Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Region Rostock Mehr Besucher, große Projekte: Rostocker Museen ziehen Bilanz
Region Rostock Mehr Besucher, große Projekte: Rostocker Museen ziehen Bilanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:11 10.01.2019
Museumsdirektor Steffen Stuth zeigt das mittelalterliche Rostock auf einer Karte. Die Ausstellung „Rostock. Jetzt 800“ im Kulturhistorischen Museum war ein Besuchermagnet im letzten Jahr. Quelle: André Wornowski
Schmarl

Nach Hitzesommer und Stadtgeburtstag ziehen Rostocks Museen Bilanz. Die vier städtischen Einrichtungen – Kunsthalle, Kulturhistorisches Museum, Heimatmuseum sowie das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum – blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Besucherzuwachs von 7,2 Prozent zeige einmal mehr, dass die Rostocker Museen immer beliebter werden. Über 200.000 Gäste wurden in allen Ausstellungen gezählt. Im neuen Jahr feiern nicht nur Stadt und Universität weiter, auch die Museen haben für 2019 große Pläne.

Kulturhistorisches Museum: Besuchermagnet 2018

Die Jubiläumsausstellung des Kulturhistorischen Museums „Rostock. Jetzt 800“ hatte wahre Anziehungskraft. 55.000 Besucher zog es allein in die Sonderausstellung, die die Geschichte der Hansestadt präsentierte. „Darauf können wir stolz sein“, sagt Museumsleiter Steffen Stuth. Das bestätigt auch Kulturamtchefin Michaela Selling. „Die überwältigende Rückmeldung der Besucher erweist der Ausstellung höchste Anerkennung“, erklärt sie. „Mit 85.000 Besuchern war 2018 das bisher erfolgreichste Jahr in der jüngeren Museumsgeschichte“, bilanziert Stuth. Und in diesem Jahr gehe die Arbeit gleich weiter. Mit dem 160. Jahrestag im Januar warte auf die Besucher ein vielfältiges und spannendes Programm. In Kooperation mit Uni und Stadt werden in der Ausstellung "Menschen - Wissen - Lebenswege" von Juni bis Dezember die Geschichten besonderer Persönlichkeiten der Universitätsgeschichte gezeigt. Im Anschluss werde ein Kempowski-Projekt im Museum umgesetzt. Der Böhmer-Bestand aus dem Haus wandere 2019 für eine Ausstellung in das Schaudepot am Schwanenteich.

Kunsthalle: neues Schaudepot, neue Möglichkeiten

Auch die Kunsthalle Rostock blickt mit 61.200 Besuchern und 18 eröffneten Ausstellungen auf ein erfolgreiches Jahr zurück. An drei Highlights erinnert sich Kunsthallenchef Uwe Neumann besonders gern: „Die Ausstellung der Weltkünstler Ilya und Emilia Kabakov, das neue Schaudepot und der Besuch von Albaniens Regierungschef Edi Rama.“ Die Gemeinschaftsausstellung „Die Schönheit der Dinge – Aus Rostocker Sammlungen“ sorgte ebenso für viel Zuspruch. Das neue Jahr stehe für das Haus unter dem Motto „ein halbes Jahrhundert für die Kunst“, denn auch hier werde 2019 Jubiläum gefeiert. Mit einem Knall beginnt der Unigeburtstag in der Kunsthalle beim „Experiment Zukunft“. In einer experimentellen Ausstellung werden forschende Kunst und Wissenschaft aufeinandertreffen. Von Ende März bis Juni 2019 wird die Exposition auf 1800 Quadratmetern und zwei Etagen Ausstellungsfläche zu sehen sein. Ein weiterer Höhepunkt ist die Ausstellung „Palast der Republik – Utopie, Inspiration, Politikum“ von Mai bis Oktober. Aber auch Ausstellungen zu Kai Diekmann und Ulrich Hachulla versprechen Inspiration.

Schifffahrtsmuseum: Warnemünder Volljolle, ahoi!

Das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum auf dem Traditionsschiff im Iga-Park zeigt sich mit knapp 45.300 Besuchern ebenfalls zufrieden. Publikumsliebling war die Ausstellung „Mit MS Fichte zur See“. Bis April 2019 wird die Ausstellung „Bis ans Ente der Welt – Duckomenta“ noch gezeigt. „Eine große Teamleistung war der Nachbau einer Warnemünder Volljolle in der historischen Bootswerft“, erzählt Museumsleiterin Kathrin Möller. Und die soll in diesem Jahr endlich segeln. Zu Gast wird 2019 eineSonderausstellung zur Entwicklung von Torpedos aus Rijekavon von Mai bis November sein. „Außerdem freuen wir uns auf die Werke des australischen Ftografen James Francis Hurley. Sie zeigen eine Expedition in die Antarktis und Gefangenschaft im ewigen Eis“, sagt Möller.

Sport frei im Heimatmuseum

Fast 12.400 Gäste besuchten 2018 das Warnemünder Heimatmuseum. Insbesondere der Abend „Stasi-Stadtgeschichte(n)“ war beliebt. Nach Umbau und Modernisierung soll es mit neuen Ideen weitergehen. Für Juni und Juli ist die Eröffnung einer Sonderausstellung zur Geschichte des Warnemünder Sports geplant. Sie berichtet von der Gründung des Männerturnvereins 1887 über die Zeit der BSG Motor Warnow-Werft bis in die Gegenwart.

„Hinter diesen sehr guten Zahlen steht natürlich das Stadtjubiläum, aber auch ein attraktives Angebot“, sagt Michaela Selling. Zum Universitätsjubiläum, so ist sich die Kulturamtchefin sicher, werden die Museen der Hansestadt wieder herausragende Beiträge leisten. Die enge und gute Zusammenarbeit der Museen schätzen alle Beteiligten sehr. „Ohne dieses Netzwerk würde vieles nicht gehen, Sammlungen wären nicht zusammenzubringen“, sagt Kathrin Möller. Die Rostocker Museen haben die Hansestadt im letzten Jahr ein Stück lebendiger und reicher gemacht. Für die Zukunft versprechen die Akteure weiterzumachen, wo sie 2018 aufgehört haben, und nicht nur Besuchern, sondern auch den Rostockern selbst ihre Schätze näher zu bringen.

Rostocks Museen 2018

7,2 Prozent Besucherzuwachs verzeichnen die vier städtischen Museen 2018.

203.870 Gäste wurden in allen Ausstellungen gezählt. Zum Vergleich: 2017 hatten 190.114 Interessenten die vier Einrichtungen besucht.

Publikumsmagnet war die Jubiläumsausstellung „Rostock. Jetzt 800“ des Kulturhistorischen Museums mit 55.000 Besuchern. Die Einrichtung ist eines der wenigen Museen in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Besucherzuwachs.

Auch die Societät maritim und der Rostocker Verein Geschichtswerkstatt haben zum Erfolgsjahr der Museen beigetragen. 17.000 Besucher kamen zu sechs Ausstellungen im Kröpeliner Tor.

Highlights 2019: „Der Schatz von Varna“ und „Menschen – Wissen – Lebenswege“ im Kulturhistorischen Museum. „Grafik. Eine Frage der Form“ und „Kai Diekmann – bildraum“ in Schaudepot und Kunsthalle. „Gefangen im ewigen Eis“ und „Die Welt der Schiffe“ im Schifffahrtsmuseum. „Mai 1945 – Flucht nach Dänemark“ im Heimatmuseum und viele mehr.

Die Rostocker Museenlandschaft verzeichnet mehr Besucher als im Jahr 2017.

Lea-Marie Kenzler