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Bergmann grantelt: Mannschaft „vogelwild“ und naiv

Rostock Bergmann grantelt: Mannschaft „vogelwild“ und naiv

Der Hansa-Coach moniert trotz des jüngsten Sieges fehlende Ruhe und Abgeklärtheit. Torhüter Brinkies bleibt trotz Patzern auch heute in Chemnitz die Nummer eins.

Rostock. Die langen Busfahrten zu Auswärtsspielen verstreichen bei Hansa nicht ungenutzt. Auch gestern diente Trainer Andreas Bergmann die siebenstündige Anreise zum Spiel in Chemnitz (Anstoß heute 14.00 Uhr) dazu, um mit den Spielern Gespräche zu führen und Videoanalysen zu betreiben. Dabei wird nicht nur der nächste Gegner seziert, sondern vor allem die Stärken und Schwächen des eigenen letzten Auftritts herausgearbeitet. Trotz des 4:2-Sieges am Mittwochabend gegen Regensburg hat der Coach ziemlich viel zu bemängeln.

„Dass wir in der zweiten Halbzeit regelrecht vogelwild herumlaufen, können wir uns nicht erlauben“, monierte der Coach die Phase nach dem frühen 3:0, in der die Rostocker fast völlig die Ordnung verloren. „Man hat deutlich gesehen, wie viel Unerfahrenheit, ja Naivität noch in der Mannschaft steckt. Wir sind einfach nicht zur Ruhe gekommen“, kritisiert Bergmann.

Wie die Rostocker ihr Mittelfeld preisgaben, bei gegnerischer Überzahl schwammen und in der Abwehr von einer Verlegenheit in die andere schlitterten, ärgerte den 54-Jährigen. „Ich bin dann auch laut geworden. Wir hatten in zwei, drei Szenen richtig Glück, wo wir weitere Gegentore hätten bekommen können. Daran müssen wir tierisch arbeiten.“

In die zwischenzeitliche Unsicherheit reihte sich auch Torhüter Johannes Brinkies ein, der vor dem 1:3 unentschlossen im Strafraum herumirrte und eine Flanke unterlief. „Es wäre besser gewesen, im Tor zu bleiben“, räumte der Keeper ein, der bereits beim Spiel zuvor in Heidenheim einen Elfmeter verschuldet hatte. „Die Coolness fehlt mir noch. Aber das ist ein Lernprozess. Die Erfahrung kommt ja erst mit den Jahren und mit den Einsätzen“, sagte der gebürtige Grevesmühlener, der seit dem Platzverweis von Jörg Hahnel zum Saisonauftakt das Hansa-Tor hütet. Das darf er trotz seiner Wackler auch weiterhin. „Das hat keine Konsequenzen. Ein 20-jähriger Torhüter muss seine Erfahrungen sammeln“, macht Bergmann deutlich.

Die nächste Prüfung wartet heute beim Chemnitzer FC. Die Sachsen sind seit drei Spielen ungeschlagen (davon zwei Siege). „Das ist ein Spitzenteam, das nur noch nicht so richtig ins Rollen gekommen ist“, sagt Bergmann respektvoll: „Für uns wird das genauso ein intensives Spiel wie in Heidenheim.“ Im Vergleich zur Vorwoche (0:2) wollen die Rostocker diesmal aber nicht mit leeren Händen nach Hause fahren. „Um zu punkten, müssen wir aber einige Sachen besser machen“, weiß Defensivmann Tommy Grupe, der auch heute den Montenegriner Milorad Pekovic (Nationalmannschaft) ersetzt.

An der nötigen Unterstützung von den Rängen soll es nicht mangeln. Von den erwarteten 8000 Zuschauern sollen 1800 Hansa-Fans sein. Und auch die wollen auf der langen Heimfahrt diesmal Grund zur Freude haben.

TV: 16.30 Uhr, MDR: Sport im Osten

 

Kai Rehberg

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