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FC Hansa Frust statt Freude bei Hansa Rostock
Sportbuzzer FC Hansa Frust statt Freude bei Hansa Rostock
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15:54 04.11.2018
Hansa-Flügelflitzer Marcel Hilßner (l.) gibt die Vorlage zum 0:1, hinten Jenas Manfred Starke. Quelle: Lutz Bongarts
Jena

Unter skandalösen Umständen hat der FC Hansa am Sonnabend mit dem 1:1 (0:0) bei Carl Zeiss Jena seine Serie auf fünf Spiele ohne Niederlage ausgebaut. Allerdings glitt den Rostockern wie schon drei Tage zuvor bei ihrem Pokal-K.o. gegen Nürnberg erneut in letzter Minute der Sieg aus den Händen. Die Führung von Jonas Hildebrandt (56.) glich der eingewechselte Vincent Louis Stenzel in der Nachspielzeit aus.

Das Ostduell war von massiven Fan-Auseinandersetzungen überschattet. Auslöser war offenbar der Torjubel von zwei Rostocker Anhängern, die auf der Tribüne eine Hansa-Fahne zückten. Es kam zu einem Handgemenge. Daraufhin brannten einigen Anhängern in den beiden eng nebeneinanderliegenden Fanblöcken die Sicherungen durch.Sie kletterten über die Zäune in den Stadioninnenraum, wo sie sich untereinander und mit Ordnern heftige Prügeleien lieferten. Erst die später dazugekommene Polizei konnte unter Einsatz von Pfefferspray die Gruppen trennen und eine weitere Eskalation der Situation verhindern. Nach mehr als sechsminütiger Unterbrechung konnte Schiedsrichter Martin Petersen die Partie fortsetzen.

„So etwas schadet dem Fußball, das gehört nicht ins Stadion“, sagte Hansa-Trainer Pavel Dotchev nach der Partie und verurteilte die Krawalle: „Ich distanziere mich stark davon, wir alle tun das.“ Auch Kapitän Oliver Hüsing war angefressen: „Durch so eine Scheiße, egal wer das ausgelöst hat, haben wir fast zehn Minuten Nachspielzeit. Da muss man sich einfach mal besser im Griff haben. Gerade weil wir auswärts führen und einen Riesensprung nach vorn machen können. Dadurch hatten wir am Ende noch zehn Minuten Nachspielzeit. Mich hat das einfach nur genervt. Das hat mit Fußball nichts zu tun.“

Auch in Richtung eigene Fans fand der Abwehrrecke klare Worte. „Es sind einzelne, da kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Aber da erwarte ich, dass man sich besser reguliert untereinander.“

Die Spielunterbrechung nützte vor allem den Thüringern etwas. Jenas Trainer Mark Zimmermann konnte seine Mannschaft noch einmal neu einstellen, während die vom Pokal-Drama geschlauchten Rostocker wieder in die „Verlängerung“ mussten. „Es hat uns ein bisschen rausgebracht“, stellte Hüsing fest.

Bis zu diesem Zeitpunkt sah sein Team wie der verdiente Sieger aus. Hansa war spielerisch überlegen, energisch und torgefährlich. Die dickste Gelegenheit hatte in der 36. Minute Linksverteidiger Nico Rieble, der aus 25 Metern die Latte traf. Nur eine Minute später verzog Hildebrandt, den Trainer Pavel Dotchev überraschend als zweite Spitze aufgeboten hatte. Das Führungstor nach einem mustergültigen Konter über Marco Königs und Marcel Hilßner belohnte die Ostseestädter für ihre Bemühungen – auch wenn dabei ein Abseits vorlag.

„Wenn es so sein sollte, dann ist es eben glücklich. Das Tor zählt trotzdem“, meinte Jonas Hildebrandt, der im Moment ein Wellental der Gefühle durchlebt. Im DFB-Pokal am Mittwoch gegen Nürnberg war er mit einem Treffer und dem verschossenen elfmeter der tragische Held, nun traf er erneut. „Ich hätte lieber kein Tor geschossen, aber beide Spiele gewonnen“, sagte er nach den fast 100 Spielminuten.

Wieder fehlten nur wenige Minuten zum Sieg. Jena machte nach der Unterbrechung immer mehr druck und hatte Torchancen, unter anderem durch Manfred Starke. Der andere Ex-Hanseat Kevin Pannewitz traf in der 88. Minute die Latte, ehe das letzte Aufbäumen noch der Ausgleich fiel (90.+2). „Es ärgert mich, dass die Mannschaft das 1:0 nicht über die Zeit bringen konnte“, sagte Dotchev, der seiner Truppe nach der „gefühlten Niederlage“ aber auch ein dickes Lob zollte: „Ich muss ihr ein Kompliment machen. Sie hat wieder das gezeigt, was sie leisten kann.“

Am Ende traten die Rostocker Spieler nach mehrminütigen Diskussionen doch noch vor die eigene Fankurve. Zu Feiern gab es jedoch nichts.

Kai Rehberg

In der 58. Minute ist die Partie von Hansa Rostock in Jena nach Krawallen unter den Zuschauern unterbrochen worden. Nach sechs Minuten setzte der Schiedsrichter die Begegnung fort.

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