Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Zwei Drittel aller Wohnungen bekommen Fernwärme

Schmarl Zwei Drittel aller Wohnungen bekommen Fernwärme

Bundeskartellamt: In Rostock stimmen die Preise / Stadtwerke investieren

Voriger Artikel
„Shopping Queen“: Diese Rostockerinnen wollen die Krone
Nächster Artikel
Notprogramm: 1000 neue Wohnungen im Rostocker Umland

Das Leitungsnetz entstand schon in der DDR für damals rund 250000 Einwohner, die deutlich mehr Energie verbrauchten.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Schmarl. In der Chefetage der Stadtwerke ist die Erleichterung spürbar: Das Bundeskartellamt hat nach einem jahrelangen Verfahren entschieden, dass die Fernwärmepreise in der Hansestadt nicht überteuert sind. Während andere Energieversorger teils hohe Summen an ihre Kunden zurückzahlen müssen, können sich die Rostocker jetzt ganz auf den weiteren Ausbau ihres Netzes konzentrieren – der in den kommenden Jahren noch eine Menge Geld verschlingen wird.

Heißes Wasser für alle Stadttteile

294 Kilometer lang ist das sogenannte Primärnetz der Rostocker Fernwärmeversorgung, jenes Hauptnetz, durch das sehr heißes Wasser in die Stadtteile geliefert wird. Weitere 135 Kilometer lang ist das Netz, der weiterführenden kLeitungen. Darüber hinaus gibt es noch etwa 76 Kilometer Trinkwarmwasserleitungen.

Viel Arbeitszeit und viele dicke Aktenordner hatte die Bundesbehörde seit dem Jahr 2009 von den Stadtwerken eingefordert. Wobei Björn Reitz, der Leiter der Rechtsabteilung, betont: „Dass wir überhaupt zu den sieben Beispielfällen gehören, gegen die dann 2013 das Verfahren eröffnet wurde, heißt nicht, dass es bei uns besonders große Verdachtsmomente gegeben hätte. Das Kartellamt wollte einfach einen möglichst aussagekräftigen Querschnitt durch das ganze Land ziehen.“

Dass es davon abgesehen durchaus Städte gibt, in denen die Fernwärmepreise deutlich niedriger ausfallen als in Rostock, habe vor allem zwei Gründe. Zum einen sei es nun einmal teurer, Wärme mit umweltfreundlichem Erdgas zu erzeugen, anstatt einfach Kohle zu verheizen. Zum anderen ist das bestehende Leitungsnetz schon zu DDR-Zeiten entstanden und für rund 250000 Einwohner ausgelegt, die noch dazu deutlich mehr Energie verbrauchten als die Rostocker von heute. Björn Reitz bedauert: „Für heutige Ansprüche sind die Rohre eigentlich viel zu groß, aber man kann sie auch nicht einfach zurückbauen, das wäre viel zu teuer.“

Stattdessen investieren die Stadtwerke in die Erweiterung des Netzes insgesamt. Schon jetzt werden fast zwei Drittel aller Wohnungen in der Stadt mit Fernwärme versorgt, so Sprecher Thomas Schneider.

Nach den Klimaschutzzielen der Bürgerschaft soll sich diese Zahl bis zum Jahr 2015 weiter auf 80 Prozent erhöhen. Hintergrund: Der Hauptanteil des deutschen Energieverbrauchs geht auf das Konto Wärme. Und die erzeugen die Stadtwerke für ihre Fernwärmekunden zu 88 Prozent aus Erdgas, bei dessen Verbrennung vergleichsweise wenige Schadstoffe entstehen. Der Rest stammt aus der ohnehin anfallenden Abwärme des Steinkohlekraftwerks im Überseehafen. Rund sechs Millionen Euro ließen sich die Stadtwerke die Netzerweiterung allein im Jahr 2016 kosten. Ines Schilder-Findeklee, die dabei als Hauptabteilungsleiterin Fernwärmenetz die Fäden in ihren Händen hielt, zieht Bilanz: „Davon haben wir zum Beispiel Nordex in der Erich-Schlesinger-Straße angeschlossen und im Gewerbepark Nobelstraße erweitert.“ Alles in allem seien jetzt 132 Gebäude mehr am Netz als noch ein Jahr zuvor – und die werden nun mit insgesamt 6 Megawatt Leistung versorgt.

Auch 2017 hat die Chefin des Netzes wieder viel vor. Unter anderem soll es neue Leitungen in der Bleicher- und in der Blücherstraße geben, das Polarium im Zoo wird an die Fernwärme angeschlossen und auch in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt wird es weiter vorangehen. Wobei es besonders wichtig sei, auch in den mit guter Infrastruktur versorgten Stadtteilen zusätzliche Kunden zu gewinnen, um möglichst effizient arbeiten zu können.

Mittelfristig, so Thomas Schneider, wolle das Unternehmen die Wärmeversorgung in Rostock noch umweltfreundlicher gestalten. Ein Ansatz dazu wäre es, die Abgase des Schmarler Gas-Turbinen-Kraftwerkes zu filtern, das ausströmende Kohlenstoffdioxid (CO2) zu entziehen und mit Wasserstoff anzureichern. Wenn alles funktioniert, könnte das so entstehende künstliche Methangas anschließend erneut verbrannt und für die Wärmegewinnung genutzt werden. Thomas Schneider: „Daran arbeiten wir gerade gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität – wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse.“

Katja Bülow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Ralswiek

Auf einer Insel fernab von Rügen feiert Wolfgang Lippert heute seinen 65.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Ausschuss: Geld für neues Theater suchen

Oberbürgermeister soll Plan für Finanzierung des Neubaus vorlegen / Kulturpolitiker stellen Antrag