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Fussball regional 1860 Stralsund geht angeschlagen in den Jahresendspurt
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19:03 06.11.2018
Das TSV-Trainergespann Robin Baarhs (l.) und René Marmulla musste in dieser Saison schon einige Klatschen einstecken, unter anderem das historische 0:14 bei Mecklenburg Schwerin. Quelle: FOTOS: Horst Schreiber
Stralsund

Zwölf Spiele gespielt, lediglich fünf Punkte gesammelt, nur mickrige sieben Tore geschossen und üppige 54 kassiert – so lautet die derzeitige Bilanz des TSV 1860 Stralsund in der Fußball-Verbandsliga. Vier Monate nach der Eingliederung des FC Pommern und des Stralsunder FC in den TSV scheint der Fußball in Stralsund ergebnismäßig am Boden – erneut. Vor einem Jahr war die Lage, damals noch unter dem Namen FC Pommern, ähnlich prekär: Stralsund war, wie heute, Tabellenletzter, hatte nach zwölf Spielen ebenfalls nur sieben Tore erzielt und sogar einen Zähler weniger auf dem Konto.

In dieser Spielzeit geben die zum Teil hohen Pleiten Rätsel auf. Viermal musste 1860 bereits sechs oder mehr Gegentore schlucken – 0:8 gegen Güstrow, 0:6 gegen Pampow, 0:14 gegen Schwerin und 0:7 gegen Bützow. Zwar gehören die Gegner alle zum erweiterten Kreis der Favoriten auf den Staffelsieg, doch die Ergebnisse zeugen von Klassenunterschieden. Robin Baarhs, Trainer des TSV, sieht sowohl taktische als auch psychologische Gründe für die Misere: „Gegen Schwerin und Bützow waren wir einfach schlecht! Da war die Bereitschaft nicht da. Zudem saß beim Bützow-Spiel der Schock aus Schwerin noch tief, als wir früh (7. Minute/d. Red.) das erste Gegentor gefangen haben.“

Spaß am Fußball ist nichtverloren gegangen

Ist die Anfangseuphorie nach dem fußballerischen Neustart in Stralsund verflogen? Beobachtet man das Training, scheint die gute Stimmung im Team nicht abhanden­gekommen zu sein. „Der Spaß ist da, wir keifen uns nicht an“, sagt Baarhs. Auch Kapitän Steffen Pompe bestätigt: „Der Teamgeist funktioniert. Wir sind gut zusammengewachsen.“

Die positive Stimmung soll aber nicht über den Ernst der Lage hinwegtäuschen, versichert Baarhs: „Klar hinterfragen wir uns.“ Die Fehler und die Einstellung zum Sport wurden intern angesprochen, das Training wurde angezogen. „Aber ich kann nicht jedes Mal Straftraining ansetzen, wenn wir eine Klatsche bekommen“, meint Baarhs. Auch der Trainer selbst hinterfragt sich. Baarhs, der vor der Saison vom Landesklasse-Team SV Prohner Wiek geholt wurde, steht für Offensivfußball. Das wurde ihm in dieser Saison schon zum Verhängnis. „Wir haben in Güstrow zur Halbzeit ,nur’ 0:2 zurückgelegen. Vielleicht hätte man da umstellen müssen, aus einer defensiveren Grundordnung heraus agieren. Aber ich will mich nicht nur hinten reinstellen“, betont er. Der Trainer sieht die zweite Hälfte beim GSC Ende August als Leistungsknick der bisherigen Saison. Danach schaffte es 1860 nicht, gegen direkte Konkurrenten um den Klassenverbleib dreifach zu punkten. Trotz hoch­karätiger Chancen und leichter Feldvorteile reichte es gegen Görmin (1:1), Malchin (1:1) und Boizenburg (0:1) nie zum Sieg.

Stralsund fehlt derzeit ein Knipser und ein Führungsspieler. „Wir wussten, dass uns Qualität vor der Saison abhandengekommen ist. Es fehlt einer, der den Laden zusammenhält, ein Alphatier“, urteilt Baarhs: „Doch auch das kann man kompensieren, wenn man will. Fußball ist Emotionssport. Ohne Emotionen kannst du nicht gewinnen. Man kann vieles ansprechen, letztlich entscheiden es die Spieler mit ihrem Einsatz.“ Der 29-Jährige wünscht sich also mehr Biss.

Die Partie in Pastow (0:4) am Sonnabend sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Auch, weil Baarhs seine offensive Ausrichtung opferte und mit Fünferkette spielen ließ. Von den vier Gegentoren fiel eins durch einen Weitschuss, ein anderes stolperte sich Stralsund quasi selbst rein. Im Gegenzug vergab der TSV Hochkaräter zum Anschluss. „Das Glück ist momentan auch nicht auf unserer Seite“, kommentierte Baarhs ernüchtert.

Worst-Case-Szenario blieb aus

So bleibt 1860 mit einem Torverhältnis von 0:25 aus den letzten drei Spielen am Tabellenende kleben. Die Sundkicker hatten zum Saisonstart auf mehr gehofft, waren aber darauf gefasst, dass es schwierig werden würde. „Das Worst-Case-Szenario war: Wir verlieren die ersten zehn Spiele“, offenbart der Trainer. Das konnte der TSV mit dem Sieg beim ersten Heimspiel gegen Aufsteiger SV Hanse Neubrandenburg (3:2) abwenden. Letztes Jahr hatte FC Pommern für den ersten Sieg neun Ligaspiele benötigt.

Die Situation ist dennoch ähnlich angespannt und ruft die Mahner auf den Plan. „Auf einmal kommen die Kritiker, die gegen die Fusion waren, aus ihren Löchern. Und es geht alles gegen die erste Männermannschaft. Aber die sehen nicht, dass hinter dem Projekt der langfristige Vorteil der Jugendförderung steckt“, ist Baarhs genervt. Mit Torhüter Alexander Gernetzki und zuletzt Nicolas Glaser versuchen sich bereits A-Jugendliche in der Verbandsliga-Truppe.

Die Kritiker werden erst wieder verstummen, wenn die Ergebnisse stimmen. Drei Heimspiele stehen bis zum Jahreswechsel noch auf dem Programm: am kommenden Sonnabend gegen den RFC, der alles andere als zufriedenstellend in die Saison gestartet ist und kürzlich einen neuen Trainer an die Seite gestellt hat. Im Dezember sind dann Kühlungsborn und Ueckermünde zu Gast. Zudem steht das Derby beim Grimmener SV an. Auf dem Papier sind das machbare Aufgaben für den TSV. Dazu müssen die derben Klatschen aber schleunigst aus den Köpfen.

Horst Schreiber

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