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Am Berg deklassiert Froome die Konkurrenz

Vaison-la-Romaine Am Berg deklassiert Froome die Konkurrenz

Beim Aufstieg zum Mont Ventoux zeigt der Brite, was er draufhat. Über vier Minuten Vorsprung in der Gesamtwertung .

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Spitzenreiter Christopher Froome.

Quelle: Getty

Vaison-la-Romaine. Christopher Froome sammelte sich noch einmal kurz, dann beugte sich der Tour-Dominator am Mont Ventoux nach vorne und warf die Nähmaschine an. Im Ziel reckte der britische Radprofi energisch einen Arm nach oben und atmete auf über 1900 Meter Höhe schon einmal die Luft des Siegers. Mit einer frappierend hohen Trittfrequenz ist der 28-Jährige den „kahlen Riesen der Provence“ hinaufgestürmt und hat wohl bereits eine Entscheidung bei der 100. Tour de France herbeigeführt. Gratulationen nahm er aber noch nicht an. „Nein, das wird noch sehr hart“, sagte Froome.

Beim Sieg des gebürtigen Kenianers an einem der „heiligen Berge“ der Frankreich-Rundfahrt war nur der Kolumbianer Nairo Quintana einigermaßen imstande gegenzuhalten. Doch auch der 23-Jährige wurde von Froome am Ende des Anstiegs noch um 29 Sekunden distanziert. „Das ist historisch, unglaublich. Das ist bisher mein größter Sieg“, jubelte Froome: „Mein Ziel war nur, Zeit gutzumachen. Ich dachte nicht, dass ich die Etappe gewinnen kann.“

Froome setzte sich mit seinem zweiten Tagessieg bei der Jubiläumstour über vier Minuten von seinen härtesten Verfolgern Bauke Mollema (Niederlande/4:14 Minuten zurück) und Alberto Contador (Spanien/4:25) ab. Froomes Konkurrenten wurden deklassiert und mussten damit wie in den Pyrenäen eine Schlappe hinnehmen. Froome ist nur noch durch einen Schwächeanfall in den Alpen oder einen Sturz zu verdrängen.

Gut sieben Kilometer vor dem Gipfel hatte Froome den Turbo gezündet und Contador und Mollema stehenlassen. Bis zum Ziel des 20,8 Kilometer langen Anstiegs ging der Sky-Kapitän dann noch mehrfach aus dem Sattel und hatte sogar noch Luft, um von Quintana Unterstützung einzufordern. 1,3 Kilometer vor dem Ende entfernte sich Froome dann vom lästigen Begleiter. „Ich habe versucht, ihn zu pushen und zu motivieren. Auf den letzten beiden Kilometern hatte ich dann aber ein bisschen mehr Luft“, so Froome.Contador hatte sich indes bemüht, in gleichmäßig hohem Tempo den Rückstand zu begrenzen.

Damit behielt der zweimalige Tour-Sieger als Tagessechster auf der Etappe einen knappen Vorsprung auf Mollema, ist aber dennoch weiterhin Gesamtdritter.

Auf den unantastbaren Froome büßte Contador Sekunde um Sekunde und wohl auch die Chance auf seinen dritten Titel ein. Das Finale hatte der aufstrebende Quintana, der bereits die erste Pyrenäenetappe nach Ax-3-Domaines mitbestimmt hatte, gut 12 Kilometer vor dem Ziel eröffnet.

Froome schickte daraufhin Landsmann Peter Kennaugh und den Australier Richie Porte nach vorne, um die Konkurrenz zu schwächen. Portes Anstrengungen isolierten Contador, während Mollema nicht mehr Schritt halten konnte. Die Vorbereitung von Froomes Angriff glich der auf dem Weg hinauf nach Ax-3-Domaines, da allerdings war Sky in der Breite dominanter gezeigt.

Ergebnisse
14. Etappe, Saint-Pourçain-sur-Sioule — Lyon (191 km): 1. Trentin (Italien) - Omega-Quick Step 4:15:11 Stunden; 2. Albasini (Schweiz) - Orica GreenEdge; 3. Talansky (USA) - Garmin- Sharp beide gl. Zeit; 17. Voigt (Dassow) - RadioShack-Leopard Trek + 4:31 zurück; 45. Greipel (Alterswilen/Schweiz) - Lotto-Belisol + 7:17.

15. Etappe, Givors — Mont Ventoux (242,5 km): 1. Froome (GB) - Sky 5:48:45 Stunden; 2. Quintana (Kolumbien) - Movistar + 0:29 Minuten; 3. Nieve (Spanien) - Euskaltel-Euskadi+ 1:23; 38.

Klöden (Kreuzlingen/Schweiz) - RadioShack- Leopard Trek + 10:42; 91. Greipel + 24:49; 117. Voigt gl. Zeit.

Gesamtwertung: Froome 61:11:43 Stunden; 2. Mollema (Niederlande) - Belkin 4:14 Minuten zurück; 3. Contador (Spanien) - Saxo 4:25; 36. Klöden 44:55, 71. Voigt 1:24:18; 106. Martin (Cottbus) - Quick Step 1:48:21; 125. Greipel 2:04:04.

 

OZ

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