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Lauf, Zeuge, lauf

Brettspiel von Sebastian Fitzek Lauf, Zeuge, lauf

Der Autor Sebastian Fitzek ist für seine nervenaufreibenden Thriller berühmt. Jetzt hat der 46-Jährige ein neues Genre für sich entdeckt – und ein Brettspiel entwickelt. Auch dort sind Menschen vor dem Bösen auf der Flucht.

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Abschied von liebgewonnenen Ideen: Krimiautor Sebastian Fitzek (Mitte) hat mit Marco Teubner (rechts) und Kollegen das Brettspiel “Safehouse“ entwickelt.
 

Quelle: moses

Hannover.  Sebastian Fitzek sagt, er schreibe sich mit seinen Thrillern die eigenen Ängste von der Seele. Und wer einmal eines seiner Bücher gelesen hat, bekommt schnell eine Ahnung davon, wie düster es darin manchmal aussehen muss.

Zurzeit warten die Fans des Bestsellerautoren gespannt auf den jüngsten Psychothriller des 46-Jährigen. “Flugangst 7A“ soll am 25. Oktober in gewohnt hoher Auflage erscheinen. Sebastian Fitzek allerdings wird an diesem Tag ein ganz anderes Projekt gespannt begleiten: Parallel zur Buchpremiere wird auf der weltgrößten Spielemesse in Essen sein erstes Brettspiel vorgestellt. Es heißt “Safehouse“ und wäre nicht von Fitzek, wenn sich darin nicht wieder einmal alles um die Flucht vor dem Bösen drehen würde.

Dass der Name des Autors, dessen Bücher in 24 Sprachen übersetzt und mehr als neun Millionen Mal verkauft wurden, neuerdings auch auf Spielepackungen zu finden ist, ist eigentlich ganz naheliegend, wenn man die Geschichte dahinter kennt: Als Fitzek vor ein paar Jahren zu Zeugenschutzprogrammen recherchierte, kam ihm der Gedanke, Spieler als Zeugen eines Verbrechens in ein sogenanntes Safehouse flüchten zu lassen. In solchen Häusern versteckt die Polizei Zeugen von Verbrechen. Die Sicherheit der Bewohner hängt von der Verschwiegenheit aller Beteiligten ab. Wird ihr Standort bekannt, gerät ihr Leben in Gefahr. So ist es schließlich auch in Fitzeks Spiel: Die Spieler werden zu Zeugen – und vom Täter verfolgt.

“,Safehouse’ ist die Essenz meiner Geschichten“, sagt Autor Sebastian Fitzek

“,Safehouse’ ist die Essenz meiner Geschichten“, sagt Autor Sebastian Fitzek.

Quelle: Helmut Henkensiefken

Zwar spielt Fitzek als Vater von drei Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren zurzeit öfter “Mensch ärgere dich nicht“ und “Lotti Karotti“. Die Idee, eine solche Flucht als Brettspiel zu konzipieren, hat ihn aber trotzdem gereizt. Unterstützung bei der Entwicklung bekam er von Spieleautor Marco Teubner, der Spiele wie “Stone Age Junior“ und “Würfelwölfe“ erfunden hat. Teubner nahm sich Fitzeks Konzept an, las dessen Werke und versuchte schließlich, die nervenaufreibenden und spannenden Szenen der Bücher auf das Spielbrett zu übertragen.

Entstanden ist eine Mischung aus Taktik- und Glücksspiel. “Safehouse“ ist ein kooperatives Spiel, alle Spieler agieren als Team, das schwächste Glied der Gruppe bestimmt das Tempo. Sinnvoll sei es, eine gemeinsame Taktik abzusprechen und einen kühlen Kopf zu bewahren, sonst holt einen das Böse ein. “,Safehouse’ ist die Essenz meiner Geschichten“, sagt Fitzek. Wie im Buch wird “Safehouse“ über mehrere Kapitel gespielt. Trotzdem muss man Fitzecks Thriller nicht gelesen haben, um das Spiel zu verstehen.

Das Spiel

Das Spiel: “Sebastian Fitzek – Safehouse“ ist ein kooperatives Spiel, bei dem die Spieler einen Verfolger abschütteln müssen. Wer erreicht zuerst und vor Ablauf der Handlung das Ziel? “Sebastian Fitzek – Safehouse“ von Marco Teubner ist erschienen beim Moses Verlag. Es ist für 2-4 Spieler ab 12 Jahren gedacht und dauert etwa 30 Minuten, um 35 Euro.

Quelle: moses

Dass Verlage zu erfolgreichen Filmen oder Büchern Spiele herausbringen, ist seit einigen Jahren üblich. Die großen Namen der Bestsellerautoren machen sich auch auf Spielekartons gut und kurbeln den Absatz der Produkte entsprechend kräftig an. Auch dieses Jahr werden die Besucher der Spielemesse in Essen wieder Romanadaptionen wie “Der Pate: Corleones Imperium“ oder “Ken Follett – Das Fundament der Ewigkeit“ testen können. Dass ein Bestsellerautor unabhängig von einem Buch die Idee zu einem Brettspiel liefert, ist hingegen neu.

Fitzek zeigte sich während des Schaffensprozesses nach eigenen Worten entsprechend offen und uneitel: Er verließ sich voll und ganz auf den erfahrenen Spieleautor – auch, wenn das für ihn bedeutete, sich von liebgewonnenen Details und Ideen verabschieden zu müssen. “Bei Marco habe ich sofort gespürt, dass er viel Ahnung von dem hat, was er da tut. Über Streichungen und Neues brauchten wir gar nicht lange zu diskutieren“, sagt Fitzek. Sein Ausflug in die Welt der Spielentwickler wird trotz aller Begeisterung voraussichtlich jedoch einmalig bleiben. “Ich bin Buchautor, kein Spieleautor“, sagt Fitzeck. “Ich will mich weiterhin auf das Schreiben konzentrieren.“

Von Tanja Liebmann-Décombe

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