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FC Hansa Osnabrück will Serie in Rostock fortsetzen
Sportbuzzer FC Hansa Osnabrück will Serie in Rostock fortsetzen
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06:00 03.12.2018
Er ist der Trainer der Stunde in der 3. Liga. Daniel Thioune (44) hat den VfL Osnabrück an die Tabellenspitze geführt. Quelle: Imago
Rostock

In der vergangenen Saison rettete Daniel Thioune als Nachfolger der VfL-Ikone Joe Enochs Osnabrück knapp vor dem Abstieg, jetzt sind die Niedersachsen als Tabellenführer die Mannschaft der Stunde in der 3. Liga. Der 44-jährige Ex-Profi – er machte seine Fußballlehrer-Lizenz gemeinsam mit Hoffenheims Julian Nagelsmann – hat in gut einem Jahr Erstaunliches bewirkt und formte ein Erfolgsteam, zu dem mit David Blacha und Maurice Trapp auch zwei Ex-Rostocker gehören. Daniel Thioune nahm Hansa vor zehn Tagen als Tribünengast in Lotte unter die Lupe und will am Montagabend (19 Uhr) im Ostseestadion die Erfolgsserie des seit zehn Pflichtspielen ungeschlagenen VfL fortsetzen.

Vor gut einem Jahr sind Sie als Interimstrainer mit dem VfL als Tabellenvorletzter in Rostock angetreten, nun kommen Sie als Spitzenreiter. Was hat sich seitdem in Osnabrück verändert, Herr Thioune?

Nahezu alles, vieles läuft jetzt anders bei uns. Ich erinnere mich gut an das Spiel in Rostock, es war mein zweites als Interimstrainer. Es war damals ein recht gutes Spiel von uns, wir haben nicht viel verkehrt gemacht. In der Nachspielzeit haben wir nach einem Konter noch das 0:2 bekommen. Am Ende sind wir als Viertletzter aus der Saison gegangen. Somit galt es, viel zu verändern. Wir haben gerade im Defensivverhalten, wie wir gegen den Ball arbeiten, einiges verändern können. Das ist der Schlüssel dafür, warum wir – ganz anders als in der letzten Saison – so wenige Gegentore haben.

Sie sind trotz der durchwachsenen Saison vom Interims- zum Cheftrainer befördert worden und durften die neue Saison in Angriff nehmen. Das ist ungewöhnlich im Profi-Geschäft.

Wenn man nach zwölf nicht gewonnenen Spielen eine Vertragsverlängerung bekommt, dann ist der Vertrauensvorschuss tatsächlich sehr groß. Aber er ist wohl auch dem geschuldet, dass mein Aufwand, den ich betrieben habe, nicht in Relation zum Ertrag stand. Außerdem hatte ich schon ein paar Erfolge im Nachwuchsbereich des VfL Osnabrück aufzuweisen. So hat man mir die Chance gegeben, mit einer neuen Mannschaft die Idee umzusetzen, die mir vorschwebte. Dafür bin ich natürlich dankbar.

Überrascht sie der derzeitige Erfolg dennoch selbst ein wenig?

In der Konsequenz muss man das als Überraschung sehen. Niemand hat uns so weit oben erwartet. Wenn man als Viertletzter aus der Saison geht, ist man etwas demütiger und hat keine so großen Ziele. Zumindest keine langfristigen, sondern will erst mal eine Entwicklung, einen Prozess in Gang bringen. Wir investieren maximal und schauen, was unter dem Strich dabei rumkommen kann. So sind wir in die Saison gegangen. Vieles von dem, was uns als Trainerteam an Ideen kam, ließ sich sehr schnell umsetzen. Von diesem Erfolg war aber nicht auszugehen.

Zumal die Voraussetzungen nicht optimal waren?

Wir hatten im Sommer 17 auslaufende Verträge – was mein Vorteil war. Denn bei 17 Bestandsverträgen hätte man sicher eher den Übungsleiter ausgetauscht als die Mannschaft. So hatten wir die Chance zu sehen, ob die Charaktere der Spieler und die spielerische Qualität zu dem passen, wie wir in Zukunft funktionieren wollen. Da hat sich relativ schnell eine Dynamik entwickelt, zum einen was die Mentalität betrifft und zum anderen die fußballerische Entwicklung. Vor ein paar Wochen hätte ich vielleicht noch gesagt, dass alles eine Momentaufnahme ist und dass wir überperformen. Heute sage ich: Wir gehören zur Spitzengruppe und das aktuell auch zu Recht.

Darf man das Wort Aufstieg in Osnabrück schon in den Mund nehmen?

Unser Ziel war es – achtung Floskel! – von Woche zu Woche schauen, maximal zu investieren und vieles von dem umzusetzen, was wir uns vornehmen. Wenn wir das schaffen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir Spiele gewinnen. Tatsächlich gewinnen wir viele Spiele. Und wenn man sehr viele Spiele gewinnt, kann man am Ende oben stehen. Es ist unser Ziel, das Maximale zu erreichen. Niemand spielt Fußball um Zweiter zu werden.

Sind Mannschaft und Umfeld des VfL reif für die 2. Bundesliga?

Auch so etwas muss sich entwickeln. Die Euphorie in Osnabrück ist da. Natürlich haben wir strukturell ein paar Defizite und finanziell ist es für uns auch schwierig, mit den Topklubs der Liga mitzuhalten. Im Sommer hatten wir es relativ schwer, den einen oder anderen Spieler für uns zu gewinnen. Jetzt geht es ja schon los, dass viele Spielerberater ihre Spieler wie Früchte auf dem Markt anbieten und wir nur zugreifen müssten. Meine Mannschaft ist jetzt in der Lage, in der 3. Liga zu funktionieren. Wenn wir im Frühjahr immer noch oben sind, wird man sich damit auseinandersetzen müssen, wie man die Mannschaft noch verstärken kann.

Was erwarten Sie in Rostock?

Das was uns jeden Woche erwartet: einen hochmotivierten Gegner, der den Tabellenführer schlagen will. Sicherlich gehört Rostock zu den absoluten Topteams der Liga. Die Mannschaft hat sehr viel Qualität, vielleicht fehlt im Moment noch die Konstanz. Ich erwarte schon ein ordentliches Brett am Montagabend, Rostock wird uns sicherlich alles abverlangen.

Sönke Fröbe

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