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20:15 23.10.2017
Geiseln befreien, Schurken erdolchen und die Pyramiden erklettern: “Assassin’s Creed Origins“ haucht der Serie neues Leben ein. Quelle: Ubisoft
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Hannover

Nilpferde sind der natürliche Feind des Assassinen. Korrupte Politiker, gierige Steuereintreiber, giftige Schlangen – sie alle sind höchstens Hürden auf der Zielgeraden in diesem Spiel. Aber wenn die riesenmäuligen Viecher auftauchen, ist die Mission akut bedroht. Als Held Bayek eine Frau auf einer Insel trifft, wird sie plötzlich von einem Rudel Nilpferde angefallen. Als er am Ufer entlangschleicht, trampelt ein Tier mit aufgerissenem Maul durch das Schilf.

Die Vierbeiner stehen für eine der größten Stärken des PC-Spiels “Assassin’s Creed Origins“. Sie bringen Chaos und Leben in eine schlappe Serie. Seit dem ersten “Assassin’s Creed“ vor zehn Jahren schlich und kletterte ein historischer James-Bond-Verschnitt nach dem anderen durch Schauplätze von Jerusalem bis London. Die gut recherchierten, liebevoll nachgebauten Städte dagegen waren ein Markenzeichen. Doch die Abenteuer wirkten gegen eine immer stärkere Konkurrenz längst altmodisch und überladen. Rigide durchgetaktete Missionen und lasche Sammelobjekte langweilten die Spieler an jeder Straßenecke.

Die Antike ist unberechenbar

“Origins“ erfindet die Serie nun nicht unbedingt neu. Das Spiel aber wirkt lebendiger als die Vorgänger. Die Spieler schlüpfen dieses Mal in die Rolle des antiken Sheriffs Bayek, der sich inmitten politischer Ränkespiele mit einem simplen moralischen Kompass orientiert. Unschuldige Geiseln werden befreit, skrupellose Tyrannen erdolcht. Zwischendurch klettert Bayek Pyramiden hinauf, bestaunt die Nase der Sphinx und erkundet Grabstätten.

Die Aufgaben machen aber wieder Spaß. Denn die Antike ist unberechenbar und dynamisch. Nicht nur Nilpferde platzen in die Party, auch menschliche Gegner sind jetzt klüger; sie verfolgen, parieren und attackieren geschickter. Sogar das Klettern auf Aussichtspunkte, früher eine Art Serienritual, darf sich Bayek schenken. Er hat einen Falken gezähmt, der die Lage sichtet und Wachen bei Bedarf ablenkt.

Gelungenes Ausflugsziel

Wenig Fortschritte zeigt die Serie leider bei dem Versuch, eine interessante Geschichte zu erzählen. Auch Cleopatra und Julius Cäsar persönlich können wenig ausrichten, wenn Dialoge so gestelzt klingen wie hier. Perfekt ist also auch das neue “Assassin’s Creed“ nicht, aber deutlich besser.

Vor allem das Ausflugsziel ist gelungen. Folgerichtig verspricht Ubisoft virtuellen Touristen einen Museumsmodus; ganz ohne Action, dafür mit interaktiven Touren. Im Frühjahr 2018 soll dieser als Download nachgereicht werden. Damit würde sich das Spiel sogar für Menschen lohnen, die nicht spielen.

“Assassin’s Creed Origins“ erscheint exklusiv für PC, Playstation 4 und Xbox One. Es ist ab dem 27. Oktober erhältlich.

Von Jan Bojaryn

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