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FC Hansa Ziemer-Gala rettet einen Punkt
Sportbuzzer FC Hansa Ziemer-Gala rettet einen Punkt
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06:47 25.08.2014
Er marschierte vorneweg: Hansa-Torjäger Marcel Ziemer. Dem 29-Jährigen gelang in Regensburg der erste Viererpack seiner Profikarriere. Quelle: Eibner

Eigentlich hätte Marcel Ziemer Glücksgefühle ohne Ende haben müssen. Der Hansa-Stürmer konnte bei seinem Startelf-Debüt gleich viermal jubeln. Doch in die Freude über den ersten Viererpack seiner Profikarriere mischte sich ein dicker Wermutstropfen. „Es war schon Enttäuschung dabei, dass wir das Spiel nach zweimaliger Führung nicht gewonnen haben“, sagte Ziemer nach dem verrückten 4:4 (1:0) am Sonnabend beim SSV Jahn Regensburg.

Nach einem „holprigen Start“ mit einem Virusinfekt und lediglich vier Teilzeiteinsätzen machte Ziemer deutlich, wie wertvoll er für Hansa sein kann. „Ich kenne Marcel schon sehr lange und weiß, was er für Qualitäten hat. Er kann auch mal aus keiner Chance ein Tor machen“, lobte Trainer Peter Vollmann den Torjäger, der bereits acht Tage zuvor im Landespokal beim Siebtligisten Lübzer SV (10:0) viermal getroffen hatte. „Als Stürmer will man Tore machen. Das ist der Job“, meint er.

Ähnlich kurz und trocken hatte er sich zuvor im Abschluss präsentiert. Ob aus der Drehung, mit dem Kopf, per Fallrückzieher (Marke Tor des Monats) oder in typischer Strafraumspieler-Manier — Ziemer traf, wie er wollte. „Ich war wie in Trance. Ich glaube, ich hätte machen können, was ich will — der Ball wäre immer reingegangen“, sagte der 29-Jährige, der sich mit seiner Vier-Tore-Gala an die Spitze der Drittliga-Torjägerliste schob.

Seine Mitspieler hatten Spaß an der Treffsicherheit des Angreifers. „Sie haben gesagt: ,Schieß einen Abstoß, vielleicht geht der auch rein‘“, erzählte Ziemer mit einem Lächeln auf den Lippen.

Ziemer ist erst der vierte Profi, der in der 3. Liga in einem Spiel viermal getroffen hat. Gleiches schafften vor ihm nur Salvatore Amirante (Jena/9. August 2009), der Erfurter Marcel Reichwein (17. März 2012) und Dominik Stroh-Engel (Darmstadt/21. September 2013).

Dass es statt der erhofften drei Zähler wie bei den beiden vorangegangenen Gastspielen in Regensburg nur einer wurde, lag an der wackligen Defensive, die sich zu viele Schaltpausen leistete. Die bestraften Kurz, Aosman, Trettenbach und Dressler vor 3807 hin- und hergerissenen Zuschauern gnadenlos. Vollmann ärgerten die „bösen Abwehrschnitzer“, die sein Team nach zweimaliger Führung mit 2:4 ins Hintertreffen brachten. „Wir haben dem Gegner das Toreschießen in der zweiten Halbzeit relativ einfach gemacht“, kritisierte der Coach und fügte mit einem Schuss Galgenhumor hinzu: „Solche Fußballspiele sorgen dafür, dass man zehn Jahre früher ins Grab kommt.“ Immerhin, die Rostocker bewiesen Moral und retteten dank Ziemer noch einen Punkt.

Unterm Strich hinkt Hansa mit fünf Punkten und Rang 14 dem eigenen Anspruch hinterher. Von einem Fehlstart möchte Vollmann (noch) nicht sprechen. „Warten wir erst einmal diese englische Woche ab.

Vielleicht sieht es dann ja schon wieder ganz anders aus.“

Auch Ziemer sehnt den ersten Heimsieg des Jahres herbei. Gegen Aufsteiger Großaspach (19.00 Uhr) soll morgen endlich der Heimfluch besiegt werden. Ziemer macht deutlich: „Wer die Tore schießt, ist egal. Wichtig ist, dass wir unsere Spiele gewinnen.“ Dann klappt‘s auch mit den Glücksgefühlen.

Abwehrchef Stuff ließ sich vor dem 2:4 austanzen
Jörg Hahnel: viermal bezwungen, viermal schuldlos. Angesichts der haarsträubenden Fehler seiner Vorderleute konnte der Keeper einem Leid tun.

Robin Krauße: Über seine Seite konnte der Gegner nichts ausrichten. Im Spiel nach vorn blieb er nahezu ohne Wirkung.

Christian Stuff: Brachte seine Körpergröße kaum zur Geltung. Der Abwehrchef hatte eine Aktie am 1:2 und ließ sich vor dem 2:4 austanzen.

Steven Ruprecht: Er wirkt verunsichert. Ließ seinen Gegenspieler vor dem 2:2 enteilen.

Sebastian Pelzer: Solide erste Halbzeit, später oft einen Schritt zu spät. Verlor vor dem 2:3 den entscheidenden Zweikampf.

Kai Schwertfeger: schwacher Auftritt. Lief sehr oft dem Gegner nur hinterher.

Julian Jakobs: Schöner Eckball vor dem 2:1, traf nach Blachas Lattenschuss das Tor nicht.

Denis-Danso Weidlich: Technisch stark, präzise Vorlage zum 3:4. Hatte Pech beim Pfostenschuss. Defensiv hin und wieder zu zögerlich.

Dennis Srbeny: Starker Beginn, einsatzstark vor dem 1:0, nur Zuschauer beim 1:1.

David Blacha: gewohnt laufstark, Pech beim Lattenschuss, Mitschuld bei der Entstehung des 2:4.

Marcel Ziemer: Krönt Startelf-Debüt mit Viererpack. Ein Tor war schöner als das andere.

Halil Savran: Sorgte für neuen Schwung im Angriffsspiel. Schönes Kopfballzuspiel vor dem 2:1.

Christian Bickel: Effektiver Joker in der Schlussphase. Trat die Eckbälle vor den letzten beiden Toren.

Markus Gröger: erster Drittliga-Einsatz für Hansa.



Stefan Ehlers, Gert Glaner und Jens Erken

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