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Nullnummer im 144. Revier-Derby

Dortmund Nullnummer im 144. Revier-Derby

Viel Tempo, Kampf und Herzblut - aber keine Tore. Trotz großer Überlegenheit und hochkarätiger Chancen kam Vizemeister Borussia Dortmund im 144.

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Dortmunds Sokratis (l) und Schalkes Kevin-Prince Boateng schenken sich im ausgeglichenen Revierderby nichts. Foto: Bernd Thissen

Dortmund. Viel Tempo, Kampf und Herzblut - aber keine Tore. Trotz großer Überlegenheit und hochkarätiger Chancen kam Vizemeister Borussia Dortmund im 144. Revier-Derby nicht über ein 0:0 gegen den FC Schalke 04 hinaus.

Die Dortmunder verpassten damit die Möglichkeit, den ärgsten Verfolger zu distanzieren. Der BVB, der nun schon 16 Punkte in den letzten acht Bundesliga-Heimspielen abgab, liegt als Tabellenzweiter mit 52 Punkten knapp vor den Schalkern (51). Die Königsblauen bestätigten zumindest ergebnismäßig ihren guten Lauf, ging doch nur eines ihrer letzten zwölf Bundesliga-Spiele verloren.

„Ich bin ein bisschen enttäuscht. Das war unser bestes Heimspiel seit Monaten. Schalke hat Glück gehabt. Wir waren die klar überlegene Mannschaft und hätten eine der vier, fünf Großchancen nutzen müssen“, sagte BVB-Verteidiger Mats Hummels und hob einen Schalker besonders hervor: „Ralf Fährmann ist ein klasse Bundesliga-Keeper“. Der Schlussmann war auch entsprechend zufrieden mit seiner Leistung. „Es ist schön, wenn man die Mannschaft im Spiel halten kann. Dafür trainiert man jeden Tag“, sagte Fährmann und ergänzte mit Blick auf die Tabelle: „Unser Ziel ist die Champions League. Da sieht es sehr gut aus. Wir dürfen aber nicht locker lassen.“

Das brisante Hochsicherheitsspiel, das nach den Vorkommnissen im Hinrunden-Duell den Einsatz von 3000 Polizisten erforderte, entwickelte sich von Beginn an zu einer kampfbetonten Partie mit vielen Emotionen. Dabei war der BVB über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, in dem er die mit dem letzten Aufgebot angetretenen Schalker (zehn Ausfälle) zunehmend in die Defensive drängte. Doch trotz aller Überlegenheit war die Chancenverwertung wieder einmal das große Manko - auch weil Gäste-Keeper Ralf Fährmann über sich hinauswuchs.

Ein Abtasten gab es vor 77 600 Zuschauern nicht. Die erste Chance des Spiels besaßen in der vierten Minute die Gäste, als der niederländische Torjäger Klaas-Jan Huntelaar einen Schuss über das Tor setzte. Im Gegenzug war der BVB bei einem Kopfball von Robert Lewandowski gefährlich (6.). Vorausgegangen war eine mustergültige Flanke von Nationalspieler Marco Reus, der erstmals seit dem 8. Februar wieder in der Startelf stand.

Mit zunehmender Spieldauer rissen die Dortmunder das Geschehen an sich und brachten die Defensive der Königsblauen in arge Bedrängnis. Aufgrund des unglaublichen Verletzungspechs hatte Trainer Jens Keller aber auch die zweitjüngste Schalker Mannschaft (23 Jahre, 203 Tage) in einem Bundesliga-Revierderby aufbieten müssen. Das machte sich bemerkbar. Dabei scheiterte Sebastian Kehl, der sein 250. Bundesliga-Spiel für den BVB bestritt, mit einem Kopfball (18.) und Henrich Mchitarjan mit einem 20-Meter-Schuss (31.). Danach war es Reus, der einen Volleyschuss knapp neben das Tor setzte (39.) und anschließend den seit Wochen überragenden Fährmann zu einer Parade zwang (45.). Schalkes Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies, der sich wie üblich bei Spielen in Dortmund unter die Gäste-Fans mischte, dürfte den Pausenpfiff herbeigesehnt haben.

Das 0:0 war für die Schalker schmeichelhaft, auch weil die Offensive zu wenig für Entlastung sorgte. Beim BVB, der mit dem Viertelfinale in der Champions League gegen Real Madrid und dem Pokal-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg in den nächsten Wochen vor großen Aufgaben steht, sorgte die Rückkehr von Reus ins Team für Belebung.

Der zweite Durchgang begann, wie der erste endete - mit einer Chance von Reus. Doch der Offensivstar kam nach Flanke von Kevin Großkreutz nicht richtig zum Torabschluss (47.). Die Königsblauen mussten bis zur 59. Minute warten, ehe Roman Neustädter mit einem Kopfball mal für Gefahr sorgte. Danach stand wieder Fährmann im Mittelpunkt, als er gegen Lewandowski (67.) und Reus (70.) klärte. Bei Mchitarjans Großchance musste er nicht eingreifen (73.).

Zumindest im Vorfeld des Spiels war es entgegen der Befürchtungen ruhig geblieben. Bis kurz vor dem Anpfiff meldete die Polizei nur kleinere Zwischenfälle. Mit rund 1000 gewaltbereiten Fans - je 500 von beiden Clubs - war gerechnet worden. Die Polizei setzte auf eine strikte Trennung der Fangruppen.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 57,6 - 42,4

Torschüsse: 18 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 52,9 - 47,1

Fouls: 17 - 24

Ecken: 4 - 2

Quelle: optasports.com



dpa

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