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FC Hansa Hansas Chaostage in Teheran
Sportbuzzer FC Hansa Hansas Chaostage in Teheran
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14:46 26.10.2018
Hansa-Legende Axel Schulz (59) Quelle: RIB
Rostock

Axel Schulz hat in seinen Jahrzehnten bei Hansa unendlich viel erlebt. Eine Episode wird der ehemalige Spieler, der heute Sport-Koordinator des Koggenklubs ist, nie vergessen: Hansas Wüstentrip, der zwischenzeitlich im Schneechaos versank. „Das war wirklich sehr abenteuerlich“, schüttelt „Schulle“ noch heute den Kopf, wenn er daran denkt.

Zur Vorbereitung auf die Bundesliga-Rückrunde reiste Hansa Anfang Januar 2008 nach Dubai. „Damit wir das Trainingslager finanzieren konnten, haben wir ein Testspiel gegen die iranische Nationalmannschaft vereinbart“, erzählt Schulz. Die Rede war damals von 30 000 Euro Antrittsprämie.

17 Spieler und acht Betreuer des 33-köpfigen Hansa-Trosses reisten vom sonnigen Dubai in die zwei Flugstunden entfernte iranische Hauptstadt Teheran. Damit nahm das Unheil seinen Lauf: Der als Tagestrip gedachte Abstecher endete im Chaos, erinnert sich Axel Schulz. Das Spiel gegen Irans Nationalmannschaft gewann der Bundesligaaufsteiger zwar mit 2:0. „Man hatte uns gesagt, die Hütte würde voll sein, aber stattdessen verloren sich vielleicht 3000 Zuschauer in dem riesigen Stadion.“

Doch das sollte Hansas geringstes Problem auf dieser denkwürdigen Reise bleiben. „Eigentlich sollte es nach dem Spiel wieder zurück nach Dubai gehen, aber wir mussten den vom Gastgeber reservierten Flug umbuchen“, erinnert sich Schulz. Der Grund: Die Airline stand auf der Roten Liste besonders gefährlicher Fluglinien. Für den damaligen Pressesprecher und Hansa kein Grund zur Beunruhigung: „Wir haben uns gesagt: Dann schlafen wir eben eine Nacht im Hotel. Als wir morgens aufwachten, trauten wir unseren Augen kaum: Es lagen plötzlich 30 Zentimeter Neuschnee!“

Schon die Fahrt zum Flughafen sei abenteurlich gewesen, so Schulz. Für die 40 Kilometer lange Strecke brauchte der Bus vier Stunden – aber es kam noch schlimmer. „Wir durften zwar ins Flugzeug einsteigen aber es hob nicht ab“, sagt der 59-Jährige: „Nach vier, fünf Stunden wurde die Besatzung ausgetauscht, aber das Flugzeug bewegte sich weiter keinen Zentimeter.“

Die Passagiere wurden „langsam unruhig, es gab leichte Tumulte“, erzählt Schulz: „Nach neun Stunden wurde durchgesagt: Wir fliegen nicht.“ Der Hansa-Tross verließ die Maschine wieder und hing dann weitere zwei Tage im Iran fest. Der Chaos-Trip nach Teheran erwies sich als schlechtes Omen für die Bundesliga-Rückrunde: Am Saisonende stieg Hansa wieder ab.

Sönke Fröbe

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