aufwendungen für das Projekt würden in der Summe über die gesamte Leasinglaufzeit deutlich höher ausfallen als bei einem Kauf“, sagt Fieber.

Leasingraten würden zudem als Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung das Ergebnis des Klinikums mindern. Auch solle das System länger genutzt werden, als es eine Leasinglaufzeit ermöglichen würde. Der Klinikausschuss stimmte dem Kauf zu.

Von André Wornowski

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