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Region Rostock Warnemünder diskutieren über Toiletten
Region Rostock Warnemünder diskutieren über Toiletten
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18:55 09.01.2019
Öffentliche Toilette: In Warnemünde sollen neue Anlagen veraltete ersetzen. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Neubauten, Investitionen und Kostenfreiheit: Öffentliche Toiletten im Ostseebad haben am Dienstag in der Ortsbeiratssitzung in Warnemünde erneut für Diskussionen gesorgt.

Aktuelle Konzept schon veraltet

Eigentlich gibt es bereits ein aktuelles Bedarfskonzept für öffentliche Sanitäreinrichtungen. Erst 2017 wurde es beschlossen. Doch Sven Schmeil vom Amt für Umweltschutz sagt deutlich: „An dem Tag, als die Bürgerschaft das Konzept beschlossen hat, war es schon nicht mehr aktuell.“ Das Problem: Neben allgemeinen Angaben seien in dem Papier auch konkrete Standorte beschrieben, die bereits mit der damaligen Haushaltsplanung verknüpft waren. „Das macht es kompliziert.“ Schmeil spricht hier von einem „dringenden Fortsetzungsbedarf“.

Doch das Konzept habe dem Thema vorerst eine gewisse Struktur gegeben. „Wir haben festgestellt, wo welche Anlagen stehen und wie alt sie sind.“ Es wurde festgelegt, dass alle 15 Jahre geklärt wird, ob eine Toilette saniert werden muss. Darüber hinaus wurden die Mindestabstände zwischen den WC-Anlagen bestimmt. Nicht mehr als 250 Meter Entfernung darf zwischen ihnen bestehen. „Es gibt in Warnemünde damit mehr Anlagen als das nötige Maß. Da bleibt die Frage, ob wir die Stellen halten oder Lücken schaffen wollen?“, fragt Schmeil in die Runde.

„Das sind doch Höchstabstände. Die Verdichtungen sind wünschenswert“, betont Alexander Prechtel (CDU), der Vorsitzende des Ortsbeirats Warnemünde. Er würde sich sogar wünschen, dass es bei großen Spielplätzen, wie dem „Wirbelwind“-Spielplatz im Arankawiesenpark, zusätzliche Toiletten gäbe. „Wir rühmen uns, ein familienfreundliches Seebad zu sein. Aber da sind solche Angebote wichtig.“ Sven Schmeil reagiert wohlwollend. „Das ist ein neuer Aspekt, den wir gern aufgreifen werden.“

Neue Toiletten für Warnemünde

Schmeil stellt auch konkrete Pläne für neue Toiletten vor. „Mit dem Beginn der Saison 2019 soll es am Strandaufgang 16 einen Ersatzneubau geben.“ Die Anlage soll drei Kabinen bekommen und behindertengerecht sein. In diesem Jahr wolle man außerdem alle Formalitäten einleiten, um auch die Anlage am Strandaufgang 1 zu erneuern. Hier rechnet er 2019 nicht mehr mit dem Baubeginn. „So etwas benötigt Zeit. Wir bereiten alles für 2020 vor.“

Außerdem soll eine Trockentoilette am westlichen Rand von Warnemünde in der Nähe des Parkplatzes „Wilhelmshöhe“ gebaut werden. „Wir haben allerdings eine ablehnende Stellungnahme vom Landesforst bekommen“, erklärt Schmeil. Er rechnet dennoch 2020 mit einer Umsetzung.

Wert eines Einfamilienhauses

Mit Erstaunen reagieren die Warnemünder jedoch auf die Kosten. Während eine Trockentoilette immerhin 20 000 Euro kostet, sollen für die neue Anlage am Strandaufgang 16 rund 250 000 Euro bezahlt werden. „Das ist viel Geld“, sagt Schmeil.

Die Bewohner reagieren mit Kopfschütteln. „Mir ist lieber, dass das Häuschen funktioniert. Darin muss keine Stimme mit mir reden“, klagt ein Anwohner. Die Kosten würden sich laut Schmeil nach dem Anforderungskatalog richten. Dann wird das Projekt ausgeschrieben und schließlich bekommt die Firma mit dem besten Angebot den Zuschlag. So gebe es nur kleine Preisschwankungen.

Auch Prechtel ist erstaunt, dennoch betont er: „Wir müssen investieren, weil die Urlauber das verlangen und sonst klagen. Ein Bauer, der im Herbst ernten will, muss im Frühjahr säen.“ Im im Ostseebad müsse dringend Geld in die Qualität gesteckt werden. Der Zustand der Toiletten sei teilweise „desaströs“ und das liege nicht nur am Alter der Anlagen. „Die Automaten haben eine hohe Stör-Anfälligkeit und wir haben hier eine Toilette, wo zwei Türen defekt sind.“

Kostenfreiheit wird geprüft

Prechtel ist der Meinung, dass es endlich an der Zeit sei, dass Toiletten kostenfrei sind. „Ich bin überzeugt, dass sie ohne Automaten häufiger genutzt werden.“ Dann könne man die Anlagen 24 Stunden täglich öffnen und den Wartungsaufwand sparen. Außerdem rechne er so mit weniger Vandalismus. „Wir müssen da am Ball bleiben“, betont der Ortsbeiratsvorsitzende. Hier hat Schmeil positive Nachrichten: „Die Entgeltfreiheit wird für Toiletten derzeit geprüft.“

Johanna Hegermann

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