Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Reisereporter Streik an Flughäfen: Was Passagiere jetzt wissen müssen
Reisereporter Streik an Flughäfen: Was Passagiere jetzt wissen müssen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:26 27.04.2016
Anzeige
Frankfurt/Main

Der Warnstreik an Deutschlands größten Flughäfen wirbelt am Mittwoch die Reisepläne von Zehntausenden Fluggästen durcheinander. Was Betroffene wissen müssen:

An welchen Flughäfen wird gestreikt?

Gestreikt wird an den Flughäfen Frankfurt/Main, München, Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Hannover-Langenhagen. Allein am Airport Frankfurt wurden mehr als 390 Flüge gestrichen. In Köln/Bonn sind es mehr als 100 Flüge, in Düsseldorf mindestens 48. Annullierungen gibt es auch in Bremen, Hamburg und den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld.

Ist mein Flug betroffen?

Wer am Mittwoch fliegen will, sollte auf jedem Fall im Internet seinen Flugstatus überprüfen. Bei Lufthansa zum Beispiel ist das unter www.lufthansa.com/de/de/Ankunft-und-Abflug und bei Air Berlin auf www.airberlin.com/de/site/aims.php möglich. Auf der Webseite www.eurowings.com/de/informieren/flugstatus.html finden Kunden von Eurowings Informationen. Die meisten ausländischen Airlines bieten auf ihren Webseiten einen ähnlichen Service.

Fallen bei Umbuchungen zusätzliche Kosten an?

Lufthansa

Findet der Flug statt und der Passagier möchte nicht umbuchen, sollte er mit ausreichend Zeit zum Flughafen anreisen, weil es zu längeren Wartezeiten kommen kann.

Eurowings
Air Berlin

Was steht mir rechtlich zu?

Wird der Flug gestrichen, muss die Airline dem Passagier nach EU-Recht eine Ersatzbeförderung anbieten - oder der Passagier kann stornieren. Eine Entschädigung bekommt der Fluggast nicht, erklärt Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg. „Ein Streik entlastet die Airline, wenn sie alles getan hat, um die Passagiere dennoch zu befördern.“ Sie verweist auf ein entsprechendes Urteil des Bundesgerichtshofs (Az.: X ZR 138/11).

Verspätet sich der Abflug, stehen dem Passagier je nach Dauer der Verspätung und Streckenlänge Betreuungsleistungen zu: auf der Kurzstrecke ab einer Verspätung von mindestens zwei Stunden, auf der Mittelstrecke ab drei Stunden und auf der Langstrecke ab vier Stunden. Geht der Flug erst am nächsten Tag, muss die Airline eine Hotelübernachtung und den Transfer bezahlen, erklärt die Juristin. Ab einer mindestens fünfstündigen Abflugverspätung können Passagiere außerdem kostenlos stornieren, wenn sie sich entscheiden, doch nicht mehr warten zu wollen. Sie bekommen dann ihr Geld zurück.

Ist der Flug Teil einer Pauschalreise, wenden sich die Passagiere an ihren Reiseveranstalter. Der muss für eine schnelle Ersatzbeförderung sorgen. „Ich habe auf jeden Fall Minderungsansprüche“, sagt Fischer-Volk. Ab der fünften Abflugsverspätungsstunde seien das etwa fünf Prozent des Tagesreisepreises für jede weitere Stunde.

Verpasst der Reisende durch die Verspätung bereits einen Ausflug am Urlaubsort, bekomme er auch dafür eine Minderung. Verkürzt sich ein Kurzurlaub durch den Streik erheblich, kann der Gast die Reise auch stornieren. Er bekommt den Reisepreis zurück, aber keinen Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden - denn für den Streik trägt der Veranstalter keine Schuld.

dpa/tmn

Mehr zum Thema

Wegen des Verdi-Warnstreiks an sechs deutschen Flughäfen hat die Lufthansa massive Flugausfälle für Mittwoch angekündigt.

25.04.2016

Schon 2015 haben Streiks der Lufthansa und ihren Passagieren zugesetzt. Nun sind Arbeitsniederlungen für Mittwoch angekündigt - mit erneut erheblichen Auswirkungen im innerdeutschen und internationalen Flugverkehr.

26.04.2016

Wenn sich der Urlaub verzögert: Können Reisende ihre Kreuzfahrt nicht rechtzeitig antreten, weil der gebuchte Flug zum Abfahrtsort ausfällt, dann kann ein Teil des Reisepreises zurückverlangt werden.

25.08.2016
Anzeige