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Bayerns Meisterfeier vertagt

Mainz Bayerns Meisterfeier vertagt

Schon morgen können die Münchner den Titel bei Hertha perfekt machen. Der Fokus liegt aber auf Manchester.

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Bastian Schweinsteiger (r.) traf zur späten Führung der Bayern in Mainz. Bei ihrem 2:0-Sieg mussten die Münchner Schwerstarbeit verrichten.

Quelle: dpa

Mainz. Richtig Lust auf eine ausgelassene Meisterfeier morgen in Berlin scheinen die Bayern-Spieler nicht zu haben. „Feiern“, sagte Arjen Robben, der aus Erfahrung eigentlich weiß, wie es geht, mit hochgezogenen Augenbrauen: „Das ist ein großes Wort. Wir haben uns noch gar nicht damit beschäftigt. Danach geht es weiter — und das wissen wir auch.“ Danach, egal ob der Triple-Gewinner den 24. Titel morgen bei Hertha BSC oder am Wochenende gegen 1899 Hoffenheim perfekt macht, wartet auf die Rekordjäger die für sie größere Aufgabe:

das erste Viertelfinal-Duell in der Champions League bei Manchester United am 1. April.

Die Fußball-Bundesliga, so auch das recht mühevolle 2:0 beim FSV Mainz 05, ist für den Branchenprimus längst nur noch ein Testlauf für die Königsklasse. „Für uns zählen nur die beiden Spiele gegen Manchester“, sagte Robben. „Darauf werden wir uns vorbereiten. Dafür müssen wir diese Spiele nutzen.“ Die Meisterschaft, der erste Schritt zur Triple-Verteidigung, „kommt sowieso früher oder später“, so Sportvorstand Matthias Sammer angesichts von 23 Punkten Vorsprung auf den BVB. Dass wegen der Dortmunder und Schalker Siege nicht schon am Sonnabend gefeiert werden konnte, sei deshalb „völlig egal“.

Weil die bayerischen Köpfe längst bei den Duellen gegen den alten Rivalen aus England sind, bekam auch der Mainzer Gegner ein Lob der Königsklasse. Startrainer Pep Guardiola sprach von einem „super Test“, Robben, der seinen Vertrag unter der Woche bis 2017 verlängert hatte, meinte, „das ist das, was man auch in Old Trafford erwarten kann“. Mit „das“ meinte der niederländische Nationalspieler das höchst aggressive Pressing des FSV, der in der ersten Halbzeit durchaus ein Tor verdient gehabt hätte. „Die sind wahnsinnig viel gelaufen“, sagte Robben. „Wir haben das erwartet, aber trotzdem war es schwierig. Wir hatten ein bisschen viele, unnötige Ballverluste, und das Tempo müsste ein bisschen höher sein.“

Sammer erinnerte daran, dass jetzt, „in den Spielen, die dann kommen, wo es um die berühmt-berüchtigte Wurst geht, noch ein bis zwei Prozent“ zugelegt werden müsse n. „Mir geht es nur um den Rhythmus, dass wir den auf einem absoluten Top-Niveau finden“, sagte Sammer. „Und dass wir den nicht zwischendurch irgendwo liegen lassen haben. Aber wir müssen auch wissen, dass wir in den Topspielen mehr da sein müssen.“ In Mainz reichten die späten Treffer von Bastian Schweinsteiger und des eingewechselten Mario Götze für den 18. Sieg in Folge und den Ausbau der ohnehin schon imposanten Rekordserie auf 51 Spiele ohne Niederlage.

„Das ist überragend für mich“, sagte Guardiola, der seinem Team einen „Riesenglückwunsch“ aussprach, „Es ist nicht einfach, jede Woche zu gewinnen. Auch weil die Leute das erwarten“, sagte der Spanier. „Das ist einfach toll von diesen Spielern.“ Ähnlich zufrieden war Mainz-Trainer Thomas Tuchel — trotz der Niederlage, über die das Team „natürlich unglücklich“

sei. „Es gibt wenig, was wir uns vorwerfen können. Es hat trotzdem Lust und Spaß gemacht“, sagte der Coach, der zu Recht an den Lattentreffer von Eric Maxim Choupo-Moting (46.) kurz nach dem Wiederanpfiff erinnerte.

„Feiern ist ein großes Wort. Wir haben uns noch gar nicht damit beschäftigt,
denn danach geht es weiter.“Arjen Robben nach dem 2:0-Sieg beim FSV Mainz

 



Jan Mies

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