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FC Hansa Bergmann wettert über Schiedsrichter
Sportbuzzer FC Hansa Bergmann wettert über Schiedsrichter
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00:00 02.09.2013
Hansa-Torhüter Johannes Brinkies bringt beim Herauslaufen Michael Thurk zu Fall und verursacht damit den zweiten Elfmeter. Rechts Sebastian Pelzer. Fotos(3): Worbser Sportfotografie
Heidenheim

Andreas Bergmann hatte sich auch lange nach dem Schlusspfiff noch nicht beruhigt: Er schimpfte und schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf.

Grund für seinen Zorn war die Entscheidung des Schiedsrichters Thorsten Kinhöfer. Der Fifa-Referee hatte in der Partie zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem FC Hansa Rostock am Sonnabend den Gastgebern einen Strafstoß zugesprochen, der nicht nur nach Ansicht des Rostocker Trainers unberechtigt war. Er habe damit der bis dahin ausgeglichenen Partie eine Wendung gegeben, wetterte Hansas Coach. „Ich kann nicht verstehen, warum man ein Spiel auf diesem Niveau so entscheiden muss. Dafür habe ich kein Verständnis“, konnte sich der Coach über die Leistung des Unparteiischen aus Herne kaum beruhigen.

Ausgangspunkt war ein Zweikampf zwischen Hansa-Kapitän Sebastian Pelzer und Florian Niederlechner, der per Steilpass vor dem Hansa-Strafraum bedient werden sollte. Doch Torhüter Johannes Brinkies war herausgelaufen und hatte den Ball mit vollem Einsatz vor Niederlechner weggefaustet. Der Heidenheimer stürmte von Pelzer flankiert vor und fiel. „Er hat selbst gesagt, dass das kein Elfmeter war“, berichtete Pelzer nach der 0:2-Niederlage.

Marc Schnatterer verwandelte den ersten Heidenheimer Strafstoß sicher (68.). Über den zweiten Elfmeter gab es dagegen keine Diskussionen: Brinkies hatte Michael Thurks Alleingang im Hansa-Strafraum ungestüm beendet. Schnatterer netzte erneut ein (83.).

Das Ergebnis spiegelt Hansas Leistung vor 8500 Zuschauern in der Voith-Arena nicht wieder. Denn die Rostocker waren dem Aufstiegsanwärter aus Baden- Württemberg ebenbürtig. Beiden Mannschaften war von Beginn an der große Respekt voreinander anzumerken. So konzentrierten sie sich zunächst auf eine stabile Defensive, Torchancen waren über die gesamte Zeit rar.

„Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht und nicht viel zugelassen. Am Ende so zu verlieren, ist sehr unglücklich“, meinte Leonhard Haas. Nach dem 0:1 hatte Hansa sogar die Chance zum Ausgleich.

Nach einem Haas-Freistoß kam der lange Steven Ruprecht mit dem Kopf an den Ball, doch die Kugel knallte nur gegen die Latte. (73.).

Den Vorwurf, vor dem Rückstand nicht genug eigene Chancen erarbeitet zu haben, wollte sich Haas nicht gefallen lassen. „Man durfte nicht erwarten, dass wir das Spiel machen. Wir wollten Heidenheim nicht zu Chancen kommen lassen“, erklärte er. Dass man gegen einen starken Gegner nicht so viele eigene Gelegenheiten bekommt, sei normal. Trainer Bergmann sah das ähnlich: „Bis zu diesem fragwürdigen Elfmeter hatten wir keine einzige Chance zugelassen.“

Zeit zum Hadern bleibt den Hanseaten nicht: Nach dem trainingsfreien Sonntag geht es mit einer englischen Woche weiter. Hansa empfängt am Mittwoch (19.00 Uhr) Jahn Regensburg und tritt am Sonnabend beim Chemnitzer FC an.

Statistik
Heidenheim: Sabanow - Strauß, Göhlert, Wittek, Heise - Reinhardt (86. Krebs), Griesbeck, Titsch-Rivero - Sökler (54. Thurk), Schnatterer - Niederlechner (72. Bagceci).


Rostock: Brinkies - Mendy, Ruprecht, Pelzer, Radjabali-Fardi - Weidlich (57. Starke), Haas, Grupe, Blacha (78. Jakobs) - Plat (57. Ioannidis), Savran.

Tore: 1:0 Schnatterer (68., Foulelfmeter), 2:0 Schnatterer (83., Foulelfmeter).

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne). Zuschauer: 8500. Gelbe Karten: Heise, Griesbeck / Plat, Haas, Pelzer, Brinkies,

Ich kann nicht verstehen, warum man ein Spiel auf diesem Niveau so entscheiden muss.“Hansa-Trainer Andreas Bergmann

Christian Lüsch

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