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Reisereporter Urlaubsguru und Co.: Vom Schnäppchen-Portal zum Reisebüro
Reisereporter Urlaubsguru und Co.: Vom Schnäppchen-Portal zum Reisebüro
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04:22 07.12.2017
Der Urlaubsguru-Store in Unna von außen: Hier findet oft „betreutes Buchen“ statt - Urlauber finden im Internet ein Schnäppchen, wollen es aber nicht selbst online buchen. Quelle: David Zabel/urlaubsguru/dpa-Tmn
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Holzwickede

Die Unternehmenszentrale von Urlaubsguru in Holzwickede sieht von außen unscheinbar aus. Das Reiseportal macht keine Außenwerbung - warum auch als Internetfirma? Trotzdem stand eines Tages ein älterer Herr vor der Tür und wollte eine Reise buchen.

„Er hatte von seinem Enkel gehört, dass wir im Internet günstige Reisen zusammenstellen“, erzählt Daniel Krahn, einer der Gründer von Urlaubsguru. Man habe den Mann hineingebeten und seinen Wunsch erfüllt, „betreutes Buchen“ sei das gewesen.

Urlaubsguru

Urlaubsguru und Urlaubspiraten (9 Millionen Facebook-Fans, Sitz in Berlin) sind die zwei großen Player unter den Schnäppchen-Portalen im Netz. Beide waren anfangs nicht unbedingt für den gewöhnlichen Urlauber gemacht. Die angebotenen Reisen gingen in Backpacker-Länder in Asien, Südamerika oder nach Australien.

Das Prinzip sah so aus: Experten durchstöberten den ganzen Tag das Internet auf der Suche nach Schnäppchen, etwa nach Error Fares von Airlines, fehlerhaft günstigen Preisen. Dann suchten die Mitarbeiter noch ein günstiges Hotel: Das Paket wurde der Community auf Facebook präsentiert. Gebucht wurde immer beim Anbieter der Leistung selbst. Der Vermittler kassierte eine Provision.

Urlaubspiraten

Urlaubspiraten will mehr Service als ein normales Reiseportal bieten, das im Zweifel lediglich einen günstigen Preis ausspuckt. Die Redakteure prüfen die Schnäppchen: Ist der Preis nur so günstig, weil in dem Land gerade Regenzeit ist oder der Strand gesperrt? Weil das Hotel renoviert wird? Darauf wird der Nutzer hingewiesen. „Wir sehen uns als Zwischenlösung zwischen Reisebüro und Online-Reiseportal“, sagt Simonow.

Warum nun der Store von Urlaubsguru? Der Anbieter sieht sich als Hybrid, wie Krahn erläutert: „Die Leute wissen, man kann im Netz gute Schnäppchen ergattern, aber sie trauen sich oft nicht, dort eine Reise für mehr als 500 Euro zu buchen.“ Also kommen sie in den Laden. Das dürfte für viele Urlauber auch der Grund sein, in eines der knapp 10 000 anderen Reisebüros in Deutschland zu gehen.

Um sich abzugrenzen, hebt Krahn die Vielfalt des Angebots und die Unabhängigkeit hervor. Grundsätzlich verkaufen Urlaubsguru und Urlaubspiraten alles, was im Internet buchbar ist.

Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV) hält dagegen: 9181 von derzeit insgesamt 9983 Reisebüros böten die Auswahl zwischen mehreren Reiseveranstaltern. Die Büros seien unabhängig, gleichwohl entscheide jeder Unternehmer selbst, was er anbietet. Mehr Auswahl sollen Kooperationen etwa mit dem Portal Expedia bringen, das eine riesige Anzahl an Hotels in seiner Datenbank hat.

Kürzlich hat zum Beispiel die Vertriebsorganisation Derpart eine Kooperation mit Booking.com geschlossen. Insgesamt 520 Reisebüros erhalten Zugriff auf das Angebot des Portals.

Geht es um stationäre Reisebüros, wird stets die Beratung hervorgehoben. Letztlich ist es genau dies, was auch Urlaubsguru und Urlaubspiraten auf ihren Websites bieten wollen. Wird dort zum Beispiel ein günstiger Las-Vegas-Flug präsentiert, gibt es auch Infos zu Hotels, Apartments, Mietwagen, Gepäckbestimmungen und den Einreisebestimmungen. Urlaubern, die hier zuschlagen, ist der günstige Preis meist wichtig. In dieser Hinsicht haben sich Urlaubsguru und Urlaubspiraten nicht verändert.

Genau hinschauen, was man bucht

Bei Online-Buchungen müssen Urlauber immer genau hinschauen, was sie buchen: Pauschalreise oder einzelne Leistungen. Manchmal werden Schnäppchen so beworben, dass sie wie ein Paket aussehen. Beispiel: „Mexiko über Weihnachten im gut bewerteten Hotel inklusive Flügen für 589 Euro.“ Klingt wie ein Pauschaldeal. Doch der Nutzer wird dann auf die Websites der Airline und des Hotelportals verwiesen, um dort getrennt zu buchen und zu bezahlen. Fällt dann der Flug aus, steht kein Veranstalter hinter der Reise, der sich um Ersatz bemüht.

dpa/tmn

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