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Zukunft des Schleppers „Petersdorf“ ist ungewiss

Stadtmitte Zukunft des Schleppers „Petersdorf“ ist ungewiss

Der Verein kann das Schiff nicht mehr unterhalten und muss ihn deshalb abgeben / Ein Mitglied will ihn nun selbst und Spenden sammeln

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Seit 2014 liegt der Schlepper „Petersdorf“ im Rostocker Stadthafen.

Quelle: Fotos: Dietmar Lilienthal, Mathias Otto (2)

Stadtmitte. Diskussion um den Rostocker Schlepper „Petersdorf“: Da er vielleicht Rostocker Gewässer in Richtung Wilhelmshaven verlassen muss, hatte ein Mitglied des Vereins „Technische Flotte Rostock“ die Initiative ergriffen und ist unter dem Motto „Rettet den Schlepper ,Petersdorf’“ eigenmächtig auf der Suche nach einem Spender. In der OZ schaltete er dazu am Sonnabend eine Anzeige. Die Vereinsmitglieder sind sauer über den Abtrünnigen.

OZ-Bild

Der Verein kann das Schiff nicht mehr unterhalten und muss ihn deshalb abgeben / Ein Mitglied will ihn nun selbst und Spenden sammeln

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„Wir sind befremdet über die Anzeige, die nicht mit uns abgestimmt war. Durch die falsche Darstellung wurde der Verein geschädigt“, sagt der Vorsitzende Michael Egelkraut. Demnach könnte der Eindruck entstehen, der Verein gebe ihren 19,2 Meter langen und 6,2 Meter breiten Schlepper auf oder möchte ihn loswerden. „Das stimmt nicht. Unser oberstes Ziel ist es, dass der Schlepper weiterhin für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Nur können wir ihn nicht länger halten“, meint er.

Aus technischer Sicht gebe es derzeit keinen Handlungsbedarf. Stattdessen seien dringende und kostspielige Reparaturen unter anderem am Schiffsrumpf, ohne finanzielle Hilfe nicht zu bezahlen.

Kassenwart Eckhard Müller zeigt auf die rostigen Stellen an Deck. Und nicht nur die Reparaturen, auch die Liegeplatzgebühren, die Energie und Versicherungen seien große Kostenfaktoren.

„Durch Zufall standen wir in Verbindung mit einer Interessengemeinschaft in Wilhelmshaven. Die verfügen über ein größeres Schiff und wären nicht abgeneigt, dafür ein kleineres zu nehmen“, so Michael Egelkraut. Der größte Vorteil: Der 30 Meter lange und acht Meter breite Hochseeschlepper „Wega“ ist in einem deutlich besseren Zustand als die „Petersdorf“. Mit diesem Schiff würden nur die Betriebskosten anfallen.

Doch bevor die „Wega“ erworben werden konnte, mussten die Vereinsmitglieder darüber abstimmen. Von 30 Anwesenden waren zwei Mitglieder dagegen. „Also war dieser Beschluss, diese Entscheidung rechtskräftig“, betont der Vorsitzende. Anschließend wurde ein Geldgeber gefunden, der einen Teil der Kaufsumme übernehmen wollte. „Uns wurde vorgeschlagen, dass wenn wir unseren Anteil nicht komplett zahlen können, die ,Petersdorf’ als Sachwert ins Geschäft miteinbezogen wird“, so Egelkraut. Nur wenn sich in den nächsten Tagen noch jemand finden würde, der die 20000 Euro für den Rostocker Schlepper bezahlen möchte, kann er in Rostock bleiben.

Eine Einigung mit dem zukünftigen Eigner gibt es bereits. Der Hochseeschlepper „Wega“, der in der Wilhelmshavener Jadewerft gebaut wurde, werde in den nächsten Tagen im Rostocker Stadthafen eintreffen, spätestens in der nächsten Woche.

Nur was danach mit dem Rostocker Schlepper passiert, bleibt unklar. „Der zukünftige Eigner, der auch Mitglied in unserem Verein ist, wäre mit einem Verbleib der ,Petersdorf’ in Rostock einverstanden“, sagt der Vorsitzende.

Ab dem 1. Oktober gibt der Verein „Technische Flotte Rostock“ die Verantwortung für das Schiff ab. Es gehört dann nicht mehr zum Inventar. Doch bis Mitte Oktober übernimmt er freiwillig die Verantwortung. Die Versicherung wird bis dahin gezahlt sowie die Objektüberwachung übernommen. Sollte sich bis dahin ein Käufer finden, „können wir zusichern, dass wir ihn als Verein fachlich unterstützen werden“, erklärt Vereinschef Egelkraut.

Im Gespräch ist jetzt die Gründung eines neuen Vereins, der die fünfstellige Summe nun über Spendenaufrufe sammeln möchte. „Ideal wäre ein finanzkräftiger Einzelinvestor oder Spender. Know-how zum erfolgreichen Betrieb bringen mehrere Mitglieder vom ehemaligen Verein mit“, heißt es in der Anzeige. Bei Vorliegen von Zusagen für Einzelspenden würden diese einen Verein gründen, der dann den Schlepper kauft.

Verein seit 2014

30 aktive Mitglieder unterschiedlicher Herkunft und Tätigkeit zählt der Verein „Technische Flotte Rostock“, der auf soziale Integration, Achtung, Teamgeist sowie seemännischen und technischen Spaß setzt.

Der Verein hat sich vor zwei Jahren den Schlepper „Petersdorf“ zugelegt. Dieser wurde 1957/58 in Warnemünde gebaut.

In den kommenden Tagen wird der Rostocker Verein sein neues Schiff präsentieren: den Hochseeschlepper „Wega“, der in der Jadewerft Wilhelmshaven gebaut wurde.

Mathias Otto

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