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Kolumnen 127 Jahre durchbaden
Sonntag Kolumnen 127 Jahre durchbaden
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19:59 27.10.2017
Bitte nicht zuhause nachmachen: “Einfach mal laufen lassen“ ist in den seltensten Fällen eine gute Idee. Quelle: Fotolia
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Hannover

In Salzgitter hat ein Mann im Badezimmer das Wasser laufen lassen. Gründlich, wie Niedersachsen nun einmal sind, hat er das ein Jahr lang getan. Bilanz: Sieben Millionen Liter. Das sind knapp 50 000 Badewannen voll. Bei einem Wannenfüllstand, der das Zuwasserlassen der zu badenden Körpermasse ohne Überschwappen gewährleistet, würde das für gut 127 Jahre tägliches Baden reichen.

Menschen, für die ein Vollbad bedeutet, in einer fersenhohen Pfütze zu sitzen und sich in dieser komplett und rückstandsfrei inklusive Haare und Zähne zu reinigen, könnten mit sieben Millionen Litern Wasser theoretisch 127 Jahre durchbaden, ohne dass das Wasser kalt wird.

21 Millionen Flaschen Bier

Aber das ist ja ungesund. 20 Minuten sollte man höchstens baden. Weil es erstens danach langweilig wird, man zweitens nach 20 Minuten Hunger bekommt, drittens der Nachbar den Refrain von “Total Eclipse of the Heart“ einfach nicht mehr hören kann, jedenfalls nicht so, und viertens der Handyakku alle ist. Gerüchten zufolge sieht man nach einer halben Stunde Baden auch aus wie eine vierjährige Paprika. Wohl dem, für den das keine Veränderung ist.

Fest steht: Sieben Millionen Liter, das ist ganz schön viel. Das sind 21 Millionen Flaschen Bier (klein) oder 14 Millionen (groß) oder sieben Millionen Humpen (Bayern), also etwa das Schluckvolumen eines Oktoberfests, wobei das 2016 mit schlappen 6,1 Millionen Litern eine ziemlich nüchterne Angelegenheit war. Man kann ja Wasser trinken. Oder es lassen. Wie sagt der Bayer an der Pinkelrinne: So lange Farbe drin ist, kann ich noch fahren.

Nordhorn an der Atlantikküste

Sieben Millionen Liter Wasser, das ist etwa ein 300 000stel des Chiemsees, oder, damit man sich es noch besser vorstellen kann: Es ist knapp die Menge, die bei einer durchschnittlichen Folge “Germany’s Next Topmodel“ geheult wird. Oder noch einfacher: ein Lastwagen mit holländischen Tomaten.

Würde man alle holländischen Tomaten gleichzeitig entwässern, stiege der globale Meeresspiegel so stark an, dass Holland weg wäre und Nordhorn eine Atlantikküste hätte. Das geht mit sieben Millionen Litern nicht. Soll es auch gar nicht. Dann lieber 127 Jahre baden.

Von Uwe Janssen

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