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Reisereporter Touristiker setzen auf Blogger
Reisereporter Touristiker setzen auf Blogger
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13:12 18.05.2017
Wattwandern in Ostfriesland? Wer sich über Ausflugsziele informieren möchte, kann auch einiges von Bloggern erfahren. Jedoch ist hier immer etwas Skepzis geboten. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
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Oldenburg

Auf ihre „Genussreisen“ nimmt Tanja Neumann Zehntausende Menschen mit. Mit Fotos, Videos oder einer Live-Berichterstattung per Kurznachrichtendienst Twitter teilt die 46-Jährige aus Krefeld am Niederrhein ihre Eindrücke und zeigt, wo sie sich gerade aufhält.

„Vielweib on Tour“
Neumann

Für die Tourismusbranche sind Blogger wie Neumann interessant. „Reiseblogs werden wichtiger“, sagt die Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes, Ellen Madeker vor dem Niedersächsischen Tourismustag (18. Mai). „Sei es, dass einzelne Reisende online von ihren Erfahrungen berichten oder Veranstalter über ihre Destinationen bloggen.“ Um Kunden zu finden und zu halten seien viele Touristiker auf verschiedenen Kanälen im Internet unterwegs. „Auch das stationäre Reisebüro um die Ecke kommt um soziale Medien kaum mehr herum.“

Die Sprecherin der Nordsee GmbH in Schortens, einem Zusammenschluss von 20 Urlaubszielen aus den sieben Ostfriesischen Inseln und 13 Küstenorten, bestätigt das. „Neben den Journalisten sind Blogger eine wichtige Zielgruppe“, sagt Katja Benke. „Touristiker bemühen sich um Kontakte zu reichweitenstarken Bloggern, weil man weiß, dass deren Beiträge die Meinung der Gäste beeinflussen.“

So kommt es, dass Tourismusdestinationen und Veranstalter vermehrt sogenannte Influencer engagieren, die viele Fans und Follower auf Facebook, Instagram, Twitter & Co haben. Sie bezahlen ihnen die Reise und erwarten im Gegenzug hübsche Fotos und positive Beiträge auf den Seiten der digitalen Meinungsmacher.

Reisefreudige, die sich in sozialen Medien über mögliche Urlaubsorte informieren, erwarten genau das Gegenteil. In der Regel treibt sie der Wunsch nach einem authentischem Eindruck. „Es ist diese ungeschminkte Brille“, beschreibt Bloggerin Neumann den Vorteil vieler Beiträge. Von versteckter, bezahlter Werbung hält sie nichts. „Die Meinung eines guten Bloggers ist nicht käuflich“, betont sie.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen ruft Internetnutzer dazu auf, kritisch zu sein. „Ein Blogger kann seine persönliche Meinung äußern“, sagt die Juristin Jusina Starke. „Es wird dann problematisch, wenn er für einen positiven Beitrag bezahlt wird und das nicht kenntlich macht.“ Sie rät Kunden, misstrauisch zu werden, wenn Beiträge oder Kritiken nur positiv sind. „Dann sollte man immer mehrere Quellen zurate ziehen.“

Tourismuszukunft

Der Wunsch nach authentischen Geschichten ist den Unternehmen bewusst. Die TourismusMarketing Niedersachsen GmbH hat sogar eine eigene Seite für Beiträge von Bloggern aufgebaut, die durch Niedersachsen reisen. „Schonungslos und ehrlich teilen sie mit euch ihre Erlebnisse und zeigen euch, was ihr bei uns alles entdecken könnt“, heißt es auf der Seite mit Beiträgen in fünf Sprachen. Auch über Twitter, Instagram, Facebook und GooglePlus können sich Leser beteiligen.

dpa

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