Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Sportmix Aufstiegsexperte Funkel gibt Einstand bei 1860
Sportbuzzer Sportmix Aufstiegsexperte Funkel gibt Einstand bei 1860
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:34 13.09.2013
Will mit den Löwen hoch: Friedhelm Funkel (59).
München

1860 München baut auf jahrzehntelange Erfahrung, Dynamo Dresden auf den Elan eines Trainer-Novizen: Mit Aufstiegsspezialist Friedhelm Funkel wollen die „Löwen“

fast zehn Jahre nach ihrem tränenreichen Abstieg die Rückkehr in die Bundesliga schaffen. „Wir werden alles versuchen, in die 1. Liga aufzusteigen“, betonte der 59 Jahre alte Nachfolger des geschassten Alexander Schmidt. Dagegen zählt für Olaf Janßen bei seiner ersten Station als Cheftrainer nur eines: der Klassenverbleib.

Doch erst einmal steht der 46-Jährige beim Schlusslicht aus Dresden vor einem schwerem Debüt. Am Sonntag wartet auf den bisherigen Co-Trainer von Aserbaidschan die Großaufgabe beim bislang enttäuschenden Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf. „Ich habe den schweren Eindruck, dass die Mannschaft keine Einheit ist und jeder mit sich selbst zu tun hat. Wir werden das Wir-Gefühl entwickeln müssen, sonst kann man im Fußball nichts erreichen“, erkannte der Nachfolger von Peter Pacult bei seiner Vorstellung.

Bei 1860 München sah sich Friedhelm Funkel zunächst einmal reichlich Vorurteilen gegen seine Person ausgesetzt. Sportdirektor Florian Hinterberger hielt als Mann offener Worte dazu mit seiner Meinung nicht lange hinterm Berg. „Halbwissen, Nachgeplapper, Schubladen-Blabla, populistisches Getue“, nannte er das Gerede vor Funkels Debüt heute im Spiel beim VfR Aalen. Der Coach ein Auslaufmodell? Hinterberger verneint entschieden: „Jupp Heynckes ist ja auch in reiferen Jahren sehr lebendig geworden.“

Ausgerechnet Heynckes! Ein ehemaliger Roter als Vorbild für den neuen Chef der Blauen. Funkel ist neun Jahre jünger als Heynckes, der in der vergangenen Saison mit dem FC Bayern alles gewann. Auch bei Heynckes gab es vor der Triple-Saison Zweifel, ob er sich noch motivieren, ob er den Fußball seiner Mannschaft modernisieren kann. Und Funkel? Steht bei 1860 vor einer ähnlichen Herkulesaufgabe.

Er soll die Sechziger nach zehn Jahren zurück ins Oberhaus führen.

Druck verspüre er allerdings nicht, betonte Funkel, „weil es mir Spaß macht, im Fußball zu arbeiten“. Mit 1133 Einsätzen als Profi und Coach ist er Rekordhalter im deutschen Fußball. Und diese Erfahrung, sagte Mittelfeldspieler Daniel Bierofka, tue „allen gut“. Von wegen „alte Schule“! Es sei positiv, „dass jemand Ruhe ausstrahlt“, meinte Bierofka weiter. Der Ur-Löwe schwärmt geradezu von Funkels „unheimlicher Ausstrahlung“.

Funkel, der von September 2000 bis Dezember 2001 den FC Hansa Rostock in der 1. Bundesliga betreute, hielt sich in seiner ersten Woche beim Tabellen-Sechsten meist am Rande und überließ die Trainingsleitung seinem Assitenten Markus von Ahlen. „Damit ich den Blick dafür habe, was verändert werden kann.“ In Aalen will er von seiner Philosophie, „sehr variabel, aber immer sehr offensiv ausgerichtet“ zu spielen, schon „einiges umgesetzt sehen“.

Weiter in der Schwebe ist die Trainer-Frage beim 1. FC Kaiserslautern. Nach der Trennung von Franco Foda konnte Interimscoach Oliver Schäfer jüngst in Unterzahl immerhin ein Remis gegen Cottbus verbuchen. Laut „Kicker“ steht aber auch Kosta Runjaic bereit.

OZ