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Schüleraustausch schon seit 30 Jahren / Projektwoche unter Motto „Gemeinsamer Lebensraum“

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Michelle Hakansson bereitet eine Schablone für Graffiti vor.

Tessin. Für 21 Schüler aus Lettland hieß es am Freitag Abschied nehmen. Eine Woche waren sie zu Besuch an der Anne-Frank-Schule in Tessin, die zu diesem Anlass eine große Projektwoche veranstaltet hat. „Gerade die Abschlussveranstaltung war wirklich so toll und cool“, sagt der Lehrer und Koordinator Andreas Hinkfoth-Pedd. Bereits seit 30 Jahren findet der Austausch zwischen der Regionalschule und dem Gymnasium in Sigulda statt. „Es ist eine ganz wichtige Tradition. Sogar einige Eltern sind dadurch schon in ihrer Schulzeit nach Lettland gefahren.“

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Schüleraustausch schon seit 30 Jahren / Projektwoche unter Motto „Gemeinsamer Lebensraum“

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Für die 14-jährige Arta Skromane ist es das erste Mal, dass sie Deutschland besucht. Sie kommt aus der kleinen lettischen Stadt Sigulda, die ganz in der Nähe der Hauptstadt Riga liegt. „In Tessin ist es wirklich schön, die Häuser sind so bunt und die Menschen freundlich“, erzählt sie auf Englisch. Bei ihrer Gastfamilie fühlt sie sich gut aufgehoben. „Sie sind immer glücklich, obwohl sie viel früher aufstehen und früher ins Bett gehen“, sagt sie lachend. Auch dass es zum Frühstück immer Brot gibt, findet sie seltsam. Sie selbst lässt das Frühstück eher ausfallen. „Hier ist wirklich vieles ganz anders als zu Hause. Aber ich habe sehr viel gelernt.“ In ihrer Gastschwester hat sie jedenfalls eine neue Freundin gefunden. „Ich mag sie wirklich sehr.“

Hinkfoth-Pedd weiß, dass durch so eine Erfahrung langjährige Freundschaften entstehen können. „Wir sind dankbar, dass wir für diesen Austausch auf eine breite Unterstützung bauen können“, erklärt der Lehrer. Viele Eltern hätten sich dazu bereit erklärt, Schüler aus Lettland bei sich aufzunehmen. „Auch ohne die große Unterstützung der Stadt Tessin wäre die ganze Aktion nicht möglich gewesen.“ Zu dem Programm der Gastschüler gehörte dabei unter anderem auch ein Treffen mit der Bürgermeisterin Susanne Dräger. Doch der Koordinator des Austausches möchte sich ebenfalls bei seinen Lehrer-Kollegen für die große Hilfe bedanken. „Eine wichtige Rolle spielt vor allem auch die Schulsozialarbeiterin Marlies Audersch, sie hat die Projektwoche maßgeblich mit organisiert“, betont der 48-Jährige.

Denn die Projektwoche, die in diesem Jahr unter dem Motto „Unser gemeinsamer Lebensraum“ stand, soll alle Schüler der Anne-Frank-Schule in Tessin erreichen. „Die Projekte sind so zugeschnitten, dass sie auch unsere Schüler mit Migrationshintergrund integrieren“, erklärt Hinkfoth-Pedd. Da „Nachhaltigkeit“ einen Schwerpunkt der Woche darstellt, wurden in einigen Kursen auch Insektenhotels, Nisthilfen und Kunst aus Naturmaterialien gebastelt. Beliebt waren auch der Trommelkurs, Breakdancing und das Graffiti-Projekt.

Lukas Ebeling hat in der Aktionswoche die bunte Spraydose in die Hand genommen. In der Feuerwehrgarage hinter der alten Zuckerfabrik wird in dieser Woche „Graffiti“ gelehrt. „Wir haben zwei Tage theoretisch gearbeitet und unser Bild vorbereitet und vorgezeichnet“, erklärt der 15-jähriger Tessiner. Auf einer Leinwand hat er mit blauer Farbe auf orangefarbenem Hintergrund das Wort Unesco gesprüht. „Ich finde diesen Kurs toll, sonst haben wir nicht die Chance dazu.“ Doch das Sprühen ist schwieriger, als er es sich vorgestellt hatte. Dem kann Michelle Hakansson nur zustimmen, sie bereitet eine Schablone vor. Ihr Bild soll einen aggressiven Wolf mit Blitzen und Pfoten-Abdrücken zeigen. „Man muss für die Spray-Dose erst ein Gefühl entwickeln, wann man in welcher Stärke auf die Düse drückt“, sagt die14-Jährige. Die besprühten Leinwände sollen nach Abschluss des Projekts das Schulgebäude schmücken.

Arman Davtyan, der mit seiner Familie ursprünglich aus Armenien stammt, ist mit viel Eifer bei der Sache. „Ich wollte beim Breakdance mitmachen, weil ich die Musik voll cool finde, dann mag man dazu auch tanzen“, erklärt der 11-Jährige. Beim Tanzen hat auch die 13-jährige Anna-Maria Hendreich vollen Einsatz gezeigt. „Ich bin leider umgeknickt“, sagt sie betrübt, trotzdem habe der Kurs viel Spaß

gemacht. Sie und ihre Familie haben in dieser Woche drei Schüler aus Lettland bei sich aufgenommen. „Man lernt dabei viel über die andere Kultur.“ Abends würden sie dann alle gemeinsam Lieder auf Deutsch, Englisch und Lettisch singen. „Ich finde es toll, dass die Schule uns diese Möglichkeit gibt und bin froh, daran teilzunehmen“, sagt Anna-Maria. Im nächsten Jahr will sie dann dem lettischen Sigulda einen Gegenbesuch abstatten. „Ich freue mich schon jetzt darauf.“

Johanna Hegermann

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