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Sportmix Amateurboxer ohne Kopfschutz und mit neuem Punktsystem
Sportbuzzer Sportmix Amateurboxer ohne Kopfschutz und mit neuem Punktsystem
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00:00 04.09.2013
Wismar

Wenn heute in der Oldenburger Ewe-Arena der erste Gong bei den deutschen Box- Meisterschaften ertönt, ist vieles anders und neu. Der Weltverband Aiba will mit umfangreichen Änderungen in den Wettkampfbestimmungen das olympische Boxen attraktiver gestalten.

Darauf müssen sich auch die vier MV-Starter Clemens Busse (64 kg) und Arayk Marutyan (69 kg) aus Schwerin, der Stralsunder Tony Witzke (81 kg) sowie der Greifswalder Superschwergewichtler Florian Schulz einstellen. Vor allem an die Abschaffung des Kopfschutzes müssen sich die Faustkämpfer erst gewöhnen. Aber auch das ans Profiboxen angelehnte neue Punktsystem „10 Point Must“ verlangt eine völlig andere taktische Herangehensweise als bisher. Ab sofort wird jede Runde stärker einzeln bewertet, zudem muss in jeder Runde mindestens einer der beiden Boxer 10 Punkte erhalten. Grund für die Reform ist die Angleichung an das internationale Format. Der Weltverband Aiba setzt bei der Populärisierung des Amateurboxens auf die Nähe zu den Profis. „Die neuen Regeln gelten in Deutschland seit dem 1. Juni 2013. Die DM ist der erste große nationale Wettkampf unter diesen Bedingungen“, ergänzte DBV-Sportdirektor Michael Müller. Ohne Kopfschutz traten deutsche Boxer bei nationalen Titelkämpfen letztmals vor 25 Jahren an.

Unter den neuen Bedingungen hat auch Arayk Marutyan mit seinem Trainer Michael Timm gearbeitet. Für den 21 Jahre alten Weltergewichtler geht es darum, neben dem Titel auch das Ticket für die WM ab Mitte Oktober in Almaty (Kasachstan) zu lösen. Nach seiner Silbermedaille bei der EM im Mai soll die Meisterschaft ein weiterer Schritt in der Vorbereitung auf Olympia 2016 in Rio werden.

In Oldenburg wollen auch die am Bundesstützpunkt Schwerin trainierenden Hamburger Artem und Robert Harutyunyan ein Wort bei der Medaillenvergabe mitsprechen. Für den Stralsunder Tony Witzke sind die Meisterschaften ein kleines Heimspiel: Der Halbschwergewichtler studiert und trainiert in Oldenburg. Zahlreiche Freunde werden ihn am Ring unterstützen. Johannes Wahmkow

OZ