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FC Hansa Peinlich! Hansa vorgeführt
Sportbuzzer FC Hansa Peinlich! Hansa vorgeführt
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00:00 26.03.2014
Er konnte sich nur selten in Szene setzen: Hansa-Stürmer Halil Savran (l.), hier im Zweikampf mit dem Saarbrücker André Mandt. Quelle: Eibner

Was für ein Debakel! Der FC Hansa Rostock hat sich gestern Abend beim 1. FC Saarbrücken mit 0:2 (0:2) blamiert und dabei vom Tabellenschlusslicht phasenweise vorführen lassen. Hansa ließ vieles vermissen: Einsatz, Spritzigkeit, Ideen. Die Truppe präsentierte sich wie ein Abstiegskandidat. Die Treffer von Patrik Schmidt (21.) und Raffael Korte (41.) besiegelten vor 3818 Zuschauern im Ludwigsparkstadion — darunter etwa 800 Hansa-Anhänger — die peinliche Niederlage. Es war die dritte Pleite in Folge. In allen drei Begegnungen blieben die Rostocker ohne Torerfolg.

Kapitän Sebastian Pelzer schäumte vor Wut. „Ich schmeiß mir Tabletten ein und andere spielen hier Alibifußball.“ In der ersten Halbzeit habe Hansa den Gegner stark gemacht. „Wir hatten keinen Arsch in der Hose. Das kann nicht der Anspruch von Hansa Rostock sein“, wetterte der 33-Jährige.

Die Rostocker taten sich gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht schwer. Die Mannschaft offenbarte einmal mehr erhebliche Schwierigkeiten bei Ballannahme und im Passspiel. Kombinationsfußball?

Fehlanzeige. Pressing? Nicht zu sehen. Und die langen Bälle kamen nicht an.

Statt selbst zu agieren, ließ sich Hansa vom Tabellenletzten das Spiel diktieren. Gegen Hoffmann (8.) und Zeitz (15.) war Torhüter Hahnel noch zur Stelle, doch als Mandts Freistoß in den Strafraum segelte und Hansas Abwehrspieler nicht entschlossen eingriffen, war er gegen den Kopfball von Patrick Schmidt machtlos. Erst danach wurden die Rostocker Profis, die gestern gemeinsam mit etwa 100 Fans in einer Chartermaschine von Laage nach Saarbrücken geflogen waren, aktiver. Nach schöner Vorarbeit von Jakobs kam Savran zum Kopfball. Doch der Stürmer verzog per Kopf (36).

Wenig später führten die Gastgeber Hansa erneut vor Augen, wie man mit Kampf und Leidenschaft erfolgreich sein kann und wie man eiskalt kontert: Korte setzte sich auf der rechten Seite gegen Radjabali-Fardi und Pelzer durch, zog ab und erhöhte mit straffem Schuss ins lange Eck auf 2:0.

Hansa kam mit etwas mehr Schwung aus der Kabine. Zudem versuchte Trainer Bergmann seiner Mannschaft mit Spielerwechseln Leben einzuhauchen. Doch die personellen Umstellungen — Mendy kam für Krauße, Schünemann ersetzte Haas — fruchteten nicht. Nachdem Hahnel einen Kopfball von Tim Knipping über die Latte gelenkt hatte, hätte Schünemann den Anschluss erzielen können. Nachdem sich Savran den Ball erkämpft hatte, legte er auf „Schüne“ ab, doch der verzog aus knapp 20 Metern deutlich (74.). Am Ende konnten sich die Ostseestädter bei ihrem Torhüter bedanken, der mit einer tollen Faustabwehr das 0:3 durch Ishihara (86.) verhinderte.

Trainer Bergmann steht bis zum Saisonende vor einer schwierigen Mission. Er muss dafür sorgen, dass das Team einen Aufwärtstrend erkennen lässt. Davon scheint die Mannschaft momentan meilenweit entfernt. Am Sonnabend empfangen die Rostocker die Stuttgarter Kickers. Nach den beiden Heimniederlagen gegen Darmstadt und Duisburg hat der FCH es gestern versäumt, Werbung in eigener Sache zu betreiben.

Statistik
Saarbrücken: Ochs — Forkel, Ballas, Knipping, Chaftar — Mandt (70. Ishihara), Zeitz — Korte, Ziemer, Hoffmann (80. Pezzoni) — P. Schmidt (87. Plut).

Hansa: Hahnel — Krauße (55. Mendy), Ruprecht, Pelzer, Radjabali-Fardi — Haas (55. Schünemann), Pekovic — Jakobs, Blacha — Ioannidis, Savran (76. Starke).

Tore: 1:0 P. Schmidt (21.), 2:0 Korte (41.). Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel). Zuschauer: 3818. Gelbe Karte: Ruprecht.



Christian Lüsch

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