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Lokalsport Volleyball-Meistertrainer Koslowski: Ich bin hier noch nicht fertig
Sportbuzzer Lokalsport Volleyball-Meistertrainer Koslowski: Ich bin hier noch nicht fertig
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00:29 09.05.2018
SSC-Trainer Felix Koslowski jubelt. Quelle: Lutz Bongarts
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Hochzeit, Geburt Ihres dritten Kindes, Supercupsieg, Europapokal-Halbfinale, Meistertitel – was war für Sie das Größte im ereignisreichen Jahr?

Felix Koslowski: Ganz klar die Hochzeit und die Geburt. Beides war für mich außergewöhnlich emotional und unendlich schön. Die Familie gibt mir die Motivation, in meinem Job gut zu sein. Ich möchte, dass meine Kinder auf mich stolz sind (lacht). Insofern erhöht jedes weitere Kind den Druck auf mich, erfolgreich zu sein.

Das Finale gegen Stuttgart war eng. Wie haben Sie es geschafft, dass Ihr Team in den entscheidenden Drucksituationen immer standgehalten hat?

Wir haben in der gesamten Saison daran gearbeitet und versucht, Druck als etwas Positives zu begreifen, diese Phasen anzunehmen, um zu zeigen, wie stark wir sein können. Gemeinsam mit unserem Sportpsychologen Torsten Weilich haben wir mit jeder einzelnen Spielerin gearbeitet, um sie besser kennenzulernen und sie mental stärker machen zu können. Schön, dass wir das geschafft haben. In der entscheidenden Phase der Saison hat es mehrere Spielerinnen gegeben, die deutlich über ihrem Niveau gespielt haben: Beta Dumancic, Lauren Barfield, Jelena Oluic, Greta Szakmáry, Kaisa Alanko.

Nach dem Titelgewinn sind Sie bereits wieder mit der Kaderplanung beschäftigt und mit der Nationalmannschaft unterwegs. Haben Sie überhaupt mal Zeit, Ruhe zu finden?

Das ist sehr selten. Ich habe einen Siebentage-24-Stunden-Job. Die Auszeiten, die ich brauche, muss ich sehr gut planen. Ich habe versucht, mir das vergangene Wochenende freizuhalten, um mit meiner Frau und unseren Kindern unseren ersten Hochzeitstag zu genießen. Danach bin ich wochenlang mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Nations League unterwegs: Brasilien, Südkorea, Thailand, Polen.

Louisa Lippmann geht, Jennifer Geerties’ Zukunft ist noch offen? Wie wird das neue Team aussehen?

Wir sind mit der Kaderplanung sehr weit: Lauren Barfield wird bleiben und wir sind mit Jennifer Geerties in sehr guten Gesprächen. Ich denke, sie bleibt. Es werden einige neue und interessante Spielerinnen dazukommen.

Natürlich ist es schwer, Louisa Lippmann zu ersetzen, aber genau darin liegt der Reiz der Aufgabe – mit immer wieder neuen Spielerinnen eine Mannschaft aufzustellen, sie zu formen und zum Erfolg zu führen.

Im vergangenen Jahr musste der SSC aus Kostengründen auf die Champions League verzichten. Wie stehen die Chancen diesmal?

Sehr gut. Unser Management tut alles, um der Mannschaft diesen Traum zu erfüllen. Wir verhandeln mit dem europäischen Verband, wollen die Auflagen erfüllen.

Worum geht es genau?

Es geht unter anderem um die Technik, die wir benötigen, um den Videobeweis zu ermöglichen, um Zuschauerkapazität, Medienarbeitsplätze und VIP-Betreuung. Die Champions League verursacht für die Vereine Mehrkosten, die gedeckt werden müssen.

Viele Top-Spiele Ihrer Mannschaft wurden live im Fernsehen übertragen. Täuscht der Eindruck oder ist Volleyball im Aufwind?

Der Trend ist deutlich erkennbar. Wir haben durch die TV-Präsenz mehr Aufmerksamkeit bekommen. Für viele unserer Partner war das ein Hauptgrund, sich zu engagieren.

Spielerinnen wecken mit guten Leistungen das Interesse anderer Klubs – gilt das auch für erfolgreiche Trainer?

Ja. Ich hatte Anfragen aus Italien und der Türkei. Aber ich habe bis 2020 einen Vertrag beim SSC und bin hier mit der Entwicklung sehr zufrieden. Und: Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl.

Trotzdem: Hätten Sie nicht mal Lust, mit einem großen Etat eine internationale Spitzenmannschaft zu formen und große Titel zu gewinnen?

Mit viel Geld etwas auf die Beine zu stellen, halte ich für nicht so schwer. Ich habe mit dem SSC schon einiges erreicht. Ich bin hier aber noch lange nicht fertig. Den Pokal habe ich mit dem Team noch nie gewonnen. Ich würde gern wieder den Meistertitel holen. Und ich möchte mit Schwerin in der Champions League spielen – das war schon immer ein persönlicher Traum. Das sind alles reizvolle Ziele für mich.

Wie belohnen Sie sich und Ihre Familie für die erfolgreiche Saison?

Nach den Turnieren mit der Nationalmannschaft werden wir in den Urlaub fliegen. Da steht dann die Familie im Mittelpunkt.

Was muss die Schweriner Klubführung tun, um das sportliche Niveau zu halten und zu verbessern?

Die Entwicklung im Verein ist extrem positiv – sportlich und finanziell. Der Erfolg macht uns attraktiv für Spielerinnen und Sponsoren. Wir haben ein Team, das gut zusammenpasst und sich voll für den Erfolg einsetzt. Es macht großen Spaß, das weiter mitzuentwickeln.

Interview: Christian Lüsch

OZ

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