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Seleção kämpft gegen Italien und Pechsträhne

Rio de Janeiro Seleção kämpft gegen Italien und Pechsträhne

Brasiliens Stürmer-Star Neymar überkam das große Zittern, als er in Genf aus dem Flieger stieg. Weniger aus Angst vor Testspielgegner Italien, sondern wegen der eisigen Temperaturen.

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Brasiliens Coach Luiz Felipe Scolari diskutiert beim Training mit Fred und Neymar (r). Foto: Jean-Christophe Bott

Rio de Janeiro. „Das Schlimmste ist der Wind und dann die eiskalten Füße. Ich habe schon Schnee gesehen, aber noch nie bei Schnee gespielt“, bibberte der sonnenverwöhnte 21-Jährige. Er muss sich schnell ans „Eis-Dribbeln“ gewöhnen, denn die Seleção will am Donnerstag in Genf unter ihrem neuen alten Coach Luiz „Felipão“ Scolari endlich zeigen, dass sie auch Top-Teams bezwingen kann - was aber seit der WM 2010 nicht mehr wirklich gelungen ist.

Nach der enttäuschenden 1:2-Niederlage vom 6. Februar im Londoner Wembley gegen England hatte Brasiliens Sportzeitschrift „Lance!“ dem 64-jährigen Weltmeistertrainer Scolari klare Worte zugeteilt: „Felipão wird sein Gehirn anstrengen müssen, damit das Team bis zum nächsten Testspiel am 21. März gegen Italien funktioniert!“ Das dürfte er getan haben. Im Kader sind die Bayern-Profis Dante und Luiz Gustavo. Auch Seleção-Veteran Kaká (Real Madrid) kehrte zurück. Neymar (Santos) ist gesetzt. Doch Scolari hat ein Problem im Mittelfeld, denn Paulinho (Corinthians), Ramires (Chelsea) und Lucas (Paris Saint Germain) fallen verletzungsbedingt aus.

Italiens Nationalcoach Cesare Prandelli kann dagegen weitgehend aus dem Vollen schöpfen und könnte am Donnerstag seine Stammformation aufbieten. Lediglich der Einsatz von Juves Giorgio Chiellini ist fraglich. Der Verteidiger musste mit einer Prellung am linken Knöchel am Montag auf das Mannschaftstraining verzichten. Auch eine alte Verletzung am rechten Sprunggelenk macht dem 28-Jährigen wieder zu schaffen.

Eigentlich schielen die Italiener ohnedies schon auf das für sie wichtigere Spiel in der WM-Qualifikation am nächsten Dienstag gegen Malta. „Gegen Brasilien zu spielen ist immer eine große Sache, aber ich will nicht, dass diese Spannung dazu führt, dass wir das Spiel gegen Malta aus den Augen verlieren“, warnte Prandelli.

Dennoch ist das Kräftemessen mit den Brasilianern für die Azzuri ein besonderes Duell, das sie schon seit 31 Jahren nicht mehr für sich entscheiden konnten. „Solche Spiele machen immer Spaß“, sagte Mittelfeldspieler Andrea Pirlo von Juventus Turin. „Sie haben eine großartige Mannschaft, aber wir sind nicht schlechter.“ Sein Teamkollege und Nationalmannschafts-Kapitän Gianluigi Buffon fügte hinzu: „Das Spiel ist ein wichtiger Test, der uns bedeutende Antworten für die Zukunft gibt.“

Auf der Gegenseite sind die Erwartungen an Scolari unglaublich hoch, denn der stilisiert die Seleção seit seinem Antritt Ende November 2012 zum WM-Mitfavoriten. „Wir wollen 2014 Weltmeister und Hexacampeão (Sechsfach-Champion) werden“, sagt er unermüdlich. Da der WM-Gastgeber gesetzt ist und keine Qualifikationsspiele zu absolvieren hat, muss sich Brasilien durch Testspiele wachhalten. Nach Italien folgt am nächsten Montag in London Russland.

„Ich hoffe, wir gewinnen diese Spiele. Die Seleção hat es mit dem Stigma zu tun, seit der WM 2010 (in Südafrika) nicht mehr gegen 'große' Gegner gewonnen zu haben“, sagte Tormann Julio César (Queens Park Rangers). Die Statistik gibt dem 33-Jährigen recht. Die Seleção verlor in den vergangenen beiden Jahren gegen Frankreich (0:1), Deutschland (2:3) und England (1:2) und kam gegen Holland nicht über ein 0:0 hinaus. Da fallen Kantersiege etwa gegen China (8:0) im September 2012 oder gegen den Irak (6:0) im Oktober nicht wirklich ins Gewicht.

Beim Confed-Cup (15.-30 Juni) wird es für Scolari und Co. richtig ernst. Acht Länder treten bei der WM-Generalprobe an, darunter Weltmeister Spanien, Italien (vier WM-Titel) und Uruguay (2 WM-Titel). Am 2. Juni steht für Brasilien in Rio das „Test-Rückspiel“ gegen England an. Scolari wird sich warm anziehen müssen.

dpa

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