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FC Hansa Vollmann erwartet ein Stress-Spiel
Sportbuzzer FC Hansa Vollmann erwartet ein Stress-Spiel
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02:00 22.08.2014
Wenn er trifft, gewinnt Hansa (fast immer): David Blacha (l.), hier im Zweikampf mit Michael Wiemann (Wehen Wiesbaden). Quelle: Lutz Bongarts/Inside Picture

Die Pressekonferenz war eigentlich schon beendet, da ergriff Peter Vollmann noch einmal das Wort. Nach den beiden Niederlagen in Kiel (0:2) und gegen Wiesbaden (0:1) hätte er etliche Ratschläge erhalten. „Der eine sagt, wir müssen mehr aus zwanzig Metern schießen, der andere meint, wir müssen mehr auf Abseits spielen, der nächste, wir müssen mehr Doppelpässe spielen, mehr Ecken trainieren oder das System ändern“, berichtet der Trainer des FC Hansa Rostock. Er bedanke sich für die gut gemeinten Tipps, machte aber auch deutlich: „Für mich hört sich das an, als ob man eine Grippe mit Nivea-Creme behandeln will, aber ganz so einfach ist das nicht.“

Der 56 Jahre alte Fußballlehrer will die jüngsten Misserfolge — Hansa hat aus den zurückliegenden drei Spielen lediglich einen Punkt geholt — überhaupt nicht wegdiskutieren. Das Spiel seiner Truppe krankte zuletzt vorne wie hinten. Die Misserfolge haben am Selbstbewusstsein genagt. Der Druck im morgigen Kellerduell beim Tabellenvorletzten Jahn Regensburg (14.00 Uhr, BR) ist enorm. „Es wird ein Stressspiel auf höchster Ebene“, sagt Vollmann. Er weiß: „In dieser Phase müssen wir uns auf mehr Fehler einstellen.“

Doch dieses Problem dürften die Regensburger auch haben. Dem erfolgreichen Saisonstart (3:1 gegen Duisburg) folgten drei Pleiten — 1:3 bei den Stuttgarter Kickers, 0:2 gegen Unterhaching und 1:5 bei Dortmund II. Mit elf Gegentoren verfügen die Jahn-Kicker über die löchrigste Abwehr der Liga.

Ein Sieg könnte der erste Schritt aus der Krise sein. „Wer gewinnt, kann sich richtig freuen“, meint Vollmann. Selbst im Erfolgsfall ist ein Ende der Anspannung nicht in Sicht. Im Freistaat Bayern fällt der Startschuss für eine richtungweisende englische Woche. Nach dem Auftritt in Regensburg trifft Hansa auf zwei Aufsteiger: am kommenden Dienstag daheim auf Sonnenhof Großaspach und am Freitag darauf auswärts auf den FSV Mainz 05 II (jeweils 19.00 Uhr).

David Blacha ist ein Freund englischer Wochen. Bei einem Misserfolg habe man gleich wieder die Chance, es besser zu machen, begründet Hansas erfolgreichster Torschütze der Vorsaison. „Und wenn man einen Lauf hat, tut jedes Spiel gut.“ Blacha hat mit Hansa in der Vorsaison mehr Tiefen als Höhen erlebt. „Da konnte jeder für sich etwas lernen“, ist sich der Offensivmann sicher.

Vollmann versucht derweil, seine verunsichert wirkenden Profis starkzureden. So hat er Innenverteidiger Steven Ruprecht, der gegen Wiesbaden patzte, bereits einen Tag nach dem Aussetzer eine Einsatzgarantie für Regensburg gegeben. „Man muss die Symptome behandeln und langsam wieder Sicherheit gewinnen“, sagt Vollmann. Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Besserwisser konnte er sich dann doch nicht verkneifen: „Ich kann unser Spiel nicht verbessern, wenn ich hundert Eckbälle trainieren lasse.“

Für mich hört sich das so an, als ob man eine Grippe mit Nivea-Creme behandeln will, aber ganz so einfach ist das nicht.“Hansa-Trainer Peter Vollmann (56) über Reaktionen nach drei sieglosen Spielen in Serie
HANSA NOTIZEN
Eingriff: Shervin Radjabali-Fardi, der sich im Landespokal gegen den Lübzer SV (10:0) einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen hatte, ist operiert worden. Der Linksverteidiger fällt etwa ein halbes Jahr aus. Tommy Grupe muss fünf Monate nach seinem Kreuzbandriss weiter auf sein Comeback warten. Bei starker Belastung schwillt das Knie an. Das sei normal, erklärt Trainer Peter Vollmann, der erst zu Rückrundenbeginn wieder mit Grupe plant.



Stefan Ehlers

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